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Neue

Hessische Zeitung.

«W <!4e Mittwoch, den 2 August. A8Z8«

Die Neue Hessische Zeitung erscheint täg lick», Sonntags mit einem Unterhaltungsblatte, und wird um 11 Uhr Morgens ausgegeben. Der Abonnementspreis beträgt 1 Tblr. 3 Sgr. für das Quartal, wofür alle kurhessischen Postämter und Buch­handlungen solche ohne Preiserhöhung liefern. Anzeigen jeder Art werden die Petitzeile mit 1 Sgr. berechnet.

Durch einen Druckfehler ist in unserm leitenden Artikel von Gestern S. 454. Zeile 34 von oben gesagt:die (Weimarsche) Staatsregierung sei weit entfernt, revolu­tionären Bestrebungen entgegen zu treten je. Es muß aber heißen:rep u bli ka nisch e n" Bestrebungen entgegen zu treten.

Politische Nachrichten.

Deutschland.

-v-Frankfurt, 31. Juli. 51. Sitzung des Deutschen Reichstages. Präsidentenwahl re. Nach Verkündi­gung der eingegangenen Beiträge zur Marine, des Austritts von Gervinus wegen Krankheit und mehrerer Urlaubs­gesuche läßt der Präsiden: die Adresse einer Deputation des Kölner Dombauvereins verlesen, worin die sämmtlichen Reichstagsmirglieder mit dein Reichsverweser nach Cöln ein- geladen werden. Der Präsident hat der Deputation geant­wortet, daß die Sendung einer Deputation von Seiten des Reichstages gewiß im Sinne der Versammlung liegen werde, eine Voraussetzung, welche die Versammlung heute bestätigte. Ueber die Wahl derselben wird später noch Beschluß gefaßt werden. Der Präsident machte zugleich die Mittheilung, daß der Erzherzog-Reichsverweser die Einladung nach Cöln ebenfalls angenommen habe. v. Schmerling, welcher mit dem Reichs-Kriegsminister heute zuerst seinen Platz auf der Ministerbank, welche sich vor den Bänken des rechten und linke» Centrums befindet, einnahin, nimmt das Wort, um Eröffnungen über die schleswig-holsteinschen Angelegen­heiten zu machen. Die Feindseligkeiten haben am 24. Juli wieder begonnen. Deutschland, dessen Volke man das ge­rechte Zeugniß nicht versagen könne, daß es das Aeußerste gethan habe, um den Kampf zu vermeiden, könne mit Ruhe dem Ausgange des Kampfes entgegensehen. Die Deutsche Geduld dürfe nicht soweit gehen, daß die Ehre dadurch beeinträchtigt werde. Eine Beeinträchtigung dieser Ehre sei aber hauptsächlich die Weigerung von Seiten Dä­nemarks, den Waffenstillstand durch die Centralgewalt ratificiren zu lassen. Mit gerechter Entrüstung spreche sich Wrangel über diese Weigerung aus. Der Krieg solle jetzt mit Entschiedenheit be­trieben werden, um ihn bald zu beendigen und zu dem Ende müsse ganz Deutschland sich an den Kosten desselben bethei­ligen. Das Ministerium beschäftige sich damit, Vorlagen zu machen, wie der Kriegsbedarf in den verschiedenen Deut­schen Ländern aufgebracht werden könne. Schließlich ermahnt

der Minister die Versammlung, mitzuwirken, um das Deut­sche Volk über den Zweck und die Nothwendigkeit dieser Maßregeln aufzuklären. Peucker (Kriegsminister) nahm hierauf zum ersten Male das Wort und legte in einer kur­zen, kräftigen Sprache die Maßregeln, welche das Reichs- Kriegsministerium in dieser Sache genommen habe, der Ver­sammlung vor. Das Ministerium habe 2 Gesichtspunkte hierbei festgehalten: 1) den, daß der Krieg in kürzester Frist mit der größten Energie und auf eine Deutschlands würdige Weise zu Ende geführt werde und 2) daß allen Deutschen Volksstämmen die Theilnahme an der Ehre vermittelt werde, Deutschlands Waffenruhm auf dem Schlachtfelde des ersten Bundeskrieges vertreten zu können und so der Welt das schönste Bild eines in seinen Fürsten und Völkern eng ver­bundenen Volkes vorzuführen. Das Kriegsministerium habe, obwohl der Reichsverweser nicht anwesend und der Geschäfts­gang noch nicht geregelt sei, doch, da Gefahr im Verzüge, sich sofort mit allen Landes-Kriegsministerien in Verbindung gesetzt und unter Vorbehalt der Genehmigung durch den Reichsverweser verlangt, daß alle die Kräfte, welche das gestrige Schreiben Wrangels begehrt, sofort mobil gemacht würden, die dann mit Hülfe von Dampfschiffen und Eisen­bahnen dem General zugeführt werden sollten. Oest­reicher, das 7. 8. 9. A r m e e c o r p s wür­den in Verbindung mit ihren tapfern nord­deutschen Kampfgenossen dem Feinde die eindringliche Lehre geben, daß das einige Deutschland ungestraft sich nicht verhöhnen lasse. (Lebhafter Beifall.) Schott nimmt hierauf das Wort, um die Anerkennung der preußischen Tapferkeit und die Bereitwilligkeit der Süddeutschen auszusprechen, an dem Kampfe Theil zu nehmen. (Bravo) Die Ver­sammlung geht dann unter Aussprechen des Dankes für diese Mittheilung zur Tagesordnung, der Wahl des Präsidii, über. Als erster Präsident wird ge­wählt H. v. Gagern mit 357 von 391 Stimmen. Jtzstein erhielt 25, v. Soiron 4, Radowitz 2, Gritzner 1, Ruge 1, Pfähler 1 Stimme. Nachdem die Wahl Gagerns von der Versammlung durch Klatschen anhaltend begrüßt war, nahm er sichtlich bewegt daS Wort.Meine Herrn! Zum viertenmal haben mich überwiegende Stimmen dieser Ver­sammlung, ich darf auch vielleicht sagen, daS Vertrauen, daS Wohlwollen dieser Versammlung auf diese Stelle be-