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ten , es hat die der Industrie und dem Ackerbaue entzogenen Arbeitsbände denselben wieder zuzuwenden, die Nicht- zuständigen auszuweisen, die Disciplin unter den Arbeitern aufrecht zu erhalten, den Tag- und Akkordlohn zu regeln u. s. w. — Die Vollstreckung der Beschlusse des provisorischen Centralcomites liegt den Lokalbehorden ob, und wird in Wien durch das aus der Mitte des Sicherheits- ausschusses hervorgegangene Arbeitercomits, dessen Sitz sich int Ligorianergebäude befindet, besorgt werden.
Schleswig-Holsteinische Angelegenheiten.
Im englischen Unterstufe erklärte Lord Palmerston am 4. d. M., die englische Regierung habe sehr bedauert, daß der Waffenstillstand noch nicht abgeschlossen sei. Sie habe gegründete Ursache gehabt, den Abschluß zu erwarten, indeß sei er (Lord P.) der Meinung, daß der Verzug — für etwas anders halte er es nicht — mehr von formellen alö wesentlichen Differenzen herrühre. Während der Verhandlungen sei der Erzherzog Johann zum Deutschen Reichsverweser (administrator of the German Empire — nennt ihn Lord Palmerston) erwählt worden, und es sei nun die Frage erhoben, ob der Waffenstillstand ohne Sanktion abgeschlossen und ausgeführt werden könne. Dies sei, wie er glaube, die hauptsächliche Ursache der Verzögerung, und er hoffe noch immer, daß in kurzem der Waffenstillstand abgeichlrP sen sein werde. Die dänische Regierung wird allem Anschein nach die angeordnete Blokade der Elbe, Weser u. Iahdeaufdie Postdampfschiffe nicht ausdehnen. — In Altona sind, wie die Weserzeitung meldet, die ersten Truppen aus dem Lüden, 900 Mann Frankfurter, bereits angemeldet. — Die nordischen Blätter erzählen von einer russischen Geldsendung von 200,000 Thlr. nach Kopenhagen. Das dänische Ministerium soll mit dem Czaaren eine Anleihe abgeschlossen und ihm die für die Ostsee so wichtige Insel Bornholm verpfändet haben.
Schwedische Blätter melden, daß die Rüstungen auf den Kriegswerfften von Carlscrona mit größtem Eifer betrieben werden. Vier Linienschiffe sind neuerlich zum Auslaufen fertig gemacht, worden, zwei werden ausgebessert und eine Corvetie ist in Arbeit.
* Berlin, 8. August. Die große Bürgerwehr-Parade zur Feier der Einigung Deutschlands hat heute um 11 Uhr unter Theilnahme der Minister, des Reichstages und der städtischen Behörden gegenüber teilt Universitätsgebäude stattgefunden. Rechts vor dem Zuge Ward eine große preußische, links eine Deutsche Fahne geschwenkt, der Kommandeur Rimpler ließ die Gewehre präsentiren, Minister und Abgeordnete entblößten das Haupt und darauf hielt der Kommandeur eine Rede, deren Sinn dunkel war: Das Fest gelie der Einigung Deutschlands) doch solle in dieser Einigung Preußen nicht auf- oder untergehen, es solle mitgehen, groß und stark im Innern, mächtig nach Außen, als der Hauptträger eben dieses durch die Einigkeit gekräftigten Deutschlands) in dieser Hoffnung und Voraussetzung brachte er der Deutschen Einigkeit ein Hoch, in welches dann mit vieltausendstimmigem Jubel die ganze Versammlung mit einstimmte. Uebrigens hat der Abgeordnete Stein in der Sitzung vom 8. den Antrag angekünvigt: das Ministerium zu ersuchen, den Noten- und Schriftenwechsel,
welcher zwischen ihm und dem Reichs-Ministerium statt- gefunden hat, mitzutheilen. Der Ministerpräsident erklärte hierauf, das Ministerium sei weit entfernt, irgend Etwas in dieser Angelegenheit verschleiern zu wollen. — Uebrigens soll der König von Preußen seine Theilnahme am großen Kölner Dombanfeste bestimmt zugesagt haben.
Berlin. In der Reichstagssitzung vom 9. wurde der von Rodbertus, Schulz und von Berg gestellte Antrag: die Versammlung wolle das Staatsministerium zu sofortiger nachträglicher Vorlage eines Gesetzes über.die Schutzmannschaften auffordern, nach ziemlich heftigen Debatten mit 203 gegen 152 Stimmen verworfen.
Hannover. Der König hat zwar die Volkspetition, nicht aber die mit deren Ueberreichung beauftragte Deputation, bestehend aus einem Hannoveraner, einem Hildes- h"mer und einem Cellenser angenommen. Die Deputiern hatten dann, um die Ungeduld des Volkes zu beschwichtigen, den Minister Bennigsen um Beschleunigung gebeten und von ihm die schriftliche Nachricht erhalten, daß in der Sitzung des Gesanimlministerii vom 9. eine definitive Ent- scheidung nicht habe getroffen werden können, diese aber jedenfalls spätestens Sonnabend den 12. erfolgen werde.
Italien
Turin, 31. Juli. — Die festen Platze Ales- fandrin, Casate und Piacenza werden in Vertheidigungs - Zustand gesetzt, und die westlichen Garnisonen des Reichs sollen an die östliche Grenze rücken. Die mobilisirte Nationalgarde, die im Ganzen 56 Bataillons stark ist, wird statt ihrer den Besatzungsdienst in den Festungen übernehmen. Alle 5 Klassen der Reserve werden zur Armee abgesandt. Der Finanzminister Ricci hat dem König einen Gesetzentwurf über eine Anleihe von 100 Millionen vorgelegt.
Em Bülletin Radetzky's vom 4. August von St. Donato meldet neue Siege der Oesterreicher vor Mailand. Der bei St. Donato aufgestellte Feind ward mit großem Verlust unter die Mauern der Stadt Mailand zurückgeworfen. Ich bin nun in der Erwartung, meldet der tapfere General, ob die Stadt Mailand, in welcher sich zwei Parteien um die Herrschaft streiten, mir morgen die Thore öffnen oder eine Deputation senden wird. Sollte keines von Beißen im Laufe des Vormittags geschehen, so werde ich sie auffordern, sich auf Gnade oder Ungnade zu ergeben und int Weigerungsfälle militairische Maßregeln gegen sie ergreifen. Aus demselben Bulletin erfahren wir auch, daß sich Pavia dem 4. Armee-Corps mittelst Deputation ergeben hat.
Die Privatnachrichten ans Mailand sind übrigens sehr verworren. Soviel erhellt aber, daß Karl Albert seinerseits, um freien Abzug zu erlangen, kapitulirt hatte, und von den Verwünschungen der Mailänder verfolgt, in seine Staaten zurückeilte. Die Mailänder entschlossen sich dann, auch ohne Karl Albert zur Gegenwehr zu schreiten, fanden aber hierin wieder bei den um ihre Habe besorgten Nobili Widerspruch. Ueber den Erfolg ihres Widerstandes lauten die Nachrichten sehr verschieden. Doch meldete der Tessiner Staatsrath am 5. 11 Uhr Nachts die von der Mailänder Post so eben bestätigte Nachricht vom Einzug der Oesterreicher in Mailand.