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sprechen, wird der Antrag des Ausschusses angenommen. Außer einigen Mittheilungen an die Ausschüsse theilt der Präsident noch die Namen derer mit, welche vom Bureau zu der nach Cöln bestimmten Deputation gewählt sind. Außer 8 Mitgliedern des Bureau sind es folgende 17: ©fror er, Breusing (Hannover), Löwe von Calbe, Kirchgeßner, Schilling, Phillips, Wurm, Lich- nowsky, Reichensperger, Stedmann, Francke (Schleswig), Schwerin, Venedey, Cetto, v. An- drian, Jordan von Berlin, Beseler. Die Deputation, an welche sich noch 200 Mitglieder der Nationalversammlung freiwillig anschließen werden, wird morgen früh 727 Uhr nach Mainz und von da mit einem ihr zu Gebote gestellten Dampfschiffe nach Cöln fahren. Die Sitzungen der Nationalversammlung sind bis zum Donnerstage ausgesetzt, wo mit Berathung der Grundrechte wird fortgefahren werden.
Wien, 7. August. In der heute beim Reichstage behandelten Frage der Klostergüter wurde beschlossen, die Klostergüter vom Staate inventiren zu lasten, um dadurch dem Verkaufe derselben durch die Klostergeistlichkeit vorzubeugen. Das Stift Mölk wurde beschuldigt, schon um 80,000 fl. Klostereigenthum verpfändet zu haben.
Wien. Der Staatsminister Montecucculi übernimmt vom 1. August an die Civilverwaltung der Lombardei mit dem Wohnsitz in Verona. Die „Wiener Zeitung" enthält die betreffende Bekanntmachung.
Berlin, 10. August. Der König wird in Begleitung des Ministerpräsidenten Camphausen und des Hrn. Bunsen Köln zum Dombausest besuchen. Auch haben viele preußische Deputirten die Absicht, dort mit den Franksurter Par- laments-Deputirten zusammen zu treffen. Die Eisenbahn ist den preußischen Deputirten zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellt worden.
Breslau, 8. August. Dem Deputirten Arnold Ruge ist gestern von einer großen Zahl seiner Committenten durch mehre öffentliche Demonstrationen deren Beifall ausgedrückt worden. — Eine gestern abgehaltene allgemeine Studentenversammlung petitionirt um Anstellung Rugers und Feuerbachs zu Docenten der Philosophie, Dr. Pinoff's für den neu zu beschaffenden Lehrstuhl des Sozialismus.
Koblenz. Der hiesige politische Verein hat beschlossen, die National - Versammlung in Frankfurt zur kräftigsten Ausführung der Anordnungen der Reichsgewalt, na- menllich zur Huldigung aufzufordern, eine ähnliche Aufforderung aber an die Berliner Volksvertreter zu richten, welche zugleich gebeten werden, den Kriegsminister v. Schreckenstein wegen Ungehorsams gegen die Deutsche Reichsgewalt zur Rechenschaft zu ziehen.
Königsberg. Auch hier ist die Huldigungsfeier von vielen Bewohnern der Stadt festlich begangen worden. Ein imposanter Zug mit zahlreichen deutschen Fahnen bewegte sich am 6. durch die menschcngefüUten Straßen unter den Klängen des deutschen Vaterlandsliedes, zum nahegelegenen Lustort Weiden und gab dort in einem allgemeinen Volksfeste durch Reden, Gesänge rc. die Sympathie der gebildeten Preußen mit Deutschland und ihre Verehrung gegen den Reichs- verweser zu erkennen.
Posen. Das Generalcommando hat jetzt, „nachdem
sich im Großherzogthum Posen nichts zugetragen, was eine neue Störung der gesetzlichen Ordnung besorgen läßt," die Landwehr-Bataillons in ihre Heimath entlassen.
Schleswig-Holsteinische Angelegenheiten.
Die Augsburger Allgemeine will nach einem Schreiben aus Frankfurt vom 8. wissen, die Centralgewalt habe der preußischen Regierung Vollmacht zum Abschluß des Waffenstillstandes ertheilt, womit die Ermächtigung verbunden sei, auf Verhandlungen des definitiven Friedens einzugehen. Das Schreiben bemerkt, man dürfe annehmen, daß der Frieden in einigen Tagen erfolgen werde. Hiernach scheint es, daß die neusten Bewegungen Deutschlands Dänemark friedlicher gestimmt haben. Uebrigenö soll die verzweifelte Lage der preußischen Ostseeprovinzen einen wesentlichen Einfluß auf diese Wendung der Dinge geäußert haben.
Hannover, 12. August. Am heutigen Tage ist folgende Generalordre an die Armee erlassen worden: „Da die Truppen in der Mehrzahl der Deutschen Staaten die Deutschen Farben als ein gemeinschaftliches Erkennungszeichen angelegt haben, so haben Se. Majestät der König zu befehlen geruht, daß dieß von Allerhöchstdero Truppen gleichfalls geschehen solle. Das Erkennungszeichen wird theils in Bändern an die Fahnen geheftet, theils von einzelnen Leuten in einer noch näher zu bestimmenden Art und Weise getragen. Se. Majestät befehlen, daß dies vorläufig der Armee bekannt gemacht werde, und es sollen die einzelnen Truppenabtheilungen weitere Befehle darüber erhalten, wie ans einer abzuhaltendenParade dieBänder an die Fahnen befestigt werden sollen. Für den Generaladjutanten: F. Jacobi, Oberst."
Neichenhall, Io- August. König Ludwig fuhr gestern von Berchlsgaden nach Salzburg zur Begrüßung des Kaisers Ferdinand. König Mar war bereits um 8 Uhr gestern Abends von da wieder zurück. In einem dcm Kaiser unmittelbar folgenden Wagen befand sich gestern auch ein junger Mann mit versprechendem Aeußern in hellblauer Husarenuniform. Später erst erfuhr man daß es der vor einigen Tagen großjährig gewordene künftige Thronfolger war.
Aus Baiern, im August, schreibt man dem Nürnb. Courier: „Die preußische Regierung hat an sämmtliche deutsche Höfe einen Vorschlag ergehen lassen zu einer Vereinbarung wegen Ausführung des Beschlusses der deutschen Nationalversammlung vom 28. Juni 1848 in Betreff der am Sitze der provisorischen Centralgewalt für Deutschland von den Landesregierungen zu bestellenden Bevollmächtigten. In dem Kollegium dieser Bevollmächtigten sollen diesem Gutachten zufolge als Einheiten vertreten werden: ^Oesterreich, 2) Preußen, 3) Baiern, 4) Königreich Sachsen mit Sachsen-Weimar, sowie mit den herzoglich sächsischen, fürstl. schwarzburgischen und fürstl. reußischen Landen, 5) Würtem- berg und Baden mit den fürstl. hohenzollernschen Landen, 6) Hannover mit Oldenburg, Mecklenburg, Braunschweig, Holstein und Lauenburg, Schaumburg-Lippe und den freien Hansestädten, 7) die beiven hessischen Hauptstaaten mit Hessen-Homburg , Nassau und Frankfurt. Die Vertreter der sieben Einheiten sollen einen Rath bilden, welcher über die