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ter in den Kasernen versammeln, eine Messe für Deutsch­lands Wohl anordnen und dann die Fahnen mit den Deutschen Farben schmücken lassen.

Mit den Huldigungen des Volkes sieht es viel voll­ständiger aus. Namentlich tritt hier ein guter Theil wir dürfen sagen der beste des Preussischen Volkes in einen entschiedenen Gegensatz zur Regierung und Solda­teska, zu welcher sich natürlich auch der Troß der- reaukratie gesellt hat. Die letztere hat sich in den be­rüchtigten Preußischen Vereinen um allen Credit gebracht. Was die Regierung und Soldateska betrifft, so lautet das Schreiben des preußischen K r i e g s m i n i st e r s von Schrecken stein an die verschiedenen General-Com­mandeurs in Betreff der Huldigungsparade wie folgt:

Einem rc. General-Commando übersende ich anbei vidi- mirte Abschrift des von Sr. Maj. dem Könige unterm heutigen Dato wegen Errichtung der provisorischen Central­gewalt in Deutschland erlassenen Armeebefehls, mit dem ergebensten Ersuchen, solchen den Truppen und respectiven Militärbehörden bekannt zu machen, indem ich nur noch bemerke, wie es nach Lage der Ilmstânde angemessen er­scheint, ^ d i e se B e kaü n tm a ch ü n g n i ch t a m 6. A u - gust, und daß noch weniger an diesem Tage oder bei der Bekanntmachung überhaupt eine Parade stattsinde.

Berlin, 29. Juli 1848. Der Kriegsminister,

(gez.) Frhr. von Schreckenstein.

Was das Volk betrifft, so hat dieses in Köln, Aachen, Düsseldorf, Münster, Berlin, Breslau, Halle großartige De­monstrationen vorbereitet, über deren Verlauf und Wirkung wir treulich berichten werden.

Der Kommandeur der Bürgergarde hat nun auf das entschiedene Begehren der Dürgerwehr in einem Tagesbefehl die Huldigungsparade angeordnet und zwarwegen der nothwendigen Vorbereitungen zu dem Deutschen Glanze" auf den 8. unter den Linden. Die am 5. August in Villa Kolonna stattgehabte vorberathende Versammlung der Stu­denten, Gewerbe, Klubbs, Bezirks-Vereine und Vürgerver- eine hat mit großer Majorität einen am 6. August zu ver­anstaltenden Festzug auf den Kreuzberg beschlossen. Auch Mitglieder der National-Versammlung wollen Theil nehmen und man darf Großartiges erwarten. Von der großen Treppe des neuen Museums herab soll die 1. Rede ge­halten, 6 bis 8 Redner sollen auf dem Krenzberge sprechen. Für den Volksklubb wird der gelehrte Orientalist, Pro- seffor Benary, sprechen. Leider ist auch dies Mal die Ten­denz derjenigen, welche sich vorzugsweise für Freunde des Volkes ausgeben, das Gute wo möglich zum Schlimmen, die Einheit zur Verwirrung zu wenden. Man hat des verpvei- felsten Widerstandes ungeachtet, einen unwürdigen Antrag des Hrn. Schramm angenommen, welcher das Deutsche Fest zu einer Fratze herabwürdigen und im eigenen Lager Demo­ralisation hervorbringen muß. Man will am Sonntag durch alle die Straßen ziehn durch welche der König am 21. März seinen Umzug gehalten und dabei sollten an allen den Punkten Reden gehalten werden, an denen damals der König gesprochen.

S ch l e s w i g - H o l st e i n i s ch e Angelegenheiten.

Die constituirenve Versammlung von Schleswig-Holstein ist

durch ein Patent der provisorischen Regierung nach Kiel berufen. Auf den 6. ist der Durchzug nassauischer Trup­pen in Altona angekündigt. Am 4. ist Beselcr von Frank­furt wieder in Rendsburg eingetroffen Die andern Herren von der Deputation sind dort geblieben, um den Reichsver­weser zu begrüßen. Das seit einigen Monaten auf der Insel Fehmern stationirt gewesene Freiwilligencorps, aus Studenten und Künstlern, größtentheils Malern, bestehend, und in Wien zusammengetreten (zu welchem aber auch zwei Kurhessen, Wachs und Schuppert, gehören), ist nun ebenfalls auf dem Marsche nach Rendsburg, um aufgelöst zu werden. In Rendsburg sind 20 Preuß. Officiere als Instructoren der neu formirten Schleswig-Holsteinischen Ba­taillons angekommen.

Wien, 3. August. In der heutigen Reichstagssitzung erklärte der Kriegsminister auf die Interpellation Scherzers, über die Frage, ob die Truppen die deutsche Cocarde an­legen sollten, sei das Ministerium noch in Berathung. Seiner Ansicht nach werde die Armee auch ohne Cocarden ihre Schuldigkeit gegen Deutschland thun. Die Maßregel sei überflüssig und nur geeignet, Uneinigkeit hervorzubrin- gen. Die Czechen klatschten Beifall. Der Arbeits-Mini­ster Schwarzer erklärte auf Kudlichs Anfrage über die Lage der Arbeiter, ein Comite sei mit der Rezulirunz der Ar­beits-Verhältnisse beauftragt. Der Minister tadelte die un­zulänglichen Maßregeln des früheren Ministeriums und be­hauptete wiederholt, allerdings eristire in Oesterreich ein Proletariat. Nach den Angaben eines Tyroler Depntirten hat der Hof bereits seit 6 Wochen gepackt, wird aber durch Krankheits-Anfälle des Kaisers an der Abreise verhindert.

Berlin, 7. August. Das von der Studentenschaft, den Korporationen, Gewerben, Clubbs und Vereinen Ber­lins unternommene Fest zu Ehren der Deutschen Einheit hat gestern in der großartigsten Weise stattgefunden. Auch die vereinigte Landwehr und viele Deputirte, sowie einige Erminister folgten den riesenhaften Tricoloren des unge- heuern Zuges. Der Zug setzte sich um 2 Uhr am Opern­haus in Bewegung und langte um 4 Uhr am Kreuzberge an. Wahrend der Festrede wurde dort an der höchsten Spitze des Monuments eine schwarz-roth-goldne Fahne an­geheftet. Nach dieser Feier ward in den Umgebungen des Kreuzberges ein großes Volksfest begangen. Die Bürger­wehr hatte zum Theil bereits 5 Uhr Morgens auf der Hasenhaide gehuldigt. Der Huldigungsact der gejammten Bürgerwehr ist auf den 8. anberaumt.

Ungarn

P e st h , 30. Juli. Ein eben allgekommener Kurier aus Szegedin brachte dem Ministerium die Nachricht, daß die Ungarn den aufständischen Serbianern bei denrömischen Schanzen" eine große Niederlage beigebracht haben. Die Schanzen wurden mit Sturm genommen.

Frankreich.

In der Pariser Nationalversammlung ist am 3. d. der Vauchart'sche Bericht über die Untersuchung der Mai- und Juni-Ereignisse vorgelesen worden. Er trägt auf gerichtliche Verfolgung folgender Repräsentanten indirekt an : 1) Caus- sidière, 2) Louis Blanc, 3) Ledru-Rollin und 4) Proudhon.

Beilage