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-worunter 2 Df sie irre; 63 Verwundete, worunter 2 Stabs-, 6 Oberofficiere. Vermißt werden 1 Officier, 83 Mann. Der Verlust des Feindes besteht, soviel man weiß, in 60 bis 70 Todten. Die Zahl der Blessirten ist nicht bekannt.

Rom, 8. August. In der gestrigen Kammersitzung war das neue Ministerium zum ersten Mal erschienen. Das von ihm vorgetragene Programm fand eine laue Aufnahme. Die von dem Papst erlassene Protestation gegen die Be­setzung der Legationen wurde ebenfalls verlesen und die Kriegsfrage sofort wiederum mit Heftigkeit ausgenommen. Man stimmte für die Berufung der Franzosen „zur Ver­theidigung der italienischen Unabhängigkeit." In dem Mini- sterium Fabri ist die Anomalie eines Staatssteretars der Auswärtigen weltlichen Angelegenheiten abgestellt. Card. Soglia vereinigt, wie früher allzeit, beides, Weltliches und Geistliches in seiner Person. Monsig. Corboli ist sein Substitut. Galletti scheint ausgetreten zu sein, denn er wird durch Perfetti interimistisch ersetzt. Seit gestern Abend ward zuerst durch einen pasguillartig abgefaßten Anschlag beim Caffè delle Belle Arti die Nachricht verbreitet, daß auch Campello als Kriegsminister bereits wieder entlassen worden sei.

Am 17. früh ging von Triest ein Dampfer des Lloyd „Trieste" nach Venedig ab, um zu recognosciren. Es wer­den jetzt ernstliche Anstalten zur Blokade der Lagunenstadt getroffen 12 Fahrzeuge, bestehend aus 2 Fregatten, 1 Cor- vette, 4 Briggs, 1 Goelette und 4 Dampfern, sind bereits dazu in Stand gesetzt. In Venedig scheint eine große Ver­wirrung zu herrschen.

Frankreich.

Paris, 19. August. Herr Joly hat den Vorschlag gemacht, das Decreh vom 27. Juni dahin zu modificiren, daß die von den Gerichten der Schuld überwiesenen Auf­rührer nach einer der franz. Colonien, Algier eingeschlos­sen, transportirt werden, ihren Familien aber gestattet sein soll, sie zu begleiten.

Man spricht von einer die italienische Frage betreffenden Conferenz, die zu Rom ober Grenoble zwischen England, Frankreich und Oesterreich stattfinden soll.

Die Zahl der brodlosen Arbeiter in Paris steigt mit jedem Tage. Sie erreicht schon wieder die Höhe von 50,000. Der Stadtrath denkt daran, sie zu beschäftigen und will zu diesem Zwecke die großen Louvre- und Ge­müsehalle-Bauten mit Elfer betreiben lassen. Die Verlän­gerung der Rivolistraße bis zum Stadthause allein kostet über 150 Mill. Frc. Dieser Durchbruch veranläßt den Neubau von etwa 1180 Häusern. Die Geistlichkeit geht mit dem Plane um, weibliche Nationalwerkstätten zu bilden, die im Hotel Sobrier (ehemalige Civilliste) in der Rue Rivoli unter der Leitung der Klosterfrauen von Mariahilf eingerichtet werden sollen.

Paris, 19. Aug. In der Sitzung vom 19. August wurde die neue Präsidentenwahl vorgenommen. Zahl der Stimmenden 708. Absolute Mehrheit 355. Marrast er­hielt 611, Bac (Präsident des Berges) 54, Lacrosse (Kandidat der Rue de Poitiers) 26, Dufaure 5, Ledru- R oll in 6, v. Lamartine 2 Stimmen. Marrast ward dem­

nach zum Präsidenten proklamirt. In der Nähe des Sitzungs­saales war übrigens während der Sitzung eine bedeutende Truppenmacht zusanimengezogen. Ein Kavallerie - Regiment sperrte die Concordiabrücke und die Quais würben mit Schildwachen besetzt. Es ging nämlich das Gerücht, an der Pforte von St. Denis hätten sich mehrere tausend Frauen und Kinder der Insurgenten zusammeugerottet, um über die Boulevards dem Revolutionsplatze zuzuzichen und der Nationalversammlung eine Bittschrift zu Gunsten ihrer cingesperrten und resp, deportirten Männer und Väter zu überreichen.

(Vom 20.) v. Andrian, der Abgesandte der Central- gewalt für Deutschland und speziell mit Unterhandlung der italischen Mediations - Bedingungen zwischen England und Frankreich beauftragt, ist einem Morgenblatt zufolge gestern Abend hier eingetroffen. — Auf die Nachricht hin, daß Venedig den Waffenstiltstaud zu genehmigen verweigert, und daß sich das sardinische Geschwader, das bisher Triest blo- kirte und die Zugänge Venedigs schützte, zurückziehen dürfte, hat die Erecutivgewalt unserer Flotte im Mittelmeer Befehl gegeben, vor Venedig und Triest zu lagern. —Dem Ver­nehmen nach wird Marrast von morgen an nur kurze Zeit oder gar nicht präsidiren. Er will sich nämlich ganz der Vollendung seines Berichts über den Verfassungsentwurf widmen, zu dem, wie sich leicht denken läßt, eine Unzahl von Zu - und Zwischensätzen beantragt sind. Um diese Ar­beit mit Muße zu vollenden, bedarf der Präsident der Ein­samkeit. Indessen haben ihn seine Freunde beschworen, doch jedenfalls den Bauchart-Sturm zu lenken. — Olivier hat den etwa 100 Frauen, die sich gestern von der Pforte St. Denis in die Nähe der Nationalversammlung bewegten, die Petition um Verleihung einer allgemeinen Amnestie für die Insurgenten abgenommen und der Nationalversammlung überreicht. Ernste Ruhestörungen haben nicht stattgefunden.

Es geht das Gerücht, welches selbst in den Vorhallen der Nationalversammlung vielfältig angeregt ward, daß Ca- vaignac sich der Last der Geschäfte und der großen Ver- antwortlichkeit die ihm seine Stellung auserlegt, entledigen wolle. Diesen Entschluß soll er seinen Freunden anver­traut haben und Ende dieses Monats in Ausführung bringen wollen.

Paris, 19. August Der erste Band der Beweisstücke enthält allerdings bei Weitem wichtigere Anschuldigungen rind Beweise der Theilnahme Cansfidière's und Louis Blanc s an der Bewegung vom 15. Mai, als der Bericht voraussehen ließ. Gegen Ledru Rollin liegen hingegen keine direkte Beweise vor, wiewohl es andererseis keinem Zweifel unterworfen ist, daß er mit in der Verschwörung vom 16. April verflochten war, aber nicht den Muth hatte, darin bis zu Ende zu verharren, und es vorzog, die­selbe „in den Wogen der Nationalgarde zu ertränken." Allein was die Vorfälle vor dein Zusammentritt der Na­tionalversammlung betrifft , wo kein Rechtszustand und nur die Gewalt allein, oder, wie man hier zu Lande sich ausdrückt, „eine Thatsache" herrschte, hat Nie­mand das Recht, die Schauspieler dieser Zeit zur Rechen-, schaft zu ziehen. In Beziehung der Juniereignisfe liegt

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