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ihres Erfolges sicher sein durften. Deßhalb haben wir denn auch die Adressen und Aufrufe gegen Deutschland meist von Rittergutsbesitzungen und ^var hauptsächlich von Pommer- schen Ritteigutsbesitzungen oder von Städten wie Potsdam und Spandau ausgehen sehen.

Doch auch von Berlin, Stettin, Danzig, Königsberg sind ähnliche Kundgebungen erfolgt. Mit diesen hat es eine besondere Bewandtniß. Sie sind nicht vom Aberglau­ben, aber von der Angst dictirt worden, lind ^mar von der Angst vor dem theils erst befürchteten, theils wirk­lich eingetretenen materiellen Nachtheil. Die Ostseestädte haben durch den Krieg in Schleswig-Holstein schwere Nach­theile erlitten und weil dieser Krieg mit der Stiftung des Bundesstaates der Zeit nach zusammengcfallen ist, so hat sich der Unmuts einiger Beschädigten — und zwar einer sehr geringen Zahl — gegen das gleichzeitige Ereigniß ge­richtet. — Hierbei wird nur übersehen, daß der Krieg in Schleswig - Holstein ebenso gut im Staarenbund als im neuen Bundesstaat von Preußen übernommen werden mußte und daß an dem erlittenen Schaden der Bundesstaat als solcher durchaus schuldlos ist. Eswirdübersehen,daßgeradcder Bundesstaat schon wegen des näheren und innigeren Ver­hältnisses zu seinen Gliedern ein größeres Interesse an der Schadloshaltung und dem Schutze einzelner Provinzen nehmen wird, als der aufgelöste Staateubund gethan ha­ben würde.

In Berlin hat sich einige Mißstimmung unter denjeni­gen erzeugt, welche an der Deutschen Einheit etwas zu profitiren gedachten. Sie rechneten vielleicht auf einen größeren Hofstaat. Statt dessen werden die fremden Gesandt­schaften von dort zurückgezogen und somit hat sich der gehoffte Profit in einen Ausfall an der Einnahme verwandelt. In Haupt- und Residenzstädten ist man gewohnt, von den großen Herren zu leben und es erzeugt sich in dieser Stellung so ein gewisser gemeiner Egoismus, dessen der gesunde Kern der Staatsbürger, welche von einer tüchtigen industriellen oder ackerbauenden Beschäftigung leben, niemals fähig sein würde. Die Mißstimmung gegen die Deutsche Einheit, sobald diese ernstlich vollzogen würde, haben wir von der Berliner Bevölkerung nur erwartet. Wir wundern uns jetzt über ihre geringe Ausdehnung. Kann es ein schla­genderes Zeugniß geben für die Deutsche Einheit, als daß die Berliner Stadtverordneten und die Berliner Bür­gerwehr, gerade diejenigen, welche an der Deutschen Ein­heit Schaden nehmen, am entschiedensten für dieselben de- monstrirt haben? (Fortsetzung Morgen.)

Politische Nachrichten.

Deutschland.

Wien, 9. August. An der Tagesordnung war in der heutigen Reichstagstagssitzung die Prüfung der Wahlacte und die Fortsetzung der Debatte über Kudlich's Antrag hinsichtlich der Robotfrage. Bei der Prüfung einer Wahl- acte aus Galizien ergab es sich, daß viele Bauern sich an der Wahl nicht betheiligt hatten, mit dem Vergeben, der Kaiser habe ihnen die Robot geschenkt, und das Weitere kümmere sie nicht.

Wien, 10. August. Die Partei des Grafen Stadion hat ihr Programm ausgegeben. Die wesentlichsten Punkte desselben sind: 1) Nothwendigkeit eines volksthümlichen Zweikammersystems; 2) Anschluß an Deutschland unter Bedingungen, welche der Monarchie nicht schädlich, sondern Vortheil verheißend seien. Es muß bemerkt werden, daß diese aus verschiedenen Elementen, hauptsächlich aber aus einer festgeschlossenen Schaar galizischer Bauern bestehende Partei, derzeit im schroffen Gegensatze zu dem jetzigen Mi­nisterium steht.

W i e n. Zuverlässigen Nachrichten zufolge ist Radetzky angewiesen, das Piemontesische Gebiet vorerst nicht zu be­treten.

Der österreichische Reichstag will am 12. d. M. in Schönbrunn den Kaiser in corpore, den Präsidenten an der Spitze, empfangen. Die große Masse war über die Rückkehr der kaiserlichen Familie sehr erfreut. Mehrere Frauen ersuchten durch Anschlagzettel andere Frauen, ja mit Blumensträußen in den Händen zu erscheinen.

Wien, 1 1. August. Der Sicherheitsausschuß hat zur Begrüßung der kaiserlich königlichen Familie in Stein eine Deputation ernannt, in deren Mitte sich eilf Garden und neun Studenten befinden. Sämmtliche Deputationen wer­den sich in Stein, einem längst Krems befindlichen Lan­dungsorte, einfinden. — Der ungarische Kriegsminister, Meszaros, har sich auf den Kriegsschauplatz begeben, von wo er jedoch in wenigen Tagen zurückkehren wird. Nyary, der Führer der ungarischen Reichstagsopposition, hat den Vorschlag gemacht, eine ganz neue Verfassung auf der Basis der vollkommenen Rechtsgleichheit auszuarbcnen. Al­lein die Majorität der Kammern wird ihn schwerlich unter­stützen, sowie auch das neueste ungarische Gesetz bezüglich der Elementarschulen von der Partei der Freisinnigen bitter kritisirt wird.

Wien, 12. August. Der feierliche Einzug des Kaisers ist auf heute Nachmittag 5 Uhr angesetzt. Die ganze Na­tionalgarde Wiens und der Umgegend, welche man auf 70,000 Mann berechnet, bildet von Nußdorf an, wo der Kaiser landet, bis Schönbrunn Spalier. In Nußdorf wird der Kaiser von der Generalität und den Civilbehörden em­pfangen. Von dort begibt sich der feierliche Zug nach der St. Stephanskirche, wo ein Tedeum gesungen wird, und dann durch die Hofburg nach Schönbrunn. Die ganze Be­völkerung Wiens ist auf den Beinen und in der freudig­sten Aufregung. —Aus Italien nichts Neues. (Die „Schles. Ztg." will wissen, es seien in Wien am 11. Privaibriefe kingegangen, welche melden, daß Venedig seine Thore ge­öffnet habe und von der Division Stürmer besetzt worden Jet)

Innsbruck, 10. August. Auch die Stadt Bologna soll nach der Angabe des Tiroler Boten ihre Unterwerfung dem FeldmarschaU - Lieutenant Baron Weiden durch eine Deputation angezeigt haben. Baron Weiden hatte Ferrara genommen, jedoch die päpstliche Besatzung in dieser Stadt belassen. (Überhaupt richteten sich seine Unternehmungen nicht gegen den Papst und dessen Staaten, sondern gegen die das Land beunruhigenden Crociati.

Triest, 7. August. Auf dem Castell weht neben der