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Neue

Hessische Zeitung.

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J\p. 8I. Freitag, den 25. August. 1848«

Die Neue Hessische Zeitung erscheint t ö g 11 cf), Sonntags mit einem Unterbaltnngsblatte , und wird um 11 Uhr Morgen» ausgegeben. Der Abonnemeutsvreis beträgt 1 $hlr. 5 Sgr. für das Quartal, wofür alle kurhessischen Postämter und Buch­handlungen solche ohne Preiserhöhung liefern. Anzeigen jeder Art nrerven die Petitzeile mit 1 Sgr. berechnet.

Bekanntmachung.

Aus Veranlassung der in hiesiger Stadt während der drei letzten Nächte stattgehabten Ruhestörungen werden in Gemäßheit des §. 7 der Verordnung vom 22. October 1830 bis auf weitere Verfügung alle -Zusammenrottungen in den Straßen nach 9 Uhr Abends von mehr, als sechs Menschen, hierdurch untersagt, und wird, wenn dieselben wider Erwarten vorkommen sollten, mit Verhaftung augen­blicklich vorgeschritten, auch sonst nach der Strenge des Gesetzes verfahren werden.

Cassel, am 24. August 1848.

Kurfürstliche Residenz - Polizei-Direktion. König, v. c.

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Politische Nachrichten.

Deutschland.

Frankfurt, 18. August. Der Obrist Mosle, bisher oldenburgischer Bevollmächtigter bei der Centralgewalt, geht mit einer den österreichisch-italienischen Krieg betreffenden Botschaft des Reichsministeriums nächstens, wahrscheinlich morgen, nach Wien ab.

DerOberrheinischen Zeitung" zufolge hat nun auch die badische Regierung ihre Gesandten abberufen. Auch die Auflösung des Ministeriums des Auswärtigen stehe nahe bevor. In Ficklers Sache hat sich das Hofgericht in Bruchsal nach Brentano's Plaidoyer für incompetent er­klärt und Fickler wird nun durch das Schwurgericht in Freiburg abgeurtheilt werden

Den i 9. d. M. ist ein Bataillon Kurhessen vom 2. Infanterie - Regiment in Rastatt eingerückt. Dasselbe ist bestimmt, vorerst den Theil der badischen Truppen zu erse­tzen, welcher nach Holstein abmarschirt ist.

Stuttgart. Durch königliche Verordnung vom 16. d. M. sind die beiden würtembergischen Ständekammern auf den 18. September einberufen. Gestern hat der Abmarsch der würtembergischen Truppen nach Schleswig-Holstein begonnen.

Berlin, 21. August. In Charlottenburg sind gestern wieder Ercessc gegen demokratisch gesinnte Einwohner vor- gefallen, und die Helden des zweiten Garderegiments spie­len dabei wieder ihre Rolle. Es kann bei uns nicht eher besser werden und die feindliche Spaltung zwischen Solda­

ten und Volk sich nicht eher auflösen, bis ein energischer, aber asich der neuen Zeit ergebener Kriegsminister ins Ministerium tritt, der zu Reformen schreitet und die wider­spenstigen Elemente ohne Anselm der Person straft. Berlin, 22. August. In Folge der Charlottenburger Vorfälle fanden gestern Abend und einen großen Theil der Nacht hindurch starke Zusammenrottungen und arge Ercesse unter den Linden, in der Wilhelmsstraße und der umlie­genden Gegend derselben statt. Dem Minister v. Auers­wald wurden die.Fenster eingeworfen, ein großer Theil der Lindenbarrieren zerstört, das Steinpflaster aufgerissen , an der BehrenLstraße und sonst mit dem Bau von Barrikaden begonnen. Die Konstabler wurden zurückgedrängt, ihnen ein Mann getödtet und viele verwundet, weshalb die Bür­gerwehr aufgeboten werden mußte, die nach vieler Anstren­gung endlich dem Lärm ein Ende machte. Geschossen ist nur ein paar Mal aus dem Volk, aber nicht von der be­waffneten Macht.

In der Sitzung der preußischen Nationalversammlung vom 1. d. ist Herr Grabow mit 308 Stimmen wieder zum Präsidenten der Versammlung erwählt worden. Das Ergebniß der Wahl der vier Vicepräsiventen sollte durch das Bureau heute der Versammlung mitgetheilt werden.

In der auf morgen festgesetzten Sitzung der Natio­nalversammlung soll die Habeas-corpus- 9tEte berathen wer­den, welche wahrscheinlich Gelegenheit zu einer sehr heftigen Debatte geben wird. Das Ministerium will nichts davon wissen, daß, wie es sagt, einzelne Stücke der Verfassung aus dem Zusammenhänge gerissen werden, und der Justiz­minister widersetzt sich insbesondere, weil in den alten Pro­vinzen keine gerichtliche Polizei bis jetzt vorhanden ist. Ich glaube jedoch, daß die Habeas - corpus - *2lftc angenommen wird, denn die Verhaftungen und Haussuchungen, welche jetzt in Folge der zahllosen Denunciationen im Schwünge sind, machen im hohen Grade unmuthig, und wecken das Verlangen, daß etwas geschehen müsse, um die alten ver­sumpften Polizei- und Rechtszustände endlich, wenn auch nur provisorisch, zu ersetzen.

Die Versammlung der Grundbesitzer, welche Hr. v. Bü­low - C u m m e r o w zusammenberufen, hat einen Ausschuß er­wählt, der die Interessen der Besitzenden gegen die revolu­tionären Minister bewahren soll. Die armen Mimster. Während ein großer Theil der Kammer und der Presse