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Hessische Zeitung.

JV. JA. Sonntag, den 13. August. A8 T8«

Die Neue Hessische Zeitung erscheint täglich, Smmtags mit einem Nnterhaltungsblatte, und wird um 11 Uhr Morgens ausgegeben. Der Äbonnementsvreis beträgt 1 Tklr. 3 Sgr. für das Quartal, wofür alle kurhessischen Postämter und Buch­handlungen solche ohne Preiserhöhung liefern. Anzeigen jeder Art werden die Petitzeile mit 1 Sgr. berechnet.

KSr* Da Sonntags weder Setzer noch Drucker arbeiten, so konnten die gestern Abend und heute Morgen eingelaufenen Nachrichten nicht mehr aus­genommen werden.

Politische Nachrichten. Deutschland.

Der 6. August.

Lu rem bürg, 7. August. Die p r e u ß i sch e FestungS- garnison hat die vom Reichsminister vorgeschriebene Hul­dig u u g s p a r a d e gestern abgehalten.

* Berl in. Es gereicht uns zu großer Freude, die Rede, womit Hr. Rimpler das dreimalige Hurrah der Bürgerwehr einleitete, hier mittheilen zu können:Kameraden! Unser geliebtes Deutsches Vaterland beginnt seine Auferstehung. Jahrhun­derte gespalten, zuletzt vollständig getheilt, wird es durch die heißen Wünsche von Millionen wieder vereinigt. Auf, Deutscher Aar! Beginne deinen Flug zu neuem Ruhme, zu neuem Glanz. Preußen, groß burd) seine Könige, ist stolz darauf, daß es in Zeiten der Erniedrigung Deutschlands die Ehre des großen Vaterlands zu wahren gesucht hat, stolz darauf, vorangegangen zu sein, als es galt, die Fes­seln fremder Tyrannei zu brechen; Preußen, zu seinem größten Stolze ist es ihm vergönnt, unter dem Vortritt seines Deutsch gesinnten Königs, den besten, größten Theil in diese unser großes Vaterland auf Jahrhunderte sichernde Vereinigung zu bringen, darum dieser Vereinigung Deutsch­lands unser donnerndes Hoch!" Hiernach wird sich auch unsere Bemerkung über diese Rede, die wir in unserm gestrigen Blatte zufolge ungenauer Mittheilungen etwas dunkel nannten, von selbst erledigen.

Breslau, 8. August. Unsere Bürgerwehr hat am 6. die Huldigungsfeier in erhebender Weise begangen. In aller Frühe rückten sämmtliche Bürgergarden vor die Stadt zu einer Huldigungsparade. Dann fand in den Kirchen feierlicher Gottesdienst Statt und am Nachmittage zogen sämmtliche Klubbs und Gewerke, die Landwehr und eine Volksmenge von mindestens 50 60,000 Menschen durch die mit Trieoloren, Blumen und Teppichen geschmückten Straßen auf die große Wiese in Scheitnig. Begeisterte Reden, von einer unter Eichbäumen errichteten und mit dem Deutschen Banner geschmückten Kanzel herab gehalten, wech­selten hier mit dem festlichen, unter Leitung der Gesang­vereine und Musikchöre ausgeführten Gesängen des Volks.

Eine großartige Polonaise von der ganzen Versammlung angetreten, bezeichnete den Uebergang der ernsteren Stim­mung der Feiernden ;u gemüthlichster Geselligkeit, die das schöne Fest bis zum Schlüsse begleitete.

Rheinprovinz. So weit bis jetzt Nachrichten vor­handen sind, wurde am 6. August in allen rheinpreu- ßischen Städten von einiger Bedeutung das Fest der deutschen Einheit in der größten Feierlichkeit be­gangen. Neben einer besondern Kirchenfeier fand die Parade der Bürgerwehr im Sinne der Huldigungsanordnung Statt.

Wien, 6. August. Die Huldigung des Militairs und der Bürgerwehr hat in folgender Weise hier Statt gefun­den. Die Bürger - und Nationalgarde Wien? und die Nationalgarden aus der Umgegend, beide durchgängig mit dem Deutschen Bande geziert, stellten sich mit dem Militair in unübersehbarer Front auf. In Gegenwart der Minister des Innern und der Justiz und des Kriegsministers wurden die im Halbkreise vor dem Altarzelt ausgestellten Fahnen, die militairischen mit Deutschen Bändern geschmückt, nach abgelesener Messe von einem Priester eingeweiht. Hierauf hielt derselbe eine Anrede an die Betheiligten und brachte dann den freien Völkern Deutschlands, ihrem ersten Or­gane, dem Re ichs Verweser und dem constitutioneUen österreichischen Kaiser ein freudig erwiedertes Hoch. Man hat bemerkt, daß der Befehl des Kriegsministers nicht ver­lesen wurde, auch hatte das Militair die Deutschen Kokar­den nicht aufgesteckt. In der heutigen Sitzung des Reichs­tags wurden die Deutschen Deputaten von den übrigen mit einem Lebehoch begrüßt.

Hannover und Oldenburg. In den Städten Gos­lar Einbeck, Lammspringe, Vechta ist die Huldigung von den Bürgerwehren in passender Weise geleistet worden. Die Einbecker benutzten den Tag zu einem Zug ins Braun­schweigische, um mit dortigen Einwohnern früher bestandene vom Zollverein herrührende Differenzen feierlichst zu be­seitigen.

Schleswig-Holsteinische Angelegenheiten.

In Harburg wurden auf den Nachmittag des 11. August 1039 Mann Frankfurter und 2500 (nach andern Nachrich­ten 3500) Nassauer erwartet. Die sächsischen Truppen sind ebenfalls angemeldet und die oldenburgischen Reservisten mit Artillerie und Bagage-Wagen am 8. von Rendsburg nach dem Norden abgegangen. Die äußersten Posten an