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Beilage zu Nr. 67 der Neuen Hessischen Zeitung.

anlaßt sehe, den diplomatischen Verkehr mit Preußen abzu­brechen, wenn dasselbe nach der neuen Verfassung Deutsch­lands nicht mehr das Recht habe, über Krieg und Frieden selbstständig zu entscheiden. Hoffentlich ersparen sich alle deutschen Regierungen die Demüthigung, welche in der Ver­wirklichung dieser indirekten Drohung liegen würde, durch die schleunigste Befolgung des Reichsgesetzes.

Im Hafen von Toulon herrscht große Bewegung; täglich gehen neue Kriegs-Dampfer ab; an General Oudinot ist der Befehl ergangen, die von der Alpenarmee nach Paris ge­sandte Division zu ersetzen und sich marschfertig zu halten. Es heißt, die National - Versammlung solle vom 25. Aug. bis zum 35. Sept, vertagt werden und am 1. Oetober ihre Verfassungsarbeiten wieder begonnen.

In der Sitzung der National - Versammlung vom 31. Juli bestieg bekanntlich Proudhon die Tribüne, um, wie er sich ausdrückte, das Königthum des Geldes anzugreifen. Proudhon sprach oder las vielmehr zwei volle Stunden und wurde unzählige Male unterbrochen. Er begann damit, die Hohlheit der Vorwürfe im Berichte des Hru. Thiers gegen seinen Antrag rücksichtlich des Drittels aller Schuldposten nachzuweiscn, und suchte zu zeigen, daß derselbe weder anar­chische, noch atheistische, noch famienfeindliche Grundsätze enthalte. Die „Liquidation der alten Gesellschaft" habe am 24. Februar begonnen (Lärm.) Er sei nicht anarchisch, er wolle die Aufhebung des Vorrechts auf friedliche, nicht gewaltsame Weise. Setzt Ihr diese Liquidation nicht fort, .so wird sie das Volk ohne Euch vollenden. (Tumult). Dieser Tumult wundere ihn nicht, da er sich mit dem Pro­letariat, die Versammlung aber mit der Bourgeoisie iden- tificirt halte. Der Redner liest dann seine Mittel und Wege vor und bekämpft die dreifachen Irrthümer des Be­richterstatters durch ein Meer von Zahlen. Die Millionen und Milliarden drängen sich auf jeder Seite. Der Red­ner nennt den Thiersschen Bericht ein Meisterwerk von Widersprüchen und Sophismen. Nach 6 Uhr endlich schloß er seinen Vortrag ungefähr wie folgt: „Alle Verträge sind gelöst." (Lärm.) Larochejaquelin: Jedermann hat also das Recht, zu stehlen? (Zur Ordnung! zur Ordnung!) „Das Vertrauen ist für immer dahin und das Kapital wird nicht mehr zum Vorschein kommen. Der Belagerungszu­stand wird fort und fort auf dem Lande lasten. Das Ka­pital leiht sein Gold nimmermehr auf Eure Bayonette; das Recht des Stärkern schickt Euch zum....." (Unter fürchterlichem Tumult verläßt ber Diebner die Tribüne.) Se- nard, Minister des Innern, drückt im Namen der Regierung sein Entsetzen aus. Marrast liest eine molivirte Tagesord­nung vor, welche den Druck dieser Rede verbietet. (Große Aufregung. 7 Uhr.)

Italien

Es verlautet : Baron Weiden habe Cremona mit Sturm genommen, der Feind solle die Festung Peschiera verlassen haben. Am 27. erschienen im Hauptquartier des Baron dAspre 2 piemontesische Generale und ein Oberst mit dem Antrag eines Waffenstillstands, wurden aber, da die Bedingungen nicht annehmlich schienen, zurückgewiesen.

Ungar»

Pesth, 26. Juli. Die Nachrichten vom Kriegsschau­plätze lauten noch immer im Ganzen ungünstig für die Ungarn, wenn auch die pomphaften Siegesberichte der Croaten lügenhaft ober übertrieben erscheinen. Der Erz­bischof von Karlowitz, Joseph Rajachich, hat, aus Agram kommend, seinen feierlichen Einzug in Pancsowa gehalten. In der einen Hand ein großmächtiges Kreuz, in der an­dern ein blankes Schwert, zog er in die Kirche, wo er das fanatische Volk zur Ausdauer im Kampfe ermahnte. Der Kommandant von Pancsowa hat den Erzbischof mit alle» militärischen Ehren empfangen; 2000 wohlbewaffnete Reiter hat der Erzbischof den Insurgenten in ihrem Lager, in den sogenannten römischen Schanzen, zugeführt. Die feindlichen Verschanzungen, deren wichtigste strategische Punkte zwischen Morästen gewählt worden sind, hält Graf Bechthold für sehr haltbar.

