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Montag, den 31. Juli.

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Die Neue Hessische Zeitung erscheint t ä fl l i d), Sonntags mit einem Unterhaltungsblatte, und ^wird um 11 Uhr Morgens ausgegeben. Der Abonuenientspreis beträgt 1 Thir. 3 Sgr. für Vas Quartal, wofür alle kurhessischen Postämter und Buch­handlungen solche ohne Preiserhöhung liefern. Anzeigen jeder Art werden die Petitzeile mit 1 Sgr. berechnet.

Politische I^-achrichterr. Deutschland.

S ch l e s w i g - H o l st e i n i s ch e Angelegenheiten.

Der Oberbefehlshaber hat ein Schreiben an den Präsi­denten der Schleswig-Holsteinschen Ständekammer erlassen, worin er für die von den Ständen an die Armee gerichtete Dankadresse seinen Dank ansspricht. Auch der Bevölkerung des Landes dankt er darin für ihre zuvorkommende Freund­lichkeit und für die aufmerksame Sorge, womit sie sich der Soldaten angenommen habe:Ich bin jetzt nicht mehr preußischer General, noch habe ich meine Befehle von einem preußischen Ministerium zu empfangen, sondern ich bin Deutscher Bundes-General und meine mir vorgesetzte Be­hörde ist die Central - Gewalt, ist der Erzherzog Johann," so ungefähr sollen nach der Angabe der Schleswig-Hol- steinscpen Zeitung die Worte gelautet haben, mit denen der alte Wrangel das Ansinnen zurückwies, einen für Deutsch­land schmachvollen Waffenstillstand zu unterzeichnen. Die Regiments - Chefs und Bataillons - Commandeurs der Schlkswig-Holsteinschen Truppen sollen, ohne daß Ossieicre und Soldaten etwas davon wissen, im Namen der Schles- Wig-Holsteinschen Armee eine Erklärung gegen die a.lf Auf­hebung der Personal-Union gerichteten Bestrebungen erlassen haben. Die Stadt Kiel hat in die constilutirende Na- tional-Versammlung ihres Landes den Professor Olshausen und Landvogt Jensen gewählt.

Wien, 26. Juli. In der heutigen Sitzung ver Natio­nal-Versammlung ward ein Antrag auf Aufhebung der Unterthanen Verhältnisse (der Bauern) eingebracht und um 3 Tage vertagt. Eine Eingabe des Sicherheits - Aus­schußes ward vorgelesen, in welcher dieser den Reichstag ehrfurchtsvoll begrüßt und um Sanction seines Fortbe­stehens bittet. Er halte sein Bestehen jetzt noch für noth­wendig und werde sich nicht auflösen, so lange der Reichs­tag ihn nicht aufhebe oder das Ministerium nicht Garantie gegeben, daß seine Geschäfte ordentlichen, das Vertrauen verdienenden Männern zugewiesen seien.

Die Wiener Zeitung meldet amtlich die Pensionirung des Tyroler Landes-Gouverneurs, Grasen Brandis, an dessen Stelle Freiherr v. Benz getreten ist.

Wien, 27. Juli. In der heutigen Sitzung der Na­tionalversammlung haben auch die Slawen eine Niederlage erlitten. Sie verlangten bei der Berathung der Geschäfts­

ordnung die Bildung der Abtheilungen durch Wahl; sie würden dabei vermöge ihrer numerischen Majorität im Vor­theil gewesen sein. Aber nach einer stürmischen Discussion, in welcher die Slawen jedes Mittel aufboten, um zum Siege zu gelangen, wurde der von Mayer glänzend ver­theidigte Commissionsantrag angenommen. Während der Debatte erschien der Kriegsminister und verlas folgende telegraphische Depesche von Radetzky:

Padua, 25. Juli. Unsere Armee erfocht einen glänzenden Sieg, der Feind ist in die Flucht geschlagen, sämmtliche Verschanzungen sind genommen. Rivoli, Castelnuovo, S o m m a - campagna sind unser. Sechs Kanonen, eine Fahne sind erobert, ein General u itb mehre Offieiere sind gefangen. Stürmischer Beifall der Rechten und der Centra.

Die Allgemeine Zeitung bringt aus Botzen die Cou­rier - Nachricht aus Verona von diesem Siege , wo­nach 40 Kanonen genommen und der Feind über den Mincio zurückgedrängt ist. Der linke Flügel unter Baron Melden soll bis Verona vorgedrungen sein.

Morgen wird der Reichstag zur Anerkennung der Re­volution einer vom Sicherheits - Ausschuß veranstalteten Trauermesse für die Märzopfer beiwohnen.

Preußische Reaction betreffend.

Der Berliner Preußenverein hat eine Entgegnung auf das Placat des konstitutionellen Kongresses veröffentlicht. Er spricht gegen die tiefe Entrüstung dieses Kongresses seine tiefere Entrüstung über die Gesinnungen aus, welchepreu­ßische Staatsbürger" in jener Adresse geäußert hatten, wo­nach sie Preußen wollten mediatisiren lassen. Auch wird sich gegen die Anmaßung der Nichtpreußen verwahrt, welche über das Schicksal Preußens, das die Spitze eines einigen Deutschlands sein müsse, bestimmen wollen. Bezeichnend ist es, daß am 26. d. M. mehrere Bataillone der Bürger­wehr unter Absingung des Liedes:ich bin ein Preuße" rc. vom Erercieren heimkehrten. DieSpenersche" Zeitung welche bekanntlich stark preußisch ist, will wissen, Dänemark habe beim Abb rech?» her Friedensunterhandlungen erklärt, die Art undWeise, wie die auswärtige Politik in Frankfurt a. M. behandelt werde, flöße , ein genügendes Vertrauen in die mit der Reich