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über reaftioniire Tendenzen schreit, rufen die Junker Ach und Weh über sie und malen sie in der Jakobinermütze. Es sind in dieser Versammlung des Adels wilde Reden gehalten worden , die selbst das Staatsoberhaupt nicht ge­schont haben. Hätte irgend ein eraltirter Demokrat in ir­gend einer Versammlung ausgerufen: Auch der König han­delt wie ein Rebell, wenn er unsere wohlerworbenen Rechte nicht schützt! wie es in dieser Junkerversammlung geschehen ist, so hätte der würdige General Plümke, Vorsteher des Preußenvereins, längst eine Denunciation eingereicht. Den Grafen Dreßler oder den Herrn v. Bismark werden die Patrioten aber nicht verklagen unb die liberale Partei wird es noch weniger thun. Im klebrigen ist dies Treiben des Adels unschädlich. Ein Versuch, eine Depu­tation an den König zu senden, ist gescheitert, Se. Ma­jestät hat keine annehmen wollen, es läuft somit auf einige Petitionen und Adressen an die Minister, an die National­versammlung und an die öffentliche Meinung hinaus, die aber am wenigsten von deni Gelärm des Adels Notiz nimmt.

Hannover, 22. August. Die Oberforstämter, welche dem Junkerthume seither eine ebenso bequeme als glänzende Laufbahn darboten, werden vermöge eines gestern unter­zeichneten Ministerial-Beschlusses vom 1. Januar k. I. an gänzlich aufgehoben, die bürgerlichen Forstinspectionschefs bekommen gleich ihren adeligen Collegen den Titel Foist- meister und jedweder Unterschied der Geburt wie jedwede Bevorzugung bei Ernennung und Beförderung der Forst- officiauten zu Gunsten des Adels fallen künftig aus.

Hannover, 23. August. Diesen Morgen 9 Uhr ist die hiesige Garnison ausgerückt, um die schwarz-roth­goldenen Bänder, die nach dem Befehl des Reichsver­wesers an den Fahnen befestigt werden müssen, in Empfang zu nehmen. •— Die deutschen Cocarden sollen dem Ver­nehmen nach auch baldigst angelegt werden.

Rendsburg, 21. August. Heute Morgen ist der seit einigen Tagen wieder hier verweilende Umer-Staals-Seere- tär Mar v. Gagern in das Hauptquartier des Oberbefehls­habers der Reichs-Armee, General Wrangel, nach Apenrade hin abgereist. Derselbe wird dort heute oder morgen die Antwort des dänischen Kabinets auf die von der Reichs- gewalt proponirten Waffenstillstands-Bedingungen in Em­pfang nehmen. — Mithin waren die Gerüchte über den schon geschehenen Abschluß des Waffenstillstandes und über die Verwerfung der mit demselben Deutscher Seits ver­bundenen Bedingungen abseiten Däneniarks rein aus der Luft gegriffen.

Marburg, 24. August. In seiner gestrigen Sitzung hat der akademische Senat zum Landtagsabgeordneten den Prof. Bergk, zum Stellvertreter desselben den Prof. v. Sybel erwählt. Prof. Bergk ist bekanntlich vor mehreren Tagen bereits in Witzenhausen erwählt worden , eine der beiden Wahlcorporanonen wird also ihren Act zu wiederholen haben. — In derselben Sitzung ernannte der Senat zu seinen Abgeordneten nach Jena die Prof. v. Sybel und Geh. Hofrath Platner.

Dänemark.

Kopenhagen, 19. August. Unsere Regierung stellt sich, aus Furcht vor dem Kopenhagener Pöbel, sehr spröde gegen alle Friedensunterhandlungen, obgleich der Wunsch nach Frieden im Volke und im Heere (das sich wohl selbst der prahlerischen Belobungen schämt, die es für sein fort- währendes Zurückweichen ohne Schwertstreich erhalt) allge­mein ist.

Folgende Note hat der Minister des Auswärtigen am 12. August an die dänischen Gesandten im Auslande ge­richtet: „Mein Herr, es ist Ihnen bekannt, daß die Ue- bereinkunft über einen Waffenstillstand, der am 2. Juli zwischen Dänemark einerseits und Preußen in Deutschlands Namen andererseits geschlossen wurde, nicht hat ausgeführt werden können, weil der preußische General sich geweigert hat, das Dokument zu unterschreiben, welches sein Hof vor­her angenommen hat. Die periodische Presse in Deutsch­land unb die Minister der Centralgewalt letztere in einer Sitzung der Nationalversammlung in Frankfurt — haben es darauf angelegt, diese Weigerung auf eine Weise zu erklären, als ob es Dänemark gewesen, welche nicht mit der Centralgewalt habe unterhandeln wollen. Man hat dadurch dem Vorgänge eine Deutschland beleidigende Wen­dung gegeben, um noch mehr die zügellosen Leidenschaften gegen uns zu entflammen. Das Faktum ist: Dänemark ist nicht geneigt gewesen, auf Veränderung in einer einmal geschlossenen Uebereinkunft einuigehen, und namentlich auf diejenigen Veränderungen, welche von General Wrangel vorgeschlagen wurden. Die dänische Regierung war eben so wenig geneigt, der Centralgewalt das Vorrecht, nach Gntbefindcn und ohne Schadenersatz Veränderungen in die­ser Akte vorzuuehmen, einzuräumen. Ein solches Recht würde Dänemark selbst in Bedenken genommen haben, einer freundschaftlichen Macht, wie z. B. Oesterreich einzuräumkn. (Sm solches Verfahren wird sicherlich keine Beleidigung gegen irgend Jemand enthalten, selbst nicht ge­gen die Centralgewalt, unsern Feind; es würde wahrlich wenig gerecht sein, zu behaupten, daß Dänemark müsse einen mehr oder minder wesentlichen Vortheil, welchen eine ein­mal abgeschlossene Uebereinkunft ihm zusichere, fahren lassen, ohne als Ersatz andere Bewilligungen, die es als Aequivalent dagegen ansehen kann, erhalten zu haben. Dänemark wünscht, im Gefühle für Preußens Ehre und dessen Macht, eine hinreichende Garantie für die Erfüllung der Verpflichtungen, welche es sich in diesem Falle auferlegt hat, zu sehen; es kann sicherlich nicht die Sache der dänischen Regierung sein, ausfindig zu machen, auf welche Weise Preußen sich mit den andern Staaten, in deren Namen es zuerst seine Ab­sicht kundgethan hat, in Unterhandlung mit uns zu treten, abfinden kann. Die zwischen den Generalen Hedemann und Wrangel beim Abbruch der Unterhandlungen gewech­selten Noten, die beigehend in Abschrift beigelegt sind, wer­den als überzeugende Aktenstücke dienen, und die in meinem gegenwärtigen Schreiben enthaltenen Bemerkungen erklären, wobei ich Sic auffordere, dies zur Kenntniß der Regierung zu bringen, bei welcher Sie akkreditirt sind. Ich habe die Ehre zu sein h\