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die Schule auch innerlich von der Kirche emancipiren, das Lebensmark derselben gar bald vertrocknen, ihr Puls­schlag gar bald stillstehen würde. Die Schule will die Zwecke der Kirche nach wie vor fördern und erreichen hel­fen und das geistige Band zwischen ihr und der Kirche immer fester gezogen wissen, indem sic eben als ihre höchste Ehre anerkennt, daß sie von dem Herrn der Kirche das­selbe Mandat empfangen hat, das der Kirche von diesem gegeben worden ist. —

Der von einem Mitgliede gestellte Antrag, doch dahin zu wirken, daß die an der Synode theilnehmenden Lehrer während der Dauer derselben von a ufsch i e b b ar en Dienst­verhältnissen entbunden werden möchten, wurde dem leiten­den Centralausschusse zu weiterer Maßnahme mitgetheilt.

Zuletzt beschloß die Versammlung, daß es einem jeden Mitgliede der Synode gestattet sein sollte, am Schluffe der Verhandlungen etwaige Beschwerden, Uebelstände und Rü­gen zur alsbaldigen Besprechung vollbringen.

Kassel, am 15. August 1848. Der Vorstand:

Dr. Röth. Röse.

Anfragen, Rügen und Wünsche.

Am 22. August hat sich der Küfermeister Herr Herbold in eir r Weise gegen den hiesigen Untersuchungsrichter Weber während dessen Amtsführung zu geriren beliebt, die von der Presse nicht verschwiegen werden darf, da es sich um eine Verletzung der Unabhängigkeit, um eine Einschüch­terung des Gerichts handelt. Der Hergang ist folgender: Herr Heise sFührer der sogenannten republikanischen Partei) war von dem genannten Richter vorgeladen worden, um als Auskunftsperson in einer ihn gar nicht berührenden Angelegenheit vernommen zu werden; er erscheint zur be­stimmten Zeit in Begleitung von Hunderten, die in dem durch Nichts begründeten Glauben gestanden haben sollen, es handle sich um die Verhaftung Heise's. Die Menge stellt sich dem Untersuchungslocale gegenüber auf und harrt der Rückkunft des Vorgeladenen. Der Richter un­terrichtet Herrn Heise von dem Zweck der Vorladung und ersucht ihn, denselben den Harrenden mitzutheilen und sie auf solche Weise zum Abstehen von Demonstrationen zu bewegen, was indeß Herr Heise aus dem Grunde verwei­gert, weil er die Leute nicht bestellt habe. Die Vernehmung geschieht und Hr. Heise wird entlassen. Kurz nachher dringt Herr Herbold ohne Weiteres in das Gerichtslokal, stellt den Richter darüber zur Rede, wie er sich habe unter­fangen können, von den Untenstehenden, unter denen auch er sich befunden, zu verlangen, fortzugehen, nennt ihn eine „mißliebige Person", die man in Rotenburg nicht länger habe dulden wollen, gebraucht drohende Ausdrücke gegen ihn, wie: „was wollen Sie", „warten Sie", „wir sprechen uns" 2C. Abends werden dem Untersuchungsrich­ter von einem wüthenden, mit Knütteln re. bewaffneten Haufen die Fenster zertrümmert, die Hausthür wird ge­sprengt, das Innere des Hauses von oben bis unten durch­sucht rc. Hr. Weber konnte nur mit Mühe und mit Le­bensgefahr der Mißhandlung entgehen. Man erwartet mit

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker.— Redaktion: Fr. Oetker und A. Pfaff. —

Bestimmtheit, daß gegen solche Eingriffe in die Amtsthätig­keit der Richter und solche nächtliche Erbärmlichkeiten aufs Energischste eingeschritten werden möge, und zwar mit der vollen Schärfe des Gesetzes; jede Scho­nung würde hier am unrechten Platz fein. Das Ansehen der Gerichte und aller gesetzlich bestehenden Be­hörden muß auf jede Weise hergestellt und aufrecht erhal­ten werden, jeder ehrenwerthe Bürger wird zuversichtlich nach allen Kräften dazu beitragen. Was.HerrnHerbold be­trifft, so ist es eine betrübende Erfahrung, daß er so ganz den Sinn für Gesetz und Ordnung, der ihn früher so sehr auszeichnete, verloren zu haben scheint. — An alle Braven die ernste Mahnung: Wachet und kämpft, daß Euch die unerträglichste Tyrannei nicht über den Kopf wächst, zer­tretet sie, wo und in welcher Gestalt sie Euch entgegen­tritt; nur Muth und Eintracht, und der Sieg über einen aufrührerischen Haufen ist schnell errungen. x.

