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Wien, 18. August. (Präsidentenwahl). Bei der gestern vorgenommenen Präsidentenwahl wurde der frühere erste Vicepräsident Strohbach mit 181 Stimmen zum Prä­sidenten, der zweite Vicepräsident Hagenauer mit 176 Stim­men zum ersten und der Tyroler Abgeordnete Straster zum zweiten Vicepräsidenten mit 136 Stimmen gewählt. Der Wahrheit zur Steuer muß man sagen, daß Strohbach, wiewohl ein CzeLe, bei allen den bisherigen Functionen, die er an der Stelle des gewesenen Präsidenten Schmit in dessen Verhinderungsfälle geübt, so ziemlich das Bestreben nach Unparteilichkeit an den Tag gelegt hat.

Agram, 12. August. Alle kroatische regelmäßigen Regimenter, gegen 18,000 Mann , eilen der Grenze zu. Der Banus hat am Sonnabend die aus Peâchiera zurück­gekommenen Ottochaner Grenzer bei St. Joan gemustert und ungefähr folgende Worte gesprochen: „Tapfere Otto" chaner, Euer Heldenmuth wird in Europa bewundert. Wir kämpfen für die Ccntralregicrung, eine konstitutionelle Mo­narchie, die dem Sitz des Kaisers anheimfallen muß. Der größte Theil Ungarns erwartet uns als seine Befreier. Nur vier Wochen und Ihr seid Euren Familien wieder gegeben. Ein starkes konstitutionelles Kaiserreich, als Bollwerk gegen alle Feinde von Ost und West, wird der Lohn der tapfern Kroaten und aller getreuen Oesterreicher sein. Wir käm­pfen für Freiheit, die Krone des Volks, für Brüder­lichkeit und Gleichheit!" Vergöttert von seinen Soldaten kehrte der Banus von St. Joan nach Agram zurück. Im Laufe dieser Woche wird der Angriff beginnen. Man schätzt die Gesammtmacht des Banus aus 80 — 90,000 Mann.

Berlin. Der preußische Staatsanzeiger vom 13. August enthält die Kabinetsordre an das Kriegsministerium, wonach auch im Militair die geheimen Conduitenlisten aufhören. — Dr. Mundt ist zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät zu Breslau bestellt worden.

Berlin, 13. Aug. Ein Berichterstatter des Nürnb. Corresp. sagt: im auswärtigen Amt seien Petersburger Depeschen angelangt, welche wesentliche Erleichterungen in den Handelsbeziehungen zu Rußland, besonders auch zum Königreich Polen in Aussicht stellten. — Der Entwurf einer Habeascorpusacte ist in der damit beauftragten Com­mission vollendet. Er umfaßt acht §§. und wird wohl in einer ver nächsten Reichslagssitzungen zur Berathung kom­men. Der Entwurf der Verfassungsurkunde hat nun eben­falls alle Abtheilungen passirt. Preußischen Blättern zu­folge sind die ersten beiden, besonders in Bezug auf die Posener Frage wichtigen §§. (1. alle Landestheile der Mo­narchie in ihrem gegenwärtigen Umfange bilden das preu­ßische Staatsgebiet; 2. die Gränzen dieses Staatsgebiets können nur durch ein Gesetz verändert werden) von allen Abtheilungen angenommen worden.

Dresden. In der Sitzung der 2. Kammer vom 15. Aug. interpellirte Abgeordneter Tschirner über den bekannten preußischen Plan der 7 Einheiten in Deutschland, worauf der Staatsminister v. d. Pforten die offizielle Mittheilung gab, daß ein Vorschlag in der von dem Interpellanten bezeichneten Angelegenheit von Seiten der preußischen Re­

gierung allerdings ausgegangen, nur mit dem Un­terschiede, daß der Zweck desselben nicht die Herstellung des alten Bundestages, sondern nur eine Vereinbarung über die Ausführung des Art. 14 des Gesetzes über die Centralgewalt gewesen sei. Nach der Absicht der preußi­schen Regierung habe dieses Kollegium der Regierungsbe- vollmächtigten keineswegs beschließen sollen, was die Cen­tralgewalt auszuführen habe, sondern sein Zweck würde gewesen sein, die Beschlüsse der Centralgewalt auszuführen. Es seien indessen vielfache Bedenken gegen dieses Pro­jekt rege geworden, und er könne die Versicherung ge­ben, daß jener Vorschlag gegenwärtig als vollkommen erledigt zu betrachten sei und auch von der preußischen Regierung so angesehen werde. Mit dieser Erklärung glaubte der Abg. Tzschirner auch seine Interpellation als erledigt betrachten zu können, und die Kammer ging, zur weitern Tagesordnung über.

Dresden, 18. August. In den nächsten Tagen wird der bisherige Regierungsrath Kohlschütter als Bevollmäch­tigter bei der Centralgewalt in Frankfurt eintreffen.

München, 13. August. Die von sämmtlichen Mini­stern in Folge der Vorfälle vom 5. d. M. eingereichte Entlassung ist von Sr. Majestät dem Könige nicht ange­nommen worden. Der König soll bei dieser Gelegenheit geäußert haben, daß er solche Gesuche nur dann annehmen würde, wenn die Majorität der Kammern sich gegen die Minister erklären würde.

Karlsruhe, 17. Aug. Das heut erschienene Regie­rungsblatt enthält die Verordnung, worin festgestellt wird, daß das strafgerichtliche Verfahren gegen diejenigen Theil­nehmer an den stattgefundenen hochverrätherischen Unter­nehmungen, die vor das Untersuchungsgericht zu Freiburg gewiesen sind und „welche vor Gericht oder in einer Ein­gabe an das Justizministerium ein gesetzliches Verhallen ver­sprechen und um Begnadigung bitten," eingestellt wird. Die Führer und Anstifter, die in den Aufstand verwickelten Be­amten, die intellektuellen Urheber, solche wo sich das politische mit gemeinen schweren Criminalverbrechen verbindet, oder die überhaupt unter die ant schwersten belasteten gehören sind ausgenommen.

Baden. Welcker ist zum Bevollmächtigten bei der Centralgewalt ernannt.

Hannover, 18. August. Im Ministerium spalten sich die Meinungen. Namentlich soll Henningsen Stü­vens Sonderpolitik immer entschiedener entgegentreten.

Hamburg, 17. August Ein heute veröffentliches Conclusum des Senats verordnet die Zusammenberufung einer aus allgemeinen Wahlen hervorgehenden Constituante.

Frankfurt, 17. August. Der Senat hat vorgestern die Revision unserer Verfassung, durch einen Ausschuß von 30 Personen, beschlossen.

Oldenburg, 18. August. Die Regierung hat unter dem gestrigen Datum die Einberufung des Landtags auf den 29. August veröffentlicht.

Dessau, 16. August. Unsere Landstände haben die Bestimmung der Verfassungs-Vorlage, „die Verleihung von Orden, sowie die Zuwendung von Gratisicationen an