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Die Hannoversche Morgenzeitung hatte die Frankfurter Verhandlungen über die hannoversche Erklärung aus Rück­sicht für den König mit Censurlücken herausgegeben. Dies soll der Grund sein, weshalb A. Cohen von der Redaction zurückgetreten ist.

Schleswig-Holfteinische Angelegenheiten.

Verschiedenen, aber tut Wesentlichen übereinstimmenden Nachrichten zufolge haben sich die Waffenstillstands-Un­terbandlungen am 24 Abends zerschlagen und die Feindseligkeiten sollen am 25. fortgesetzt werden. — Der Bremer Zeitung kommt aus Haderslebn vom 24. Abends 6 Uhr die angeblich officielle Nachricht zu, die Unterhandlungen seien gänzlich abgebrochen. Der dänische General Hedemann habe auf die Wrangelschen Bedingungen nicht eingehen wollen. Abends 10 Uhr laufe die Waffenruhe zu Ende. Andern Morgens sollten die Feind­seligkeiten von Neuem beginnen. — Durch diese Nachricht werden die Angaben des Lübecker Correspondenten durchaus bestätigt, welchem aus Kopenhagen bereits unterm 23. ge­schrieben wird, die Waffenstillstands-Unterhandlungen hätten sich definitiv zerschlagen. General Wrangel beharre daraus, daß die provisorische Regierung fortbestehe, und das Schles- wig-Holsteinsche Heer unaufgelöst bleibe. Die Herren Di­plomaten seien in der Voraussetzung, General Neumann habe dem General Wrangel den bestimmten Befehl seines Königs zur Unterzeichnung der Waffenstillstandsbedingungen überbracht, bitter getäuscht. Die dänische Negierung könne dem Wrangelschen Verlangen nicht nachgeben. Schon die ersten Bedingungen seien vom dänischen Volke sehr mißfällig aufgenommen worden. Die Regierung würde sich durch Nachgeben dem gewaltsamen Umsturz aussetzen. Der Kriegs- minister sei zur Armee abgegangen. Daß der Waffenstill­stand nicht abgeschlossen worden, hatte auch die Berlingsche Zeitung bereits am 22. als gewiß versichert. —- Hiermit steht der Umstand in sehr bedenklicher Uebereinstimmung, daß sich zwei dänische Kriegsschiffe, mit Truppen versehen, bereits wieder auf die Jagd begeben haben. Sie hoffen die preußischen Schiffe zu capern, welche etwa den Waffen­stillstandsnachrichten zu frühzeitig vertrauten. Es heißt, König Friedrich wolle noch einmal in Malmö persönlich versuchen, ob König Oscar nicht zu bewegen sei, Schweden und Norwegen in einen gefahrvollen Krieg zu stürzen, pur damit das dänische Kriegsministerium sich einige Monate länger halte.

Aus Wien schreibt man vom 23. d. M., daß der Banus von Kroatien vom Erzherzog Johann neuerdings aufgefordert worden sei, sich bis zum 26. Juli in Wien einzufinden, da der Erzherzog am 27. oder 28. nach Frankfurt zurückreisen wird. Der ungarische Premiermi­nister Batthyany wurde ebenfalls in Wien erwartet, um über den ungarisch-kroatischen Streit zu konferiren. Ob der Banus übrigens der an ihn gerichteten Aufforderung entsprechen werde, hielt man für zweifelhaft. — Nach Be­richten aus Innsbruck vom 19. wollte der Kaiser am 24 oder 25. von dort abreisen und am 27. oder 28. in Wien eintreffen. — Den Kaiser begleitet der Thronerbe,

Erzherzog Franz Joseph. — In Galizien und Krakau ist das Standrecht wieder aufgehoben. — Graf Brandis geht von Innsbruck ab, zunächst auf Urlaub.

§ Berlin. Nach einem Artikel der Spenerschen Zei­tung ist Camphausen bestimmt, als preußischer Gesandter bei der Centralgewalt accreditirt zu werden. Auf seinen Rath soll es geschehen sein, daß Preußen sich nicht blind­lings der Souverainetât der Frankfurter Versammlung habe fügen wollen. Von seinem Einflüsse hoffe man viel für die Feststellung eines richtigen Verhältnisses zwischen der Centralgewalt und den Einzel-Regierungen. Man kann sich diese Regungen desjenigen Preußenthums, welches sich wohl unterordnen, aber nicht ohne Noth ausopfern will, eines Preußenthums, welches wirkliche Verdienste, wirkliche Interessen, wirkliche Pflichten und Rechte großer und tüch- tiger Volksstämme vertritt, noch gefallen lassen. Dieses Preußenthum und seine Erhaltung liegt sogar im Interesse des gejammten Deutschlands, sowie die Erhaltung eines gesunden und starken Gliedes für den ganzen Körper noth­wendig ist. — Anders verhält es sich mit dem bornirten Preußenthum, welches noch in diesem Augenblicke nichts Anderes weiß und mag, als seinen alten preußischen Zopf, und welches — Gott fei es geklagt — in den preußischen Beamten, den Landjunkern und den Offizieren, namentlich den Garde-Offizieren, viele, sehr viele blinde Kämpen zählt. Daß sie gegen den vereinten Widerstand der durch die de­mokratischen und konstitutionellen Vereine repräsentirten Be­völkerung und gegen den Widerstand des übrigen Deutsch­lands werden aufkommen können, ist freilich nicht wohl an­zunehmen, inzwischen ist die Sache der aufmerksamsten, ängst­lichsten Beachtung werth. Diese verrannte Partei wird ohne allen Zweifel von einer Potsdamer Camarilla (nicht vom König selbst) gestützt und der Kriegsminister von Schre- ckenstein, von ihr getrieben, soll dem Reichs - Kriegsminister geschrieben haben, er könne und weide den anbefohlenen Huldigungsact nicht vollziehen lasten.

8 Berlin. In der Sitzuna der National-Versammlung vom 25. b. M. wurde die Zusammensetzung der Special- Commission für die Handwerker-Angelegenheit näher festge­setzt. Der Vorsitzende der Versastungs- Commission erstattete seinen Bericht und überreichte den Verfassungs-Entwurf, dessen Druck zur schleunigsten Vertheilung unter die Ab­theilungen beschlossen ward. Die Anträge der Commission für Geschäfts-Ordnung wurden sodann nach längeren De­batten genehmigt unb endlich beschlossen, daß das bisherige Sitzungslocal (die Sing-Acadmie) beizubehalten, jedoch für zweckmäßige Verbesserungesl desselben Sorge zu tragen sei. Nächste Sitzung Freitag, 28. Juli.

Heidelberg. Die nach Neustadt ausgezogenen Stu­denten haben beschlossen, eine Deputation gn die badische 2. Kammer mit bet Bitte zu finden, entweder das gegen ihren demokratischen Verein erlassene Verbot zurückzuneh- pten oder es al (g,e ptein auszusprechen. Im letzteren Fall würden sie natürlich nach ihrer Rückkehr vereint nist den Bürgern für bst Äffocialions- Rechte des Volkes einstehen. Richtet die Deputation in Baden Nichts aus, (die Kammer

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Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker.— Redaktion: Fr. Oetker und A. Pfaff. — Druck und Verlag von Th. Fischer in Gaffel.