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versähen Volksversammlung am 19. b. Mon. abgelehnten Adresse an die Nationalversammlung (die Adresse des Dr. Schläger hatte man entschiedener befunden) durch Namens- unterschrift betheiligen zu wollen. Die Adresse selbst lautet: „An die hohe deutsche Nationalversammlung. Mit unbegränzter Freude, mit aus dem Herzen kommendem Jubel hat Deutschlands gestimmtes Volk die Wahl eines provisorischen Reichsverwesers in der erlauchten Person Sr. kaiserlichen Hoheit, des Erzherzogs Johann von Oesterreich, vernommen. Auch die Hannoveraner nehmen an diesen Gefühlen und an den in solchem wichtigen Zeitpunkte neubelebten Hoffnungen für des großen Vaterlandes Glück und Gedeihen den innigsten Antheil. Wenn aber das bedeutungsvolle Ereigniß zu einer hinlänglich bekannten, vom 7. d. M. batisten, Erklärung der königlich hannoverschen Regierung an die hiesige Ständeversammlung Anlaß gegeben hat, so finden dadurch die ehrerbietigst unterzeichneten Bewohner der Residenzstadt Hannover sich gedrungen, zur Vermeidung aller Zweifel hiermit die Versicherung abzugeben und vor hoher Nationalversammlung niederzulegen: daß sie ihrerseits für heilige Pflicht halten, die Beschlüsse der hohen Nationalversammlung als verbindlich anzuerkennen und sich der aufgestellten Centralgewalt zu unterwerfen. Sie sprechen dieß in Uebereinstimmung mit der von den hannoverschen Deputirteu in Frankfurt gegebenen Erklärung mit um so größerer Wärme aus, als sie durchdrungen sind von der Ueberzeugung, daß die ersehnte Einigung Deutschlands auf einem andern Wege nie zu erreichen sein würde. Hannover, den 25. Juli 1848."
Wir können uns auch bei dieser Adresse der „reaetionä- ren Partei" des hannoverschen Volkes einigermaßen beruhigen.
Die stärkste der aus dem Hannoverschen Lande gegen die bekannte königliche Erklärung erhobenen Protcstationen ist ohne Zweifel die der Hildesheimer Volksversammlung. Es heißt darin unter andern:
Das einzige Verdienst des Ministerialschreibens bestehe darin, daß es von dem Talleyrandschen Worte: die menschliche Sprache sei nur erfunden worden, um die Gedanken zu verbergen, eine verunglückte Anwendung mache; sogar die 2te Kammer, welche im Allgemeinen den Volkswillen so wenig beachtet habe, sei erstaunt gewesen. Die in dem Schreiben so hoch gehaltene Selbstständigkeit der Deutschen Staaten werde von der Geschichte als die wesentlichste Ursache unserer Zerrissenheiten und Leiden viel zu sehr angeklagt, als daß man sich mit einem Protest begnügen könne. Man bitte die Nationalversammlung dringend, doch jene Selbstständigkeit noch mehr, als beabsichtigt werde, zu beschranken und werde den Beschlüssen der Nationalversammlung mit allen Kräften zur Seite stehen.
Uebrigens sollen in Hannover bereits neue Ministerlisten eirculiren. Man nennt Hantelmann, Jacobi, Lang 11. Die Schwierigkeit besteht darin, daß die letzte Kammer keine Gelegenheit bot, die geeigneten politischen Charaktere zu produciren und man sich über die Majorität der demnâch- stigen Kammer in Ungewißheit befindet. Es würde sich also doch um ein vielleicht bloß vorübergehendes Ministerium handeln.
^Preußische 91 e a c t i o n betreffend.
Berlin, 25. Juli. Ein an allen Straßenecken gestern angehefteter „Aufruf an das Volk" vom hiesigen Preußen- verein beklagt das Aufgehen Preußens in Deutschland und fordert zur offenen Widersetzlichkeit gegen die Frankfurter National-Versammlung auf. Einige Bürgerwehr - Abtheilungen — Pfahlbürger, welche etwas zu verlieren fürchten, wenn in Berlin keine fremden Gesandten mehr residiren sollen sich auf Anregung ihrer Hauptleute zur Verweigerung des dem Reichsverweser zu leistenden HuldigungsEides vereinigt haben. — Die „Deutsche Wehrzeitung" herausgegeben von Officiers und Militairbeamten, und Organ der Militair - Fraction der Potsdamer Reactionairs, spricht sich „Namens der Armee" ähnlich aus. Doch ist mehr als Preußenthum in diesem Blatte enthalten, welches sich und die Untiefen seiner Gesinnung zum Glück nur allzusehr verräth. Es erklärt auch die Vereidigung des Militairs auf die Verfassung für einen „Spuk" für eine „Komödie." — Besonders unangenehm soll der Passus in dem Reichs-Kriegs-Ministerial-Beschluß ausgefallen sein, wonach die Truppen angewiesen werden, in außerordentlichen Fällen ausnahmsweise seinen Befehlen unmittelbar Folge zu leisten. — In der Stadt Berlin herrscht angeblich große Mißstimmung gegen die Absicht, Preußen verkleinern zu wollen. (Das kann uns von Residenz- lern nicht wundern, am wenigsten von Berlinern.) Gestern und heute hat man an der Börse die Deutschen Cocarden abgelegt.—Die lithographirte Korrespondenz redet sogar von einer Allianz zwischen Preußen, Braunschweig (?), Hannover, Baiern, — um die Selbstständigkeit der Einzelstaaten Deutschland gegenüber zu wahren. Von einer Allianz kann nun wohl noch nicht die Rede sein, auch laborirt die ganze Nachricht an sehr verdächtigen Unrichtigkeiten. Gewiß soll aber sein, daß Hannover Versuche gemacht hat, für seine Renitenz Bundes-Genossen zu gewinnen.
v. Beckerath und v. Auerswald sind aus Frankfurt in Berlin angekommen, angeblich, um in Berlin zu versöhnen und zu vermitteln, in Frankfurt dagegen richtigere Ansichten über Preußens Stellung zur Geltung zu bringen. — Die Deutsche Zeitung endlich, die geehrte und gefürchtete Gönnerin Preußens, bringt in ihrer vorgestrigen Nummer einen leitenden Artikel, worin der widerspänstigen Stimmung Preußens ein ernstes und scharfes Wort zugerufen wird. Auch die Deutsche Zeitung mit ihrer Borussomanie meint denn doch, daß bis jetzt kein Grund für Preußen vorhanden sei, der Nationalversammlung irgend entgegenzutreten; sie schließt mit den Worten: Hätten wir uns in dem Vertrauen getäuscht, das wir auf die Bereitwilligkeit der Regierungen setzten, die Wiedergeburt Deutschlands wetteifernd mit dem Volke zu fördern, so würden wir im geringsten Falle die Feder niederlegen und schweigen müssen. Tausende und Hundertlausende aber werden mit uns an der Gelehrigkeit der höheren Klassen verzagen; man wird den Dingen ihren Lauf lassen, die man nicht ändern kann, und die ihrem Schicksale übergeben, die nicht geholfen haben wollen.
Berlin. Der am 23. hier gehaltene constitullonello