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und nur nach besonderem Uebereinkommen in Akkord arbeiten; 12) daß der Lohn durch Fest- und Sonntage nicht verkürzt werde; 13) daß eine gegenseitige Kündigungszeit von 8 Tagen festgestellt werde; 14) daß die Meister nicht mehr als 2 Gesellen zugleich halten dürfen; 15) daß Arbeiten, welche dem Gesellen zukommen, nicht durch Tagelöhner verrichtet werden. II. Die Zimm er gesellen beantragen: 16) Abschaffung des von ihnen gezahlten Meistergroschens für Gerätschaften ; 17) das Recht, kleine Arbeiten selbst zu übernehmen und auszuführen; 18) Aufhebung der Akkordarbeiten, der Submissionen und Licitationen; 19) Be- stimmung des Arbeiterlohns je nach den Localbedürfniffen unter Berücksichtigung der Winterszeit; 20) zweckmäßige Beschäftigung aller für schwere Arbeit untauglichen Gesellen; 21) Bevorzugung des Stadtgesellen vor dem Landgesellen bei Mangel der Arbeit in den Städten. III. Die Bött- gergesellen verlangen 22) Unbeschränktes Wanderrecht ohne Rücksicht auf das Lebensjahr des Wandernden; 23) humanere Behandlung von Seiten der Behörden; 24) Aufhebung der Religionsunterschiede; 25) freie Wahl ihrer Arbeitgeber; 26) Einführung von Arbeits- und Zeugnißbüchern; 27) Einführung von Paß- oder Reisekarten; 28) Einführung der Anrede Sie, statt Du von Seiten der Meister; 29) specielle Gesellenstatuten und der Gewerbeordnung.— Die Nordhauser Gesellen haben den Antrag gestellt: daß das Fechten aufgehoben werde, durch Errichtung einer Kasse, zu welcher alle Zahlungsfähigen beisteuern sollen. — Diè— Commission befürwortete die meisten dieser Anträge, welche dem 2tcn Ausschuß überwiesen wurden.
Daß die Deutsche Centralgewalt keineswegs, wie man in Preußen meint, eine bloße „Abstraktion" sei, scheint denn doch auch das Ausland zu fühlen. Ausserordentliche Gesandtschaften aus Siebenbürgen und Mailand, die Ankunft eines bedeutenden cugl. Staatsmannes (Lords Cowley) welcher die Friedensunterhandlungen mit Dänemark leiten soll und sich schon mit Familie für die Dauer eingerichtet hat, endlich die Ankunft eines russischen Gesandten, welcher in osficikller Eigenschaft bei der Centralgewalt auftretcn soll, kann uns hierüber am Besten unterrichten. Wien, 3. August. Die Deutsche Partei in der Reichs- Versammlung hat beschlossen, sich zu sammeln und in einem Clubb zu organisiren, welcher schon am 4. in's Leben treten sollte. Um aber der slavischen Partei mit Erfolg die Spitze bieten zu können, wollte man — behauptet der Korrespondent — vor Allem dahin wirken, daß das Verhältniß Galiziens zu Oesterreich ein föderatives werde, und die polnischen Deputirten zum Austritt aus dem Reichstag bewogen werden. — Die Bedingungen des Vergleichs zwischen Ungarn und Croatien sollen folgende sein: Unabhängige Verwaltung der ganzen Militärgrenze unter Jel- lachich, Modifikationen des ungarischen Kriegs- und Finanz- Ministeriums zu Gunsten Croatiens; Jellachich geht nach Agram, um dort der General-Congregation darüber Bericht zu erstatten, ebenso Bathyany nach Pesth, um die Angelegenheiten der ungarischen Reichsversammlung vorzulegen.
(Hamb. Corres ) Großes Aufsehen macht eine Deputation von 300 Ungarn, alle mit Deutschen Bändern und
Cocarden bekleidet, die heute mit dem Dampfschiff hier angekommen ist. Die Reichsversammlung in Ungarn hat feierlichst erklärt, im Namen des ungarischen Volkes, wenn die Wiener-Oesterreichische Regierung mit der Frankfurter- Deutschen Centralgewalt in Fragen der Deutschen Einigkeit in einen Krieg gerathen würde, dieselbe auf einen Beistand von Seiten Ungarns nicht rechnen könne.
Wien, 7. August. Der Abgeordnete Borstel fragte den Minister Dobblhof, ob er von der durch Radetzky angeblich geschehenen Wiedereinsetzung der alten modenesi- schen Regierung, der absolutesten, die es in Italien bisher gab, etwas wisse, und wie sich dies Benehmen mit den in der Thronrede ausgesprochenen Grundsätzen und überhaupt mit der Stellung eines freisinnigen Staates vereinigen lasse? Dobblhof erklärte, davon wisse er Nichts, es werde aber Nichts geschehen, was den in der Thronrede ausgesprochenen Grundsätzen widerspreche.
Jnsbruck, 5. August. Folgendes ist die wörtliche Antwort, die derKaiser unserer Deputation gab: „Ich freue mich, die H.H. Abgeordneten des constituirenden Reichstags bei mir zu empfangen. Stets nur das Beste meiner Staaten wollend, werde ich unter den dargestellten Verhältnissen dem Wunsche Ihrer Committenten gern entsprechen und mich in Ihre Mitte begeben. Trotz meiner noch nicht befestigten Gesundheit gedenke ich meine Rückreise nach Wien — zu meinen getreuen Oesterreichern — in durch mein gegenwärtiges Befinden bedingten Tagreisen am 8. d. M. anzutreten. Den Ausdruck der loyalen Gesinnungen nehme ich mit Wohlgefallen auf.
Berlin. (Cholera.) Eine Ministerial-Verordnnng weist die Regierungen der östlichen Provinzen an, die durch das Regulativ vom 8. August und die Allerhöchste Ordre vom 13. December v. I. vorgeschriebenen Vorsichts-Maßregeln zur Ausführung zu bringen, namentlich aber die von Petersburg und Riga kommenden Schiffe einer Quarantäne zu unterwerfen, in den größeren Orten nöthigenfalls Lazarethe zu errichten. Eine kurze Abhandlung zur Belehrung über die Erscheinung der Krankheit, sowie über Vorbereitungs- mittel und die bis zum Erscheinen des Arztes anzuwendenden Heilmittel ist ausgearbeitet, und wird unter die Gemeinden unentgeldlich ausgetheilt werden. Für Cholera- Angelegenheiten ist eine besondere Commission aus den Ministerien des Innern, der Finanzen und des Cultus abgeordnet worden.
Der Kammergerichtsauskultator Dor tu aus Potsdam ist wegen des in einer Rede von dem Prinzen von Preußen gebrauchten Ausdrucks: „der Kartätschenprinz," zu einer Gefängnißstrafe von 15 Monaten und zur Kassation ver- urtheilt worden.
München. Die „Neue Münchener Zeitung" verwahrt die baiersche Regierung gegen die von der „Deutschen Zeitung" wiederholt ausgegangenen Vorwürfe wegen separatistischer Tendenzen. Namentlich sei das, was in der Deutschen Zeitung von geheimen Verhandlungen Baierns mit Oesterreich und Rußland gesagt sei, völlig unwahr.
Hamburg, 6. August. Gestern hielt der norddeutsche Schullehrer-Congreß seine erste Sitzunz