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(amen Interessen Deutschlands, die Ausübung der Central­gewalt provisorisch übertragen. Indem ich dieser Wahl meine volle Zustimmung ertheile, habe ich die Verwendung der bewaffneten Macht des Herzogthums in derselben Weise und A u s d e h n u n g, wie solche bisher dem hohen D e u ts ch e n Bunde unterstellt gewesen, Sr. k. k. Hoh. dem Erzherzoge-Reichsverweser untergeordnet und hege das feste Vertrauen, daß meine Truppen für die Deutsche Sache den stets bewährten Ruhm der Vaterlands­liebe und echt kriegerischer Eigenschaften auch fernerhin be­währen und aufrecht erhalten werden. (gez.) Wilhelm."

Braunschweig, den 1. August 1848.

Z Baiern. Nach einer in der Allgemeinen Zeitung enthaltenen Mittheilung wird in Augsburg, eine Verwah­rung und Bitte der Gesellen und Fabrikarbeiter gegen den Handwerkercongreß an die Nationalversammlung vorbereitet. Es wird gegen den Congreß protestirt, da er, lediglich aus der Wahl zünftiger Meister hervorgegangen und durch das Mandat zünftiger Meister beschränkt, nur als das Organ der zünftigen Meister und ihres Sonderinteresses zu be­trachten sei, mithin sein Auftreten im Namen des gesamm- ten Gewerbestandes sowohl der Nationalversammlung als den Gewerbsgenossen gegenüber als ein durchaus unbefugtes erscheine." Es würde daraus nur der Triumph der selbst­süchtigsten Sonderinteressen einer Minderheit, derKaste" der zünftigen Meister, hervorgehen. Das habe er denn auch bereits durch mehrere Beschlüffe dargethan. Seine Tendenz sei geradezu Verkümmerung des Grundsatzes größtmöglicher Freiheit in der Ansässigmachung durch Beschränkungen der Gewerbsausübung; Beseitigung des bisher aufgestellten Grundsatzes der Gewerbefreiheit durch Wiedereinführung eines Zunftzwanges, Erschaffung einer strengen Zunftver­fassung unter dem Namen einer Gewerbeordnung. Es wird sich deshalb gegen die offenkundige Tendenz des Gewerbe- und Handwerkcr-Congresses verwahrt und die Nationalver­sammlung gebeten, falls sie zu demselben in Vernehmung treten wolle, doch auch die Gehülfen und Fabrikarbeiter an der Vertretung Theil nehmen zu lassen. Di? Bittsteller erklären sich bereit, Wortführer abzuordnen Diese Be­schwerden haben sich zum Theil erledigt, denn die Gesellen je, sind allerdings für vertretungsfähig erklärt, zum Theil sind sie ungegründet oder beruhen auf falschen Voraussetzungen. Eine Verbesserung des Looses der arbeitenden Klassen ist bei der s. g. Gewerbefreiheit, d. h. bei der Gewerbsanarchie am allerwenigsten herbeizuführen, und eine zweckmäßige Orga­nisation der Arbeit, d. h. eine Gewerbeordnung liegt gerade im eigensten Interesse der wirklichenArbeiter." Von ihnen sollte man am allerwenigsten eine solchen Widerspruch er­warten. Ebenso muß es befremden, wenn von einerKaste" der Meister die Rede ist, deren Interesse dem Interesse der Gesellen gegenüber gestellt wird. Unseres Wissens will jeder Geselle dereinst Meister werden und kann es werden. Auch dürfen sie untereinander hxirathen und thun es auch. Wo ist nun die Kaste? Beide, Meister und Gesellen, haben beim Lichte betrachtet ein Interesse und müssen gemeinschaft­lich wandeln. Es will uns bedünken, als ob auch in die­sem Lebensgebiere gerade wie im politischen sich.die Arbeiter

von einigen Flachköpfen an der Nase herumführen und mit wohlfeilen Redensarten füttern ließen. Wir fürchten nur, daß die düpirtenArbeiter" eines schönen Morgens ent­decken, wie gewisse Leute aus vollem Halse Brod verspre­chen und Steine verabreichen. Alsdann dürfte cs diesen Leuten selbst sehr übel ergehen.

Großbritannien.

Der Aufstand im südlichen Irland ist an einem Orte, zu Ballingby, ausgebrochen, aber durch 50 Polizeidiener unter­drückt worden. Smith O'Brien, der furchtbare Anführer, ist, von den Seinigen gänzlich verlassen, nach Urlingford geflohen. Im übrigen Irland ist es ruhig geblieben.

Frankreich.

Paris, 1. August. Nach fürchterlichem Tumult ist auf den mehrstündigen Vortrag Proudhon's von der National- Versammlung mittelst Stimmzettel und zwar mit 191 gegen 2 Stimmen beschlossen: In Erwägung, daß der Antrag des Bürgers Proudhon ein gehässiger Angriff gegen die Grund­sätze der öffentlichen Moral ist, daß er das Eigenthum ver­letzt, daß er den Verrath (délation) ermuthigt, daß er einen Aufruf an die bösen Leidenschaften enthält; in Erwägung außerdem, daß der Redner die Februar-Revolution von 1848 dadurch verläumdet, daß er sie als Mitschuldige der von ihm entwickelten Theorieen darstellt geht die Na- tional-Versammlung zur Tagesordnung über.

*** P a r i s, 30. Juli. Die Kammerverhandlung von ge­stern war wenig erquicklich. Einige mittelmäßige Geister ließen die ihnen durch die Tagesordnung gebotene Gelegen­heit nicht vorübergeben, die gefallene provisorische Regie­rung wegen ihres eigenmächtigen Verfahrens bei Errichtung der reitenden Mobilgarde, sowie bei Verwendung des Ver­mögens der Leibrenten - Gesellschaften in den öffentlichen Schatz heftig zu tadeln. Hr. Cremieur sprach vortrefflich pro domo. Morgen wird Hr. Mauguin über die aus­wärtigen Verhältnisse interpelliren, und dann die Debatte über Proudhons Finanzplan folgen. Auf den Dienstag ist endlich die Interpellation wegen der Ausnahmsmaßregeln gegen die Journale festgesetzl. Die französischen Zeitun­gen bestätigen auf den Grund von Privatbriefen die Nach- richt, daß Palmerston den Lord Cowley an den deutschen Reichsverweser zur Vermittelung der schleswigschen Sache entsenden wolle. Die Mittheilungen, welche dieselben Blät­ter aus Dänemark erhalten, lauten im Vertrauen auf den Schutz Rußlands, Schwedens und Englands sehr siegsgewiß. Das Journal-des-Debats glaubt, sogar der deutschen Na­tionalversammlung in dieser den europäischen Frieden be­drohenden Angelegenheit mehr Mäßigung empfehlen zu müssen, als sie bis jetzt dabei gezeigt habe. Wenn es die Lage. Deutschlands als isolirt schildert, hat es gewiß recht; denn auch an eine Allianz mit Frankreich ist, so lange die unselige italienische Angelegenheit nicht erledigt ist, nicht zu denken. Wir finden aber hierin nur einen Antrieb, in uns selbst einig zu bleiben und die Intriguen des Auslandes abzuweisen. Einer der allerperfidesten Versuche, diese unsere Eintracht zu stören, war jüngst die Frage des Hrn. d'Jsrali im Unterlaufe, ob sich die englische Regierung, nicht ver-

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