Zur Feier des für alle Deutschen so bedeutungsvollen 6. August wird an diesem Tage die Fahnenweihe des ersten Bataillons des Schutzvereins in der Carlsaue auf dem Bowlingreen staitfinden. Zugleich wird die hiesige Bür- gergarde ihre Fahnen mit den deutschen Farben schmücken und die deutsche Cocarde anlegen. Indem wir auf das bereits ausgegebene Fest-Programnl verweisen, bemerken wir, daß die gesummte Bürgerwehr um 10 Uhr ausrückt und der Gottesdienst präcis %11 Uhr beginnt.

Der Oberbürgermeister Hartwig und das gewählte Festcomitë.

Handels- und Börsennachrichten.

Frankfurt, 3. August.— Kurhessen: Fr. Wilh. N. B. Cer- tifieate 38'/, B. 38'/, G.; Vierzig-Th. Loose 25% B. 25% G.—O e- sterreich: 5pCt. Metall.62'/, $. 62% G.;4pCt.M. 52%$.— G.; 2%bSt M. 33% P. 33%®.; Bankact. 1070 P. 1757 G.; 250 fl Loose 71% P. 70%®.; 500 fl. Loose 108 P. 107 ®.; 4% oGt. Setf)m. Übtigat. 57% $. 56% ®.; 4pCt. Bethm. Oblig. 53% $. 52% G.— Preußen: Prâmiensch. 87% P. 86% G.; 3% pCt. Staatsschuldsch. 74 $.73%®.; Köln - Aachen. E. A. — $. — ®.; Küln-Mind. D. A. 75 $. 74% ®. — Baiern: 3% pCt. Oblig.--$. 75 ®.; Ludw. Kan. Act. — $.— ®.; Ludw. Berb. Act. 66 B. 65% ®. — H. Darm­stadt: 50 fl. Loose 63 P. 62'/, G.; 25I. Loose 21 $. 20% ®. 3% pCt. Oblig. 76 $. 75% G.; 4 pCt. Oblig. 85% $. 85 G. — Baden: 3'/, PC.Oblig. 75 P. 74 G.; 50 fl. Loose 47% $. 47%®.; 35 fl. Loose 27 P. 26% ®. — Würtemberg: 3% pCt. Oblig. 74% P. 74% ®.; 4% pCt. neue Oblig. 91% P. 91% G.-Nassau: 3'/, pCt. Oblig. 81 P. 80% G.: 25 fl. Loose 21 $. 20% ®. - Frankfurt: 3 pCt. Oblig. 81'/, P. - G.; 3 7, pCt. Oblig. v. 1839. 93% P. 92% G.; 3% vCt. Obl. V. 1846. 87% $. 86%®.; Taunusb. Act. 275 P. 271 G. — Hol­land: 27, pCt. Jntegr. 44 P. 43%®.; 4 pCt. Oblig. — $- 68% G.; 3% Shnd. — P. 68G. — Spanien: 3 pCt. Ac. tivsch. — P. — ®.; 3 pCt. Innere Sch. 17% P. 16% ®- — Portugal: 3 pCt. Cons. L. St u 12 fl. — $. — ®- - len: 300 fl. Loose — P. 87 G.; 4 pCt. Oblig. über 500 fl. 63% P. 63 G. — Rußland: 4pCt. in R- fl. 2. b. ®run & C. — P. 74% G.; 4pCt. dsgl. b. Stiegl. L 6. - $• 74% G. — Sardinien:36 Fr. Loose b. Bethm. 25 P. 24% ®. - ® old- cours: Pistolen 9 fl. 55 kr.; holl. 10 fl. St. 10 fl. 5 fr.; 20 rfr. 9fl.37kr.; Engl.Sov. 12fl.2kr.; Randduc. 5fl.36— W ech s.-D i s c. 2.