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zu dem Mehr, welches sie bisher an Contingent geleistet, verpflichtet sei.

Zu Osnabrück hat die Bürgerwehr mit dem gesumm­ten Volke (die Militairs als Einzelnpersonen inbegriffen) den 6. August in großartiger Feier begangen.

In Hannover hat am 7. eine von allen bedeutenden Städten des Landes beschickte große Volksversammlung stattgefunden, in welcher wegen der unvollständigen Huldi­gung des Militairs eine Adresse beschlossen wurde, die im ganzen Lande verbreitet werden sollte und schon in den ersten Stunden mit 2000 Unterschriften bedeckt war. Diese Bewegung scheint sehr ernst zu werden. Alle Klassen des Volkes nehmen daran Theil. Das Militair war unter die Waffen gerufen. Morgen das Nähere.

Wien, 4 August. Es geht das Gerücht, die kaiserlichen Neisewagen seien schon seit 14 Tagen zur Abreise gepackt. Dem Vernehmen nach haben die Jnsbrucker Bürger selbst durch Deputationen den Kaiser dringend gebeten, nach Wien zurückzukehren, um einer Regentschaft und einem möglichen Bürgerkriege zu entgehen. Sehr beunruhigend erscheint die Proklamation Radetzkys im Namen des Kaisers, welche den Stienern anzeigt, daß der Staatsminister Montecuculi als der Chef der Italienischen Regierung von den bereits eroberten und noch zu erobernden Ländern Gehorsam er­wartet. Diese Ernennung, zu welcher die Camarilla den Kaiser verleitet hat, enthält eine Beleidigung der ganzen zen Nation und eine Verletzung des constitutionellen Princips.

Wien, 4. August. Der Reichstag beschloß — mit Ausnahme der Linken — heute, dem zu Ehren der ita­lienischen Siege auf dem Glacis morgen abzuhaltenden Tedeum beizuwohnen. — Auf die Interpellation Bio­lands erklärte Dobblhof, der Ministertitel des Grafen Montecuculi sei eigentlich nur ein Ehrentitel, den dieser schon vom 6. Februar an geführt habe. Zum Pacifica- ior Italiens sei er nach dem 26. Mai, aber vom frühe­ren Ministerium bestimmt worden, das gegenwärtige Mini­sterium habe ihn auf seinem Posten gelassen, weil er sich gegen die ihm gemachten Vorwürfe vertheidigt, und dieß dem Reichstage gegenüber auch zu thun versprochen habe. Pillersdorf nahm hierauf das Wort, bejahrte, daß allerdings Montecuculi von ihm zum Pacisicator dem Kaiser aus dem Grunde vorgeschlagen sei, weil Radetzki für die Ersetzung des Grasen Harrach, der um Enthebung von seinem Posten angegangen, den Grafen Montecuculi als die fähigste Person für diesen Platz bezeichnet habe. Die übrige Zeit der Sitzung nahm wieder die Debatte über die Geschäftsordnung hin, von der nur noch wenige §§. mehr ^u berathen sind. Die A b sch i ed s w o r t e des Reichsverwesers an den Sicherh eitsausschuß lauteten: „Ich nehme die Stelle an, zu der man mich be­rufen, weil ich hoffe, in Deutschland für Alle unbefangen und selbstständig Gutes wirken zu können. Es erwar­tet mich dort gleich eineArbeit; es ist die nor­dische Frage und die Pacification Italiens. Was an mir liegt, die Einigkeit Deutschlands zu kräftigen, da wir Alle Deutsche sind, das will ich thun. Ich befinde mich seit sechs Wochen in Wien und habe mich überzeugt, daß außer Kleinigkeiten,

die Ruhe nicht gestört wurde. Ich sehe, daß der Reichs­tag ungehindert berathen kann und unsere brave National- Garde ihre Pflicht kennt."

Oesterreich. Nach dem neuesten Berichte Radetzky's ist ein Theil der piemontesischen Truppen über den Po ge­gangen, ein anderer (20,000 Mann stark) hat sich auf Lodi geworfen. Die Bewegungen gegen Mailand haben begonnen.

Innsbruck, 4. August. Heute ist der Präsident des Ocsterreichischen Reichstages mit 11 Deputirten hier ein- getroffen und man will wissen, daß der Kaiser am 10. denn doch nach Wien sich begeben werde.'

* Kassel, 10. August. Heute Morgen um 7 Uhr sind 2 Bataillons unserer Garnison von hier nach Frank­furt und Baden abmarfchirt. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird das 1. Bataillon Garde in Frankfurt, das 1. Ba­taillon vom Leibregiment in Mannheim Garnison beziehen. Außerdem werden das 1. Bataillon des 2. Regiments und 1. Bataillon des 3. Regiments nach Rastadt, Freiburg, Bruchsal und Offenburg gelegt werden. — Die Gesammt- stärke der solchergestalt verwendeten Kurhessischen Truppen beläuft sich auf 3056 Mann. — Zum Commandeur der­selben ist sicherem Vernehmen nach General-Major von Specht bestimmt, welchem Major von Cochen Hausen als Generalstabs-Officier beigegegeben ist.

Italien

Ein Bülletin Radetzkys vom 1. August aus Fornyara an der Adda meldet, daß die Armee an diesem Tage die Adda passirt, dje Feinde vom rechten Ufer Vertrieben und Pizzsg- hetone genommen habe. Der Feind sei theils nach Pia­cenza, theils nach Pavia in vollem Rückzüge. — Nach Privatnachrichten aus Mailand war diese Stadt in der größten Bestürzung, die Nobili waren größtenthcils ent­flohen, der Präsident Casati vom Volke festgenommen und dieses bereit, den Siegern 14 Millionen Lira als Preis der Schonung anzubieten. Diese Nachrichten stehen mit anderen in directem Widerspruch. Nach ihnen bereitet man sich zum entschicdensten Widerstand. Es bildet sich ein Priesterheer. Alle marschirfähigen Männer in und um Mailand brechen zum Kampfe auf. Mailand ist in 4 Kreise getheilt und unter 4 Befehlshaber gestellt. Auch bildet sich eine französisch-schweizerische Legion. Baron Melden hat bei seinem Uebergang über den Po eine Pro­klamation an die Bewohner der Legationen erlassen, worin er alle Eroberungsgelüste von sich abweis't und nur den Schutz der Legationen und des heiligen Vaters von den Banden der crociati zu beabsichtigen erklärt.

Mailand. Die Hauptstadt der Lombardei rüstet sich zum Kampfe. Das Vertheibigungskomitè hat nun alle Gewalt in sich vereinigt. General Fanti, der die spa­nischen Jnsurrektionskriege mitgemacht, steht an der Spitze des Komitès; ihm zur Seite stehen Maestri und Res- telli, entschlossene Männer. Diese machen dem mailän­dischen Volke bekannt, daß in einem am 30. Juli abge­haltenen Kriegsrath einstimmig beschlossen wurde, daß Mai­land unter allen Umständen dem Feinde Wiederstand leisten müsse. Die Barrikaden sollen wieder errichtet, Brücken zerstört, Dämme durchbrochen und die Straßen unbrauchbar gemacht werden. Die Pfarrherren sind eingeladen, neuer-.

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