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Beilage zu Nr. 59 der Neuen Hessischen Zeitung.

ist am 22. nach heftigen Debatten über die Sache zur Tagesordnung geschritten) so soll sie nach Frankfurt gehen. Erreicht sie auch hier ihren Zweck nicht, so werden die Studenten sämmtlich in ihre Heimath zurückkehren und die badischen Universitäten Heidelberg und Freiburg in Deut­schen Verruf erklären. Zustimmende Adressen der Tübinger, Wiener und Würzburger Studenten sind bereits zu Neustadt angelangt.

Heidelberg, 23. Juli. Heute traf hier die Nachricht ein, die ausgezogenen Studenten seien nunmehr, da alle .demokratischen Vereine Badens aufgelöst worden, nachdem sie eine Woche fortgewesen, wieder auf dem Rückwege hierher.

Wiesbaden. Den nach Mainz zurückgekehrten Reichs- truppen hat es so wohl bei uns gefallen, daß ein Böhme seinem Wirthe beim Abschied sagte:Machens doch heut noch geschwind ein Bissel Krawall, daß ich noch einen Tag bei Ihnen bleiben darf."

Kassel, 17. Juli. Der hiesige Arbeiterverein beschloß Gestern einen Deputaten zum Frankfurter Gewerbecongreß mit den andern Arbeitervereinen Kurhessens gemeinschaftlich abzuschicken. Der Deputirte sollte die speciellen Interessen der Arbeiter im engern Sinn, den Arbeitgebern und Unter­nehmern gegenüber, beim Congreß vertreten. Als ein Haupt- streben des Vereins ward die Errichtung von Arbeitsnach- weisungsbüreaur unb öffentlichen Anstalten für den unent­geltlichen Volksunterricht bezeichnet.

Großbritannien.

London, 22 Juli. Heute hat Lord J. Russell die gestern angekündigte Bill im Unlerhause verlesen. Das ständige Geschäfts-Reglement ward suspendirt und die Bill noch in derselben Sitzung durch alle Stadien hindurch ver­handelt und genehmigt. In Irland sind wieder mehre Klubbführer verhaftet worden. Die Aufregung war groß, doch ist es zu einer Erhebung überall nicht gekommen.

Donaufürstenthümer.

Nach einer Angabe der Bresl. Zeitung hätte der Preuß. General- Eonsul und die übrigen Consuln nach dem Ein­marsch der russ. Truppen in die Moldau und nachdem kei­nerlei Aufklärung über dieses Ercigniß gegeben, die Be­ziehungen zum Gouvernement abgebrochen, mit der au das Gouvernement selbst, an das russ. Konsulat und an den türkischen Kommissar abgegebenen Erklärung, man see bei dem Hospodaren durch den Berat der Pforte akkredidirt, und nicht im Stande, Functionen bei einem Gouvernement aus­zuüben, welches gegenwärtig einem anderen, als dem einzig legitimen Einstuß der Pforte unterliege. Uebrigens ha­ben alle Behörden 3 Wochen ihre Functionen freilich auch der Cholera wegen eingestellt. Eine russische Re- coustruction der Verfassung steht bevor.

Türkei.

Die Pforte will die Intervention in den Donaufürsten- thümern gemeinschaftlich mit Rußland ins Werk setzen. Zu der sich weit und heftig verbreitenden Cholera soll nun arich die Pest gekomnien sein. (Allg» Ztg.)

Die Erklärung der schleSwig-holsteinschonRegierrmg. Aus der letzten Schleswig-Holsteinischen Ständesitzung vom 22. d. M. tragen wir noch nachträglich den interessanten Vor­

trag des Ministers des Auswärtigen nach: Nach der 2 Stun­den dauernden Verlesung der detaillirten Darstellung der be­treffenden Ereignisse und Verhandlungen, welche mit der Nachricht schloß, daß die Waffenrube bis zum 24. d. M. verlängert worden sei, ergriff Graf Reventlow-Preetz, Na­mens der provisorischen Regierung zur näheren Erläuterung das Wort: Der Schritt der provisorischen Regierung vom 24. März während das Land den Feinden offen und ohne allen bewaffneten Schutz, Deutschland aber in voller Krisis begriffen war sei ein sehr gewagter gewesen, und finde seine Rechtfertigung nur in der vollständigen Nothwendigkeit. Ec sei durch die Gnade Gottes und die Hülfe Deutschlands gelungen. Die provisorische Regierung sei von Deutschland anerkannt, das Land in das Deutsche Bundesgebiet ausgenommen, die Deutschen Truppen decken jetzt siegreich die Gränzen. Aber England, Schweden, Rußland ist von Dänemark herbeigerufen. Die Waffen ruhen demnach und Unterhandlungen schleppender als die Verhandlungen der Stände werden gepflogen, deren noch ungewisse Resultate in diesen Tagen erwartet werden. Die Rechtsansprüche des Landes seien klar und anerkannt. Ob die Deutsche Sache vollständig siegen werde oder nicht das werde die bis jetzt noch verschleierte Zukunft lehren. Die Regierung habe, wie der Versamm­lung bekannt sei, erklärt, daß sie freiwillig nicht ab­treten werde, daß ihre Sache eine Deutsche sei, es mit­hin auf die Entscheidung der Central-Gewalt anfomme. Sie habe sich gegen die zuerst ausgestellten Be­dingungen erklärt und diese auch beseitigt. Diese Bedin­gungen seien unmöglich. Nur die schlimme Lage Preußens, die Vernichtung seines Handels, die Schutzlosigkeit seiner Küsten mache die geschehene Zustimmung Preußens zu sol­chen Bedingungen erklärlich: durch die Entschlossenheit des Bundcsfeldhcrrn seien sie beseitigt, und es werde jetzt auf ganz anderer Grundlage verhandelt, welche eher eine Verständigung möglich mache. Hierbei sei zu beachten, daß Schleswig - Holsteins Sache jetzt eine Deutsche Sache ge­worden sei und die Nothwendigkeit des größeren oder ge­ringeren Nachgebens nach den Verhältnissen Deutschlands sich bestimme. Deßhalb unterliegen auch die Verhandlun­gen der Genehmigung der Centralgewalt. Aber die Sache sei auch eine europäische geworden. Wenn der Waffenstillstand scheitere, so werde der Krieg ein europäischer Krieg sein. Dagegen seien durch die jetzt dem Waffenstillstand zu Grund gelegten Be­dingungen die Rechte des Landes sicher gestellt, die ma­teriellen Interessen des Landes nicht gefährdet, der Schiff- farth und dem Handel einige Monate gegönnt. Wenn dann der Krieg wieder ausbreche, so sei we­nigstens die Sicherheit von der Seeseite hergc- stellt. Sehr wichtig sei jetzt die Frage, wer das Land einst­weilen verwalten solle. Jedenfalls nur Männer des Volkse vertrauens, welche frei von dänischem Einflüsse seien. Wenn die provisorische Negierung solchen Männern weiche , so sei das kein Uebel ; im Gegentheil, das Land gewinne eine als legitim von ganz Europa anerkannte Regierung. Dann sei die RegierungSfrage eine bloße Personenfrage; die Auf-