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lach und Consorten haben sich zur Herausgabe einer „Neuen preußischen Zeitung" vereinigt. Die Probenummer erschien bereits am 29. Juni.
Berlin. Hr. Kaiser, Obrist der Schutzmannscbaft, hat unter dem 4. eine Erklärung rücksichtlich der gegen die Schutz-Mannschaft erhobenen Beschwerden erlassen. Es sei unmöglich gewesen, die Conftabler, meist Bürger und Handwerker, in kurzer Zeit zu gewandten rind umsichtigen Beamten auszubilden. An Instructionen habe es nicht gefehlt, aber wenn sie von der Menge Tag und Nacht auf dm Beinen erhalten und dann noch verspottet, verschimpst und bedroht würden, — dann sei es nicht zu verwundern, wenn sie die Ruhe und Selbstverleugnung, sowie die Ermahnring gen ihrer Führer zuweilen vergessen hätten. Man müsse in dieser Beziehung alle Verständigen um Nachsicht bitten. Uebelberüchtigte Subjecte werden übrigens nach der Versicherung des Hrn. Kaiser nicht unter der Schutzmannschaft geduldet und ebenso weist er den Vorwurf, daß sie zum Spioniren ungehalten würden, mit Entrüstung zurück.
Köln, 12. August. Heute ist der 2. Transport der nach Schleswig-Holstein bestimmten Truppen hier eingetroffen und von der hiesigen Garnison herzlich begrüßt worden. Es war ein Bataillon Nassauer nebst Artillerie und Train.
In Köln erwartet man heute, den 13., die Ankunft des Erzherzog-Nkichsverweserö, des Reichsministeriums und einer großen Zahl Abgeordneten zur verfassungsgebenden deutschen Nationalversammlung. Es sind zum würdigen Empfange dieser Gäste (in denen die Hoffnungen Deutschlands beruhen und welche die Blicke aller civilisirten Völker auf sich vereinigen) große Vorbereitungen getroffen worden. In ähnlicher Weise werden auch Mainz, Bingen, Koblenz, Neuwied, Bonn und alle übrigen Städte und Orte längs des Rheins, zwischen Mainz und Köln, diese Reisenden begrüßen. — Der König von Preußen ist in Kob lenz am 12. d. M. eingetroffen, um den Reichsverweser zu empfangen und ihn nach Köln zu begleiten.
Vonn. Die Versammlung der Urwähler zu Vonn hat ihrem Abgeordneten für Berlin, Prof. Bauerband, nachdem er bei seiner Anwesenheit in Bonn zugesagt hatte, vor den versammelten Urwählern mit einem Rechenschaftsberichte zu erscheinen, dann aber wenige Stunden vor der bereits an- beraumten Versammlung „auf den Wunsch eines Freundes" eiligst nach Paris abreis'te, ihr ausgesprochenstes Mißtrauen zu erkennen gegeben. Prof. Bauerband hat in Berlin mit der Rechten gestimmt, ist Mitglied eines specifisch-katholischen Klubbs gegen Trennung der Scdule und Kirche und hatte nicht gezögert, während seines Aufenthalts in Bonn dem „konstitutionellen Klubb," sowie dem „geselligen Hospi- tal-Vcrein" von verschiedenen Vorträgen diejenige Rechenschaft über sein Wirken zu erstatten, welcher er sich vor den Urwählern so schnöde entzog.
Der deutsche Verein in Frankfurt a. M. hat an die deutschen Brüder in Preußen einen „Zuruf", an der Sache und Einheit Deutschlands festzuhalten, beschlossen.
Breslau, 9. August. Die Herren Noak, Grün, Nau- werk u.A. haben einen „Gelehrten"-Kongreß auf den 27. August ausgeschrieben, der die Errichtung einer neuen Uni
versität ganz im Sinne der Zeit zu beschließen und ins Werk zu setzen suchen soll.
Schleswig-Holsteinische Angelegenheiten.
Rendsburg, 10. August. Die von der preußischen Regierung versprochenen 115 jungen Leute aus der Militärschule sind endlich hier eingetroffen. Dieselben haben einen dreimonatlichen Urlaub und werden, sobald ihre Instruktionen hierselbst beendet sein werden (bekanntlich sollen dieselben die neu zu errichtenden Bataillone einererciren) nach Berlin zurückkehren.
Nachrichten aus Frankfurt zufolge soll die an Preußen ertheilte Vollmacht zum Abschluß des Waffenstillstandes mit Dänemark die Bedingung enthalten, daß die Herzogthümer von den Deutschen Truppen unter Wrangels Kommando besetzt bleiben. Da Herr v. Pourtales sich in Spaa befindet, so wird wahrscheinlich Herr v. Usedom mit den Unterhandlungen, welche Preußen jedenfalls übernimmt, beauftragt werden.
Dresden 7. August. Eine Versammlung von 890 Lehrern hat in diesen Tagen gegen eine Minorität von 26 Stimmen sich für Trennung der Schule von der Kirche erklärt. Der Staat soll künftig die Schulen beaufsichtigen, die Lehrer besolden und die Armen- und Fabrikschulen, insofern sie Pflanzstätten künftiger Proletarier abgeben, aufheben. Die Vormundschaft der Kirche könne die Schule recht wohl entbehren, ohne der Segnungen des Christenthums verlustig zu werden.
8 Leipzig. Die in der Deutschen Allgemeinen Zeitung mitge theilte Rede, welche Ruge in einer Leipziger Volksversammlung gehalten, hat uns überrascht und erfreut. Der geistvolle, mit so großen Verdiensten um die Deutsche Wissenschaft geschmückte Mann scheint nach dieser Rede von seinen Frankfurter Verirrungen zurückgekomnien zu sein. In dieser Rede wenigstens herrscht die Besonnenheit, die Einsicht und der Anstand, welche die stenographirten Protokolle der Frankfurter Versammlung in den Rugeschen Witzen und Tiraden so ganz vermissen lasten. Seine Abstimmung über die Centralgewalt „ich wähle keinen Untier» antwortlichen," desavouirte der Redner, offenbar durch die Erklärung, daß er die Centralgewalt lieber in der Hand eines auf bestimmte Zeit gewählten, aber während derselben unabsetzbaren Privatmannes, und zwar am liebsten des Präsidenten Hrn. v. Gagern (des „Reactionairs!") neben einem verantwortlichen Ministerium gesehen hätte, als in der Hand eines Fürsten. Die Verschmähung eines Fürsten an der Spitze Deutschlands begründete Ruge sodann nicht durch Schimpfredeu — wie wir es sonst wohl gewohnt sind — sondern durch den sehr triftigen Grund, welchen leider auch die Erfahrung nicht überall widerlegt hat: Die Wahl eines Fürsten werde nothwendig die Rivalität der übrigen Fürsten und Volksstämme hervorrufen. Das ist doch wenigstens ein Grund, über welchen sich reden und wogegen sich der noch triftigere geltend machen läßt, daß bei gänzlicher Mißachtung der Fürsten wir nicht einen oder einige, sondern alle zu Gegnern gehabt hätten. Während er dies — fuhr Ruge fort — für die Herrschaft über den Gesammtstaat als das Zweckmäßigste erachte, müsse