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bloßen Vermittlungs-Anerbietung in Gemeinschaft mit England. Die vorherrschenden Motive dazu seien die Lage der Finanzen und wo möglich die Vermeidung eines allgemeinen europäischen Krieges. Inzwischen solle die Alpenarmee verstärkt und bis an die äußersten Grenzen vorgeschoben werden.
Großbritannien.
Der neulich von uns erwähnte Artikel des Moniteur vom 12. über die italienische Frage war als eine Erwiederung auf die kriegslustigen Asufälle des National gegen Deutschland nöthig befunden worden. Doch war er auch gegen den berühmten Artikel der Times vom 10. gerichtet, welche sich gegen alle Intervention erklärt. Sie erinnert den edlen Lord Palmerston an die Konsequenz seines Benehmen's in der Schweizer - Angelegenheit. Damals habe er gezögert, bis die Vermittlung überflüssig geworden und gar kein Feind mehr vorhanden gewesen sei. Wie damals in der Schweiz, so verhalte es sich jetzt in Italien. Hätte das englische Cabinet zu jener Zeit intervenirt, wo noch zwei streitende Mächte vorhanden waren, so wäre das ohne Zweifel sehr menschenfreundlich gewesen. Jetzt habe eine Einmischung keinen Sinn mehr. Ganz ungerechtfertigt werde es aber sein, wenn die englische Regierung Neapel mit Krieg überziehen wolle zum Schutze einer abgefallenen Provinz. England sei im Rechte gewesen, als es Sicilien in der Erlangung einer humanen und tractatmäßigen Verfassung unterstützt habe. Wolle es jetzt auch dem kriegführenden Sicilien gegen Neapel Hülfe leisten, lediglich um für seine Politik Propaganda zu machen, dann dürfe es stch auch nicht wundern, wenn die Franzosen ihrerseits dann in Ober-Italien oder gar in Irland dasselbe thäten.
London, 12. August. Von welchen Gesinnungen die englische Tagespreise gegen Deutschland beseelt ist, davon mögen Ihnen folgende Mittheilungen aus englischen Blättern ein Pröbchen abgeben. Das Morning - Chronicle berichtet, Bunsen habe die angetragene Stelle eines Ministers der auswärtigen Angelegenheiten in Frankfurt entschieden abgelehnt. Auch dem Herrn von Usedom sei ein Portefeuille zu Frankfurt angeboten worden. Auch er habe es abgelehnt. Kein preußischer Diplomat von irgend einigem Verdienst oder Rang werde eine Stellung an einem Orte annehmen, wo er gezwungen sei, die Interessen seines Landes denen einer Macht zu opfern, deren Zukunft fraglich sei, oder deren Dasein allein auf Zerstörung aller vorhandenen Nationalitäten gegründet werden könnte. Eilfertig bemächtigt sie sich der unbedeutendsten Vorkommnisse, um den im Wesentlichen überwundenen Egoismus der 38 Nationalitäten und Nationalitätchen in das gehässigste Licht zu setzen. Das Morning Chronicle sieht mit Schrecken der Zeit entgegen, wo der deutsche Gesammtkörper durch einen Gesandten vertreten werden soll. „Wir fühlen uns ganz wie daheim, wenn wir mit unseren alten Freunden (Oesterreich, Preußen k ) unterhandelten, von denen wir jetzt, wie uns die Centralisten sagen, für immer Abschied nehmen sollen." So geht es dann zu einer boshaften Verkleinerung der Nationalversammlung weiter. Sie werde nur von unstäten Impulsen bewegt und schließe nur wenige
Männer von Ansehen in ihrer Mitte rc. Die Times verdächtigt unsere innere Politik, die sie gar nichts angeht und die sie nicht versteht, auf die unedelste Art: „von Deutschland kann jetzt das Wort gelten: Oesterreich regiert und Preußen verwaltet, der König von Baiern findet Gelegenheit, den dritten Orten zu sprechen und die hin und wieder gehenden Kuriere zwischen München und Innsbruck haben über etwas ganz Anderes zu berichten, als über den Gesundheitszustand des Kaisers von Oesterreich." Man darf wohl nicht mit Unrecht annehmen, daß dergleichen Insinuationen dazu beitragen, den eigensinnigen und ungesetzlichen Partikularismus einiger deutschen Staaten nur noch neue Nahrung zu bieten.
Frankreich.
Paris. Die A. A. theilt die Verhandlungen mit, welche zwischen dem englischen und französischen Kabinette rücksichtlich der italienischen Frage stattgefunden haben. Die vorläufigen Friedensvorschläge belangend, wäre Frankreich geneigt gewesen, wenigstens versuchsweise auf gänzliche Räumung Italiens zu bestehen gegen entsprechende Geldentschädigung für das abzutretende lombardo- Venetianische Gebiet, worauf von Lord Palmerston erklärt worden sei: nach den jüngsten vertraulichen Mittheilungen des österreichischen Gesandten ad hoc Freiherrn von Humelauer hege er die Ueberzeugung, daß Oesterreich für keinen Preis auf seine italienischen Provinzen werde verzichten wollen, um so mehr, da es, wenn es sich um den Besitz der Etsch, dieser strategisch als Schutzmauer Südveutschlands zu betrachtenden Linie, handle, auf Unterstützung des deutschen Parlaments zu Frankfurt rechnen dürfe. Dennoch wäre Lord Palmerston der Ansicht, vaß es am ratsamsten sei, als Grundlage der Verhandlungen keine anderen, als die vor 8 Wochen von Oesterreich ausgegangenen Vorschläge wieder aufzunehmen. Oesterreich behielte das Venetianische bis an das linke Etschufer unter Anerkennung der unabhängigen Lombardei und Uebertragung auf diese eines Theils der Staatsschuld. Wenn Frankreich hiermit einverstanden, hieß es in der Antwort, übernehme das englische Cabinet, Oesterreich zur Annahme dieser Vermittelung zu bewegen.
[85] Den verehelichen Mitgliedern des Bürgervereins die ergebenste Anzeige, daß am nächsten Dienstag, den 22. d. M., eine größere Zusammenkunft des Vereins, wegen der bekannten anderweiten Benutzung des Oestreichschen Saales in den ersten Tagen der ersten Meßwoche, nicht Statt finden wird.
Donnerstag den 24. d. M. steht jedoch der Saal wiederum zur Verfügung des Vereins, und es wird an diesem Tage Hr. StaatS- schatz-Sekretar Koch einen Vortrag über die Einrichtung von Gewerbs-Vorschußkassen, und Hr. Buchdrucker Hotop über die Errichtung einer Volksvertrauensbank, sowie über Ergreifung weiterer Maßregeln zur Förderung der Gewerbe halten.
Kassel, den 18. August 1848.
Namens des Vorstandes:
Meye r. W e i b e z a h n.
Waizen Roggen Gerste Hafer
Fruchtpreise.
Kassel. 15. bis 19. August einschließlich: d. Vrtl. von 5 thl. — sgr. — hlr. bis 5 thl. 23 sgr. — hlr. „ „ „ 3 ,, „ ■ „ „ 3 „ 15 „ „ „ „ „2 „ 15 ,, „ „ * „ 24 „ -
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Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker.— Redaktion: Fr. Oetker und A. Pfaff. — Druck und Verlag von Th. Fischer in Cassel.