Bekanntmachungen.

1108] Zu vermiethen: Im Eingänge zur Wilhelmshöher Allee Nr. 3, zwei Stuben mit oder ohne Möbeln, — sogleich oder Anfangs September.

|1O9] Neue Häringe, Aliegenleim und Flie- genpapier sind wieder angekommen bei

I. C. Bachfeld jun., Mittelgasse Nr. 131.

Den am 21. d. M. erfolgten Tod meines mir so theuren Mannes, Carl Hildebrandt, Ober - Zollcontroleur zu Veckerhagen, zeige ich hiermit Verwandten und Freun­den ergebens! an. Kassel, am 24. August 1848.

[110] Gertrude Hildebrandt, geb. Michael.

Handels- und Borsennachrichten.

Frankfurt, 24. August.—Kur Hessen: Fr.Wilh.N.B. Cer- tificate 43% B. 43%'®.; Bierzig-Th. Loose 25'4 B. 25 G. — O e- sterreich: 5pCt. Metall. 72'/,P. 72 G.; 4pCt. M. 59 P. 58 G.; 2'/,pCt. M. 37'/, P. 37% ®.; Bankact. 1185 P. 1175 G.; 250 fl. Loose 78 P. 77% G.; 500 fl. Loose 1 (5% P. 115% G.; 4'/i pCt. Bethm. Obligat. 69 P. 67 G.; 4pCt. Bethm. Oblig. 60 P. 59 G. — Preußen: Prämiensch. 87% P. 87 G- 3% ■ pCt. Staatsschuldsch. 78% P. 78®.; Köln - Aachen. E. A. — P. — G.: Köln-Mind. D. A. 77% $. 76% ®. — Baiern : 3'/, pCt. Oblig. 78'/, P. 78 G.; Ludw. Kan. Act. — P. — G.; Ludw. Berb. Act. 69'/, B. 69 G- — H. Darm­stadt: 50 fl. Loose 63%$.--G-; 25 ff. Loose 21 P.--G- 3'/, vCt. Oblig. 76 P. 75% ®.; 4 pCt. Oblig. 86'/, P. 85% ®. — Baden: 3'/, pC. Oblig. 74'/. P. 74'/; G.; 50 fl. Loose 47 P. 461/, G.; 35 fl. Loose 27'4 $. 27 ®. — Würtemberg: 3'4 pCt.'Oblig. 75'4 P. 74’4®.; 4'4 pCt. neue Oblig. 92'4 P- 02 G. — Nassau: 37, pCt. Oblig. 82 P, 81 G.: 25 fl. Loose 21'4 $• 20% ®. — Frankfurt: 3 pCt. Oblig. 79 P. — G.; 37, pCt. Oblig. v. 1839. 91'/, P. 90'/, G.; 3'/, vCt. Obl. V. 1846. 85'/, P. 85 ®.; Taunusb. Act. 280 P. 277 G. — Hol­land: 2'/, pEt. Jntegr. 45 P. 44'/, G.; 4 pCt. Oblig. — P. 69'/, G.; 3'/, Synd. — P. 69'/. G. — Spanien: 3 pEt. Ac. tivsch.— P. —G.; 3 pCt. Innere Sch. 18'/. P. 18'/, ®-— Portugal: 3 pCt. Cons. L. St. st 12 fl. — P- — G- — Po­len: 300 ff. Loose 92'4 P. 92®.; 4 pCt. Oblig. über 500 fl. 67'4 P. 67 G. — Rußland: 4 pCt. in R. ff. 2. b. Grun & C. — P. 76*4 G.; 4 pCt. dsgl. b. Stiegl. & C. - P. 76 ®. — S ard in i e n: 36 Fr. Loose b. Bethm. 24'/, P- 24®.— Kold- cours: Pistolen9 fl. 55 kr.; holl. 10 fl. St. 10fl. 4kr.: 20Fr.St. 9fl. 38 fr.: Engl.Sov. 12fl.2kr.; Randduc. 5fl. 36 — W e ch s.-D isc. 2. .

Druck und Verlag von Th. Fischer in Caffel.