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machte ^ierVcn mittelst Cirkular die Anzeige, mit dem Bemerken, daß besagte Statthalterschaft von der Pforte einst* weilen als die Regierungsbehörde anzusehen sei. Ich habe Ursache zu glauben, daß die gegenwärtige Regierung in der Türkei sehr geneigt ist, dem Wallachischen Volke wesentliche Erleichterungen zu verschaffen, dafür mir auch der Charakter der dermalen an der Spitze stehenden Staatsmänner, Rcschid Pascha, Ali Pascha, Minister des Auswärtigen, und Rifat Pascha, die freisinnigsten Männer in der ganzen Türkei, bürgt. Hinsichtlich des Benehmens der österreichischen Regierung bei diesen Ereignissen, so hat dieselbe nichts versäumt, die Rechte der österreichischen Unterthanen in den Fürstenthümern zu wahren und sind ihr diesfalls bereits die bestimmtesten Zusicherungen von der Pforte zugegangen. Von der vom Interpellanten erwähnten förmlichen Deputation von Seite der provisorischen Regierung ist mir nichts bekannt und würde eine solche, da jene bereits wieder aufgehört hat, nunmehr ganz zwecklos sein. Minister Do bl- tz off gab daun noch über eine vom russ. General Duhamel aus Unkenntniß angeordnete, sofort redressirte Verhaftung eines österreichischen Unterthanen actenmäßige, vollkommen befriedigende Erklärung.
Triest, 24. August 0-V2 Uhr Abends. (Aufhebung der Blocade). Das Journal des Oesterreichischen Lloyds schreibt: Unmittelbar vor dem Schluffe d. Bl. erfahren wir, daß Feldmarschall Radetzky so eben mittelst eines Couriers ein offenes Schreiben von dem sardinischen Ministerium desKrieges und der Ma - rine an den Admiral Albini übersandte, welches ihm den Befehl bringt, den Blocus sofort aufzuheben, die Gewässer von Venedig mit der Flotte zu verlassen und die sardinischen Truppen von dort nach Sardinien in Marsch zu setzen. Feldmarschall-Lieutenant Graf Gynlai hat sogleich den Fregattenlieutenant Baron Willersdorf an Bord des Dampfers „Vulkans" mit dieser Sendung abgeordnet.
Prag, 22. Aug. Zu der am 28. d. M. anberaum- ten Hauptversammlung der Deutsch-Böhmen in Kommotau scheinen die Deutschen ernstliche Vorbereitungen zu treffen. Nach dem Const. Bl. a. B. ist bereits Mitte d. M. eine Vorversammlung in Reichenberg abgehalten worden. Gegenstände der Berathung bilden die politische Stellung der Deutschen Nationalität in Böhmen in allen Beziehungen, die Garantien derselben und die Frage des Zollanschluffcs. Der Congreß wird drei Tage dauern, und am 31. soll ein Verbrüderungsfest mit den in Teplitz anwesenden Deutschen stattfinden.
— 24. Aug. Laut einer Ministerialverfügung werden die Metternich'schcn Herrschaften Plaß und Königswart vom Staat eingewgen; auf ersterer Besitzung lastet eine Schuld von einer halben Million Gulden.
Preußen. Der nachfolgende ausführliche Bericht über die Potsdamer Bürgerwehr-Parade ist für die Kenntniß der preußischen Zustände wichtig genug, um ihn unverkürzt mitzutheilen. Wir müssen ausdrücklich bemerken, daß dieser Bericht zwar aus der Berliner Zeitungshalle entnommen ist, aber durch die Berichte unparteiischer Blätter durchaus bestätigt wird.
Potsdam, 25. August. (B ü rgerwehrparade. Volksfest.) Nachdem der hiesige Bürgerwehr - Club in seiner Sitzung am 4. d. M. beschlossen hatte, den Führern der Bürgerwehr aufzutragen, am 6. August eine Huldigungsparade für den Reichsverweser anzuordnen, fanden es diese aus „preußischen" Gründen für besser, es nicht zu thun, ohne auch nur daran zu denken, die Wehrmänner zu fragen, oder ihr eigenmächtiges Verfahren zu rechtfertigen. Ueber letzteres entrüstet, verlangten die Wehrmänner nun entschieden eine Parade und setzten Listen in Umlauf, welche, wenngleich sie auch nicht überall circulirt hatten, doch ergaben, daß die Mehrzahl für die Parade sei. Cs fand nun eine Versammlung der Wehrmänner statt und dann wurde von jedem Bezirk ein Vertrauensmann erwählt, um in Verein mit den Hauptleuten das Nähere über die nun definitiv beschlossene Parade anzuordnen. Die Vertrauensmänner und Offiziere fanden es aber wieder für gut, die Sache auf die lange Bank zu schieben, indem sie beschlossen, nach der Rückkehr des Königs vom Rhein denselben um Abnahme der Parade zu ersuchen. Nachdem die Zurückkunft des Königs erfolgt war, begab sich der Oberst der Bürgerwehr v. Alvensleben nach Sans-souci und erhielt, wie es hieß, dort durch den General V. Neumann den Bescheid, der konstitutionelle König könne eine Deputation nur im Beisein der Minister empfangen, sei aber geneigt, die Parade an einem noch näher zu bestimmenden Tage abzunehmen; daß es jedoch wider die Etiquette wäre, im Beisein des Königs ein anderes Hoch als für ihn auszubringen. Der Reichsverweser war nun glücklich beseitigt, doch cs kam anders; denn nachdem sich der Oberst der Bürgenrehr abermals wegen des Tages nach Sanssouci begeben halte, wurde ihm durch General V. Rauch mirgetheilt: der König werde am Donnerstag früh um 9 Uhr die Parade an dem dazu ganz ungeeigneten Wilhelmsplatz abhalten. Dieses Gerücht rief nun eine große Mißstimmung unter den Bürgern hervor, man fragte, ob der Lust- garden, wo die Garde paradirt, für die Bürger zu gut sei,— kurz und gut, der Oberst sah sich genöthigt, nochmals nach Sans-souci zu wandern, um die Verlegung der Parade nach dem Lustgarten zu erwirken. Vergeblich, Se. Majestät ließ jetzt erklären, sich nicht mehr bei der Parade beteiligen zu wollen. Kaum war diese Nachricht, welche eine große Aufregung hervorbrachte, bekannt, so versammelten sich am Mittwoch Abend die Bezirke, und es wurde kinmüthig der Beschluß gefaßt, die Parade in der zuerst beabsichtigten Weise und so schnell als möglich stattfinden zu lasse. Der Oberst dankte hierauf ab. Am Donnerstag früh wurden von den Bezirken Deputationen zu den auf dem Rathhause versammelten Hauptleuten gesandt, welche stürmisch die Parade verlangten. Der Major vom ersten Bataillon, Garnison-Auditeur Justizrath Bornemann wurde krank, der des 2. Bataillons Oberstlieutenant a. D. v° Pannewitz dankte ab, worauf dann der Major des 3. Bataillons, Stallmeister Rends, das Commando übernahm und der Beschluß gefaßt wurde, schon am Nachmittag zu paradiren, was dann auch geschah. Die 3 Bataillons der Bürgerwehr, die beiden Schützengilden und die mit Büch-