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thun, um bie Kammer zu sprengen, sie wollten wieder eintreten.
Kassel. Der demokratische Verein hat beschlossen, an alle deutschen Schriftsteller eine Adresse zu richten, in der sie um möglichste Verminderung der Fremdwörter gebeten werden. — In derselben Sitzung wurden niedre Reden „über die politische Lage Deutschlands und über das neue kurhessische Wahlgesetz" vorgetragen. In der letzteren fanden unsere Deputaten mit Ausnahme des „Kleeblatts" Henkel, Lederer und Knobel wenig Gnade vor dem Richterstuhl der demokratischen Kritik. Der betreffende Redner schlug vor, mit den Gutgesinnten der „constitutionellen Partei" sich in Vernehmen zu setzen zu einer Berathung über die Mittel, ein anderes Wahlgesetz jetzt noch Stande zu bringen. Schließlich wurde die Verlesung des vorgeschlagenen Programms zu den Statuten fortgesetzt.
ff-f Fuld a. Wie weit der Widerwille unserer geistlichen Herren gegen die verhaßte Verbindung mit dem Ketzerlande geht, erhellt am besten aus der von diesen Herren kürzlich ausgesprochenen Absicht, das Landvolk „aufzuklären." Freilich nur „über diese Angelegenheit wollen sie auffUuii/* aber sie wollen doch wenigstens aufklären, — für diese geistlichen Hirten gewiß ein Entschluß, wie ihn nur die grimmigste Verzweiflung einzugeben vermag.
Großbritannien.
Die Proklamation des Lord - Statthalters von Irland ward am 30. v. M. an den Straßenecken von Dublin angeschlagen und eifrig gelesen. Die Mehrheit der Mitglieder der Klubbs zogen sich darauf aus den Klubbs zurück und bedauerten, sich so unvorsichtig zu Gesetzwidrigkeiten haben verleiten zu lassen. Zwölf Personen werden dergestalt steckbrieflich verfolgt, daß auf ihre Beherbergung lebenslängliche Transportationöstrafe gesetzt ist. Der berühmte General Lord Hardinge ist nach Dublin abgegangen, um nöthigen« falls den Oberbefehl zu übernehmen. Es befinden sich jetzt 50,000 Mann in Irland und fortwährend werden mehr Truppen hin befördert. Das „Morning Chronicle" zeigt an, daß Lord Cowley, der brittische Gesandte in der Schweiz, am 31. von London nach Frankfurt abgereist sei, um dort während der Sitzung des Deutschen Parlaments „als Agent" zu residiren. Die „Times" schreiben: die Lage Irlands sei unendlich beruhigender, als vor wenig Tagen. Die Maßregeln der Regierung seien wie Donnerkeile auf die Insurgenten gefallen, welche sich nach allen Seiten hin zerstreut hätten.
Die Rebellenschaar des gefürchteten Smith O'Brien ist auseinandergesprengt worden und der Aufstand in Irland wird von der Presse und von den Blättern als unterdrückt angesehen. Der Häuptling obiger Schaar ist entkommen und hat sich allen Nachforschungen bis jetzt zu entziehen gewußt.
Italien.
Karl Albert hat in einer Proklamation das Heer zur Ausdauer und in einer andern die Völker Oberitaliens zur Theilnahme am Kampf aufgefordert. Er behauptet, zum Frieden bereit gewesen zu sein; aber die gestellten Beringungen habe er nicht annehmcn können. Das Heer
Karl Alberts soll in den letzten Tagen 20,000 Mann verloren haben. In Mailand furchtbare Aufregung. Garibaldi und Mazzini rufen die Jugend zu den Waffen. Eine Zwangsanleihe von 14 Million ist votirt. Verbreiter von schlimmen Gerüchten werden mit Todesstrafe bedroht. In Turin ist Karl Albert zum Dictator ausgerufen.
In Mailand hat die böse Kunde vom Schlachtfeld den den Republikanern wieder neue Chancen verhaftet. Das „Schwert Italiens" ist rostig, was soll man damit thun? Die Erbitterung gegen die provisorische Regierung ist groß. Uebrigens gehen fortwährend National - Garden und Freiwillige zum Schlachtfelde ab. In die erschlafften Geister scheint die Gluth der Barrikadentage zurückzukehren. Der „Züricher Ztg." wird aus Mailand gemeldet, die Deputation sei am 28. v. M. abgegangen, welche Frankreichs Hülfe begehre.
Neuestes Mailänder Bulletin vom 31 .Juli: „Am 29. war das Hauptquartier Karl Alberts in Ca de' Ouin- ziani, bei Cremona; am andern Tag war der König in Cremona; um 9'/2 fand eine kleine Kanonade zwischen dem italienischen und österreichischen Heer statt; ersteres, indem es mit Vortheil den Angriff des Feindes auf seine Nachhut besteht, marschirt auf Pizzighettone, um diesseits der Adda starke Stellungen zu nehmen. Die französische Hülfe ist ausdrücklich an gerufen vom pie- montesischen Ministerium und von der provisorischen Regierung der Lombardei."
In Florenz hat das Ministerium abgedankt, nachdem am 29. eine Volksdemonstration gegen dasselbe unter dem Ruf: „gezwungene Aushebung" erfolgt war. Florenz ist ruhig, Genaueres fehlt. In Rom hat Rossi (26. Juli) Auftrag erhalten, ein Ministerium zu bilden und selbst in dasselbe einzutreten. Das Profeßhaus der Jesuiten daselbst ist in eine Caserne verwandelt.
Frankreich.
Die beiden einzigen Stimmen, welche gegen die gegen Proudhon beschlossene motivirte Tagesordnung stimmten, sind die Greppo's und Proudhon's. Auch Louis Blanc und die s. g. Phalansterier ließen ihn im Stich'. Im Augenblicke der Abstimmung verließen 137 Deputirte den Saal, darunter Arago, Bai, Dufaure, Montalembert, Alteroche rc. Dagegen fiel der unter lebhafter Protestation der Linken gestellte Antrag, den Druck der Rede zu verbieten, durch. Hr. Thiers, schrieb von 3 bis 6 Uhr Proudhon's Vortrag aufmerksam nach, doch nach 6 Uhr verlor er die Geduld und rannte von seinem Sitze. Der frühere „Berg" prote- stirt öffentlich gegen die motivirte Tagesordnung. So lehr er die entsetzlichen Grundsätze seines Kollegen aus der tiefe seines Gewissens mit aller Energie seiner Ueberzeugungen verdamme, wolle er doch die Freiheit der Tribüne gewahrt wissen. — Louis Mieroslawsky ist — angeblich durch die Bemühungen des französischen Gesandten zu Berlin in Freiheit gesetzt — ip Paris angekommen. In der Sitzung vom 1. August ward die Regierung wegen des fortdauernden Belagerungszustandes heftig angegriffen und ein Abgeordneter verlangte motivirte Tagesordnung, doch ging die Versammlung zur einfachen Tagesordnung über.
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