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mâßheit des Gesetzes. Zu §. 3 waren mehre Amendements in der Versammlung gestellt worden, die man aber ver­warf. Der Deputirte Borchardt führt als Beweis, wie leicht der §. 3 arg gemißbraucht werden konnte, folgendes Factum an. In Köln dürfe in Folge eines Polizeiver­botes kein Frauenzimmer nach 10 Uhr auf der Straße gefunden werden; eine in Kindesnöthen liegende Frau mußte daher aus Mangel an geburtshülflichem Beistand sterben, weil die ausgesandte und auf der Straße betretene Magd arretirt wurde. Möchte diese Thatsache auch nicht stattgefunden haben, so scheint uns doch die Leichtigkeit des Mißbrauchs der im § enthaltenen Bestimmungen ein* leuchtend und eine genauere Begrenzung der darin gege­benen polizeilichen Befugnisse höchst nöthig zu sein. Die Fortsetzung der Berathung über die Habeas-Corpus-^lete ist auf die nächste Tagesordnung gesetzt.

— Die Weserzeitung erfährt so eben, daß der Oberst der Schutzmannschaften Kaiser am 25. plötzlich seines Am­tes entsetzt worden sei. Die Stelle wird provisorisch ver­waltet.

Berlin, 24. Aug. Dr. Ruge, dem es in Frankfurt in der Reichsversamlung nicht mehr gefällt, hält heute Abend hier im Mielangschen Saale einen Vortrag über sein hu­manistisches System der Weltbeglückung, das unter der demokratischen Partei und den Studenten in Breslau mit so vielem Beifall aufgenommen worden ist. Die Unter­suchung über die empörenden Auftritte in Charlottenburg hat begonnen und viele der Theilnehmer sind verhaftet. Es ist nicht wahr, was der demokratische Klubb verbreitet hat, daß die Verhafteten wieder entlassen worden sind.

Es gereicht uns zum größten Vergnügen, schreibt die Spen. Ztg., unsern Lesern die verbürgte Mittheilung machen zu können, daß im Laufe der nächsten Woche eine Am­nestie für alle seit d e r R e v o l u t i o n w e g e n P r eß - V ergehen V er u rth ei lte n erlassen werden wird.

Schweidnitz, 19. August. Endlich sind gestern Vormittag die Soldaten des 22sten Regiments zur allgemeinen Freude der Stadt von hier auf die umliegenden Dörfer verlegt worden.

Stettin, 23. Aug. Die hiesige Intendantur hat den Befehl erhalten, das Hotel des Generals Wrangel in Stand zu setzen, und da man sich die Rückkehr des Gene­rals nicht anders, als in Verbindung mit dem Frieden den­ken kann, giebt Man sich hier aufs Neue den Friedenshoff- nungen hin.

Göttingen, 24. August. Die hiesige Bürgerversamm- lung hat beim Ministerium eine Petition um Publikation der Verfassungsgesetze und Erlaß einer auf den Grundsatz direkter Wahl gegründeten Wahlordnung eingereicht.

— Die Ruhe ist in München seit dem 23. nicht weiter mehr gestört worden. Die Zahl der am 21. Verwundeten soll gemäß den officiellen Anzeigen bei der Polizeidirection vom Civil 7 und vom Militair 5 betragen. Daß aus dem ersteren Stande viele nicht zur Anzeige kommen, ist mit Sicherheit anzunehmen.

Nürnberg, 24. August. Der hiesige Volksverein hat in seiner letzten Versammlung eine Ergebenheitsadrcsse an

den Reichsverweser beschlossen. Sie meist darauf hin, daß nach kaum verstummtem Jubel über die Herstellung einer Deutschen Central-Gewalt, schon jetzt, beraufbeschworen durch die Feinde unserer Verjüngung, jener böse Geist sich zu regen anfange, der, wie durch alten Fluch an unser Volk gebannt, seit Jahrhunderten durch die deutsche Ge­schichte schreitet, der Geist der Sonderung, welcher selbst der geringsten Entsagung für das gemeinsame Vaterland feindselig und neidisch im Wege ist. Die unvollständige Ausführung, welche der vom hohen Reichöministerium er­lassene Befehl zur Huldigung der Heere in verschiedenen deutschen Staaten gefunden, ja die Weigerung, welche man ihm entgegenzusetzen gewagt hat, erfülle mit Wehmuth und Erbitterung das Herz jedes Vaterlandsfreundes: mit Weh­muth über die Verblendung derer, die es nicht zu wissen scheinen, daß der Bürger eines starken Volkes geachteter ist, als der Fürst eines schwachen; mit Erbitterung aber gegen diejenigen, welche die Einheit Deutschlands im Munde führen, und schon beim ersten kleinen Opfer selbstsüchtig zurücktreten, wenn es ihrer eingebildeten Größe Eintrag zu thun scheint. Wir fühlen uns, heißt es schließlich, mit den Bürgern aller der Städte, welche durch freiwillige Huldigung ihre Gesinnung kund gaben, gedrungen, auch unsrerseits zu bethätigen, was der Drang des Herzens und gebietet, und der erwählten Reichsgewalt unsre innigste Er­gebenheit zu versichern. Aber wir rufen ihr auch, über­zeugt, daß die unermeßliche Mehrheit der Deutschen mit uns übereinstimmt, vertrauensvoll die Mahnung zu: stark zu wahren ihr Ansehen und streng zu ahnden jede Ver­achtung ihrer Gebote. Dann wächst mit dem Gebrauche ihre Macht und des Volkes Hingebung schirmt den Schutz­herrn seiner Größe.

Karlsruhe, 20. August. Endlich ist auch unsere Regierung dem Beispiele der Großh. Hessischen rc. gefolgt, und hat die Gesandten abgerufen. Ausgenommen ist bis jetzt nur der Hr. v. Schweitzer in Paris, dem eine andere Bestimmung vorbehalten sein soll. Die Auslösung des Ministeriums des Auswärtigen, welches das Post- und Eisenbahnwesen ohnehin verliert, steht daher auch nahe bevor.

Darmstadt, 25. August. Sichern! Vernehmen nach hat das gr. Ministerium d. I. der besonderen und thätigsten Aufmerksamkeit des Mainzer RegicrungScommissärs empfoh­len, die Ordnung und Aenderung der Mainzer Festungs- Verhältnisse, wie es den jetzigen Umständen und Anforde- rungen entsprechen möchte, in ernste Berathung zu ziehen und sich in Betreff dieses wichtigen Gegenstandes zunächst mit dein Mainzer Stadtvorstand über dessen Ansichten und Wünsche zu benehmen.

Frankreich.

Ledru Rollin hat nunmehr in der Kammer eingestanden, daß der bewaffnete Einfall in Baden, Belgien und Savoyen unter seiner Begünstigung geschehen sei. Wir werden auf diese Sache zurückkommen.

Paris, 22. August. Die gestern schon gemeldete Un­terdrückung der vier Journale ist so motivirt: „In Er» wägung, daß diese Journale durch ihre Lehren gegen Staat, Beilage