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und zu ben Akten genommen wurde. Die Bestimmungen des 8- 6, wie sie aus der Abstimmung hervorgingen, sind folgende: „Alle Deutsche sind gleich vor dem Gesetze" (einstimmig angenommen.) „Standesprivilegien finden nicht Statt" (mit großer Mehrheit angenommen.) („Der Adel selbst ist aufgehoben" wurde mit 282 Stimmen gegen 167 v erw orfen.) „Alle Titel, insoweit sie nicht mit einem Amte verbunden, sind ausgehoben und dürfen nie wieder eingeführt werden." „Die öffentlichen Aemter sind für alle dazu Befähigten gleich zugänglich." „Das Waffenrecht und die Wehrpflicht ist für alle gleich; Stellvertretung bei letzterer findet nicht Statt." — Die übrigen Amendements wurden theils nicht unterstützt, theils zurückgenommen, theils verworfen. — Für Abschaffung des Adels stimmten von den hessischen Abgeordneten: Jacobi, Förster, Rühl, PH. Schwarzenberg, Werth müller, Hildebrand; dagegen: Jordan, Wippermann, Bernhardi. Unter der obigen Minorität stimmten auch mehrere Adelige, z. B. v. Dieskau, v. Pretis, v. Wydenbrugk, v. Hermann (München), v. Prato, v. Gold, v. Jtzstein, v. Trütschler, v. Neuwall. Der Abstimmung enthielten sich: v. Mö- ring, v. Saltzwedell, v. Schlcussing, v. Lindenau, v. Stremayer. Die übrigen 67 Adligen stimmten dagegen.
Unter den neuerlich eingebrachten Anträgen betreffen niehrere die Aufhebung des Cölibats, gegen welche jedoch sofort von den Bischöfen Geritz, v. Diepenbrock u. A. Verwahrungen eingelegt sind. — Von dem demokratisch - socialen Verein zu Kassel ist eine Petition wegen Amnestirung der badischen Freischärler eingegangzn und an den Ausschuß für Gesetzgebung abgegeben worden, sowie eine Petition des demokratischen Vereins zu Marburg wegen des Einschreitens der Regierung gegen die demokratischen Vereine, die dem Pktitionsausschusse zugewiesen ist. — Die katholischen Gemeinden resp, deren Geistliche fahren noch immer fort, die Nationalversammlung mit einer Menge von Petitionen, welche die Trennung der Kirche vom Staate verlangen, zu bestürmen. — Morgen wird mit der Berathung der Grundrechte fortgefahren. — Als Jordan mit Nein stimmte, wurde heftig gezischt. Vor dieser Gallerie- Justiz ward Wippermann durch sein minder vernehmliches Organ gerettet. ■— Nach der neuesten Zählung hat die Nationalversammlung jetzt 571 Mitglieder, darunter 1 Reichskanarienvogel, (Rösler), 1 Reichsnachtigall (Freudentheil), 1 Reichshyäne, unschädlich (Schaffrath), 1 Reichsstruwwelpeter (M. Mohl).
Frankfurt. In der Sitzung des Gewerbe-Congreffes vom 28. wurde der Antrag der für die Kleinhandelfrage ernannten Kommission, nur dem Handwerker ist der Hanoel mit seinen Erzeugnissen und den in sein Fach einschlagenden Gegenständen erlaubt, angenommen. Auf den Commissionsbericht über den Schutz des Handwerkerstandes nach Außen wurden die folgenden Forderungen angenommen: Schutz der Deutschen Industrie durch eine entsprechende Besteuerung ausländischer Gewerbserzeugnisse; Begünstigung der Einfuhr des in Deutschland gar nicht oder nicht hinlänglich erzeugten Rohmaterials und Handelsverträge mit dem
Auslande, mit dem Zusatz: „Die Ausfuhr Deutscher Fa- bricate ist vom Staate durch Ausfuhrprämien zu begünstigen." — Auf den Commissionsbericht wegen der Hülfsmittel zur Hebung des Deutschen Handwerkerstandes wurde der folgende Antrag angenommen: Unentgeltlicher Unterricht in allen Schulen und Verbesserung derselben; Gründung von Gewerbeschulen auf Kosten des Staats, zur Fortbildung der für ein Gewerbe bestimmten Knaben, in denen der technische Unterricht durch praktisch gebildete Lehrer ertheilt wird. Ebenso wurde die vom Ausschuß beantragt Errichtung von Hülfskaffen und Vorschiißkassen und die Abfassung zweckmäßiger Creditgesetze angenommen.
Schleswig-Holsteinische -Angelegenheiten. Nichts Neues von Kriegsschauplätze; factische Fortdauer der Waffenruhe. Daneben von Deutschen, Dänischen und Schwedischen Organen die Versicherung, der Friede sei doch nicht als gescheitert zu betrachten, die Unterhandlungen würden sub rosa fortgesetzt. Vor Allem ist die Wahrnehmung interessant, daß die Dänischen Blätter ihre prahlende Stimme bedeutend moderirt haben, und daß die Schweden erklären, sie könnten den Krieg eigentlich gar nicht „fortsetzen"; denn dazu brauche man Geld, und das besäßen sie nicht. Auch werde der Reichstag keines verwilli- gen, denn dem Schwedischen Volke sei der ganze Krieg zuwider.
Wien. Die Reichstagssitzung vom 29. war nicht blos wegen des wichtigen Gegenstandes ihrer Verhandlung (die Adresse an den Kaiser), sondern auch durch die darin von einzelnen Deputaten entfaltete glänzende Beredtsamkeit und durch die Erpectorationen des Grafen Stadion für Jnsbruck und gegen Pillersdorfvom höchsten Interesse. Das vom Minister verlesene allerhöchste Kabinetsschreiben, worin die begehrte Rückkehr abgelehnt wird, war von Niemandem coutrasignirt; cs war ein bloßes Handschreiben an Erzherzog Johann. Das Schreiben des Ministeriums selbst ist, wie sich nun herausstellt, uneröffnet zurückgesandt worden. Der Kaiser hat das regierende Ministerium noch nicht anerkennen wollen. Nur über die Form der Adresse entspann sich eine Diskussion. Mehrere Deputirte, darunter der Czeche Claudi, verlangten, es müsse die Rückkehr gefordert, nicht gebeten werden. Sie seien die Vertreter des Volks, man möge es nicht mehr dem Comite anheimstcllen, die Anarchie hervorzurufen, wodurch es der Reaction möglich werde, einzuschreiten wie in Prag. Graf Stadion erhob sich. Von diesem Augenblick hänge die Zukunft der Monarchie ab. Man nehme an, der Kaiser wolle nicht zurückkehren. Er könne es nicht, ohne die Pflichten gegen die Gesammtmonarchie zu verletzen. Seine Majestät dürfe sich nicht von einer Partei leiten lassen. Man sehe, daß gewisse Behörden (der Sicherheitsausschuß) noch immer unverantwortlich fortbeständen. Die Sicherheit sei also noch nicht vollkommen hergestellt. Es sei der Würde eines Volkes nicht angemessen, vom Staats- Oberhaupte etwas zu fordern. Sämmtliche Redner widersprachen dem Grafen Stadion. Hausschild fand es sonderbar, wie Se. konstitutionelle Majestät überhaupt etwas nicht angemessen finde, was das Ministerium und der Reichstag stattlich und nothwendig finde. Das Fordern sei wohl