Neue
Hessische Zeitung.
»AS K8« Sonntag, den 6. August. 18L8«
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Da unsere Setzer und Drucker von heute an nicht mehr Sonntags arbeiten, so haben die gestern Abend und heute Morgen eingetroffenen Berichte rc. nicht ausgenommen werden können.
Politische Nachrichten.
Deutschland.
Wien, 1. Aug. Es verlautet, dem neuen österreichischen Ministerium gehe man in Frankfurt zu weit. Die Huldigungsfrage wolle cs dem Reichstage vorlegen. — Die Jnsbrucker Deputation ist gestern abgereist. Dem Vernehmen nach soll die Rückkehr des Kaisers nicht mehr fern sein.
Berlin. Die Centralablheilung der National - Versammlung bat den Techmannschen Antrag auf Abschaffung der Staatslotterie zurückgewiesen, weil man auf eine jähr- liche Einnahme von circa 900,000 Thlr. nicht eher verzichten könne, als bis ein günstigerer Finanzzustand einge- treten sei.
Berlin. Der Prinz von Preußen hieli sich nur kurze Zeit in seinem Palais auf, gab dem Bürgerwehr-Comman- danten Rimpler Audienz und reiste dann auf der Eisenbahn , nach Stettin ab. — Der Staats - Anzeiger meldet die Ankunft des Gesandten Ritter Bunsen von London.
Berlin. In der Sitzung der National-Versammlung vom 1. August verlangte Waldeck die Priorität für seinen Antrag. die Gewährleistung der persönlichen Freiheit betreffend. Der Minister Kühlwetter widersetzte sich der sofortigen Berathung und verlangte Verweisung in die Abtheilungen. Doch entschied sich die Versammlung Anfangs mit 213 gegen 150 Stimmen für die Dringlichkeit und später erst, nach großem Lärm, wurde der Antrag an die Abtheilungen verwiesen, um in 8 Tagen wieder vorgcnom- men zu werden. Bei dieser Gelegenheit hatten die neuen Konstabler heftige Angriffe zu erfahren, welche die Minister nur mit Mühe zu pariren vermochten. — Die Central- Abtheilung hat den Antrag auf Todesstrafe adoplirt — Kriegs- und Belagerungszustand ausgenommen. Es waren 49 Redner eingeschrieben. Die Debatte ward auf Freitag vertagt. Der von der Verfassungs-Commission eingereichte Verfassungs-Entwurf soll nicht, wie es die Linke verlangte, sogleich in pleno berathen werden, sondern erst durch die Abtheilungen und den Central-Ausschuß gehn.
Dessau, 29. Juli. Eine Verordnung des Herzogs verfügt so eben, unter Zustimmung des Herzogs von Anhalt-Bernburg und der Stände beider Herzogthü- mer, daß die Volksvertreter von Anhalt-Dessau mit einer gleichen Anzahl von Volksvertretern des Herzogthums Anhalt-Köthen zur Vereinbarung einer gemeinsamenVer- fassung am 31. Juli in Deffau zusammentreten sollen. Auch in Zukunft sollen die Volksvertreter beider Herzogthümer vereinigt und ein Gesammtministerium gebildet werden.
Gera. In Gera ist der Bürgerkrieg ausgebrochen. Veranlassung war ein gewisser Landkammerrath Krause. Er war verhaftet worden, das Volk bewirkte seine Entlassung aus der Haft und darauf hat er sich an des Volkes Spitze gestellt und den Kampf begonnen. Wie in Paris die Mobilgarde, so haben sich in Gera die Turner auf die Seite der Armee (welche in Gera 60 Mann stark ist) geschlagen. Aber in Gera hat die Emeute gesiegt. Der Kampf endete mit Demolirung einiger Häuser und Vertreibung der Turner aus der Stadt.
Hannover, 29. Juli. (H. M. 3 ) Die an den Magistrat gerichteten Wünsche, eine öffentliche Feier zu Ehren des Erzherzogs Reichsverwesers zu veranstalten oder zu gestatten, sind abgelehnt.
Unter den Hannoverschen drei Dcpulirten zum Frankfurter Gewerbe - Congreß befindet sich auch ver bekannte Stadtgerichts - Direktor Rumann.
Limburg. Auch die Bewohner von Maestricht (diese Stadt und Festung, von Limburgischem Gebiet umgeben, gehört zur Provinz Geldern) sollen die Absicht ausgesprochen haben, sich Deutschland anzuschließen.
* Limburg. Der Gouverneur von Maestricht erklärt in einer Proklamation, die Trennung des Her- zogthum) Limburg von den Niederlanden sei noch keineswegs eine ausgemachte Sache, bis jetzt sei der König noch durch Grundgesetz und Traetate verpflichtet, Limburg nach den Landesgesetzen zu regieren. Die Bewohner werden aufgesordert, mit Ruhe abzuwarten, bis die Zukunft von „den hohen Parteien" geordnet sei. Die Militärgewalt werde jede Verletzung der Ordnung energisch unterdrücken. — Auch sollen die Mannschaften von 1845 und 1846 wegen der Limburger Ereignisse nicht entlassen werden.
Die Holländer treten ernstlich gegen die Deutschen Be-