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Frankfurt, 16. August. Das Bataillon des dritten kurhessischen Linieninfanterie-Regiments, welches 8 Tage lang unser nach Schleswig-Holstein abgegangenes Linienbataillon im Garnisonsdienst ersetzte, hat uns heute Morgen um 5 Uhr verlassen. Es wurde auf der Eisenbahn nach Ra­statt befördert. Bald wird ein Bataillon eines kurhes­sischen Garderegiments hier einrücken uiib im Garnisons­dienst bleiben.

-v-Franksurt, 16. August. Heute Mittag 4 Uhr rückte das Ite Bataillon Garde hier ein, nachdem die bisherige Besatzung uns heute Morgen 5 Uhr verlassen hatte. Das gute Aussehen der kräftigen und wohlgebildeten Leute er­weckte bei dem beim Einmarsch anwesenden Publikum all­gemeines Wohlgefallen. Das erste Bataillon des Leibre- giments liegt heute in Bergen und wird, wenn dasselbe nicht die Eisenbahn von Offenbach aus benutzen wird, Mor­gen unsere Stadt Jassiren, um sich nach Baden zu begeben.

Die Mitglieder des Reichstages, welche nach Köln ge­reist sind, werden heute Abend wieder zurück erwartet. Der Gewerbekongreß hat am Montag Abend seine letzte Sitzung gehalten und ist mit dem Bewußtsein, gesprochen zu haben, in die Hcimath zurückgekehrt.

Wien, 13. August. Gestern ist der Kaiser nach Wien zurückgekehrt. Zu seinem Empfang waren mehrere Triumph­bogen und Pyramiden in Nußdorf, Obcrörtl, Unterörtl, in der Vorstadt Thury aufgeführt. In Nußdorf wurde er von den Ministern, der Generalität und vom Prälaten von Klosterneuburg empfangen. Die lange Strecke, welche der Zug zurück zu legen hatte, machte es einer großen Zahl von Menschen möglich, der Feierlichkeit beizuwohnen. Die beispiellose Verödung aller Straßen Wien's bewies, daß dann auch die ganze Bevölkerung in den Straßen und Plätzen, durch welche der Zug kam, zusammengedrängt war. Nachdem die Majestät nm Riesenthore des St. Stephans­doms von den Ministern und der gesammten Generalität, von einigen Abtheilungen der Deutschen, ungarischen und loinbardisch-venetianischen Garde empfangen worden war, celebrirte der Weihbischof das Tedeum im St. Stephans­dom. In Schönbrunn wurde hierauf der Kaiser von den Abtheilungen der Ausschüsse und einer großen Anzahl der Nationalgarden-Chefs im großen Saale und von den Mit­gliedern des Reichstages im inneren Saale deS Palastes empfangen. Der Präsident begrüßte den Kaiser in einer passenden Rede, welche mit den Worten endete:

Oesterreich, freue dich! Oesterreich, fasse Hoffnung! Dein gütiger, konstitutioneller Kaiser ist mit dir und für dich! Heil und Segen Ferdinand dem Gütigen, dem ersten Kaiser freier österreichischer Völker!"

Heil und Segen seiner treuen edlen Gefährtin, Maria Anna!"Heil dem konstitutionellen kaiserlichen Hause Oesterreich !"

Am Landungsplatz in Nußdorf hatten sich blumenstreu­ende Mädchen mit Oelzweigen und am Beginne jedes Vor­stadtgrundes die Schuljugend in Reihen aufgestellt. Der kaiserliche Zug wurde von Nußdorf bis Schönbrunn vom herzlichsten Jubelruf des Volks begleitet. Der große Tri­

umphbogen am Landungsplatz war mit der Deutschen und der österreichischen Fahne geschmückt.

Das Ministerium des öffentlichen Unterrichts hat zur Beschickung des in Jena abzuhaltenden Gelehrtenkon­gresses zur Hebung der Deutschen Hockschulen, die Absen- dung von Abgeordneten aller 4 Fakultäten der Wiener- Hochschule durch Wahlen angeordnet.

Wien. Am 10. August soll vom Ministerium der Be­fehl an Weiden ergangen sein, Modena unverzüglich zu räumen.

10. August. Der letzte Nachweis über den Stand der österreichschen Nationalbank vom 31 Julius d. J. stellt das Münzverhältniß zu dem Bankiiotenumlauf bereits etwas weniger ungünstig heraus, als am Ende des Monat Junius. Das Verhältniß des Münzsatzes zum Bankiiotenumlauf war damals wie 1 zu 9 und hat sich jetzt etwa 1 zu 7 gestaltet. Der Münzbetrag des Monats Julius übersteigt den vom Juni um Mehr als 6 Millionen. Bei alle dem leistet jedoch die Bank bei den jetzt herrschenden drückenden Ver- Hältnissen dem Handel und Jndustriestande die möglichste Creditunterstützung und hat außer der bereits vor 4 Mo­naten eröffneten Aushülfseasse für Wien von zwei und später 4 Millionen in der neuesten Zeit dem Handel und der Industrie in den verschiedenen einzelnen österreichschen Provinzen einen Credit von 14,239,600 Fl. bewilligt.

Wien. Mehre vom Podesta der Stadt Mailand un­mittelbar nach der Kapitulation an den Feldmarschall über­sendete, von den öffentlichen Blättern jetzt mitgetbeilte Schreiben fordern ihn dringend auf, die Stadt zu besetzen, um der dort herrschenden Anarchie Einhalt zu thun. Im letzten Schreiben besorgte der Podesta der Pckel möchte sich der öffentlichen Kassen durch Plünderung bemächtigen. Das der Kapitulationsaete vom 6. August beigefügte Schrei­ben des sardinischen Generals macht den Generallieutenant v. Heß auf den Zustand dieser Stadt und die letzten Vor­fälle in derselben aufmerksam. Der König von Sardinien erwarte, daß man das Geschehne vergesse, damit die Ein­wohner Mailands und ihr Eigenthum unangetastet bleiben.

Preuße n. Der König von Preußen ist auf seinem Kölner Dombau-Zuge in Magdeburg glänzend empfangen worden. Elberfeld, Düsseldorf und Münster bereiten ihm gleiche Ehre.

Berlin, 14. August. Nachdem die am 6. August auf den Kreuzberg aufgesteckte deutsche Fahne am 7. ver­schwunden und in Folge des betreffenden Verbots alle deut­schen sowohl wie preußischen Fahnen aller Onen entfernt waren, versuchten am 12 August eine Anzahl Kanalar­beiter einen Theil des Denkmals der Feier vom 6 auf dem Kreuzberg mit Deutschen Farben anzu streichen. Sie wurden an ihrem Vorhaben durch bewaffnete Macht verhindert. Mit dem 1. des kommenden Monats hört der erimirte Gerichtsstand in Criminal-, fiskalischen und Injunen- sachen ganz auf. Das deshalb erschienene Gesetz ist nur ein Vorläufer zur baldigsten Einführung der Ge^chwornen- gerichte. Auf Grund des §.182 der allgemeinen Gewerbe­ordnung, welcher besagt, daß,Gehülfen, Gesellen oder Fa­brikarbeiter, welche die Gewerbtreibenden zu gewissen Hand-