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lung, denen er sein Jawort gegeben, Eingang bei den Is­raeliten zu verschaffen. Ein Widerstreben der Behörden hatte er um so weniger zu besorgen, da Dr. Philippson in seiner Zeitung des Judenthums von der Rabbinerver­sammlung aus, der dieser beiwohnte, mittheilte, daß sich auch der Rabbiner Gosen aus Marburg dabei eingefunden, als eigens von seiner Regierung zum Anschluß an dieselbe aufgesordert, welche letztere schöne Legitimation gleichwohl auf Unwahrheit beruht. Was die Dienstjahre des Herrn Gosen betrifft, so hat er früherhin in Kirchhain neben den Rabbinatsfünktionen eine Lotteriekollekte und Handel be­trieben , und wurde erst im 3. 1824 provisorisch als Provinzialrabbiner unter der später einigemal erneuerten, aber unerfüllt gelassenen Bedingung angestellt, sich den vorschriftsmäßigen Prüfungen zu unterziehen.

Marburg, den 19. Juli 1848. Moritz Erlanger.

Anfragen, Rügen und Wünsche.

1) Wie kommt es, daß die auf dem vorjährigen Post- Congresi zu Dresden verabredete, so wünschenswertste Er­mäßigung der Portosätze noch nicht in's Leben getreten ist. 2) Was ist auf den Antrag des Herrn Abgeordneten Vie­tor wegen Anerkennung der gesetzlichen Portofreiheit aller Landtagssachen erfolgt? 3) Warum ist die Vertrags- und gesetzwidrige Aufzeichnung und Erhebung des Portos in Untersuchungssachen noch nicht abgestellt worden? Kann es einem unschuldig Angeklagten gleichgültig sein, wenn sein 9l(ime mit dem Gegenstand der Anschuldigung auf jeder Adresse figurirt und Postmeister, Schreiber, Post- und Gerichtshöfen ihre Glossen darüber machen oder auch nur ihr Theil dabei denken? —a—

Die Absonderung der verschiedenen Stände ist sogar bis in die Kirchen gedrungen, und es gibt Menschen, die glau­ben, daß die Standesrücksichten dereinst auch im Himmel Anerkennung finden würden. Das Verschließen und Reser- viren der Kirchenstände, für solche Kirchengänger, welche einen Vorzug auch in der Kirche eingeräumt haben wollen, und sollten sie auch das Lösen und Ab- und Zuschreiben eines solchen Standes theuer bezahlen, ist durchaus unan­gemessen und verderblich. Am meisten besteht dieser Uebel­stand in der lutherischen Kirche, in der Brüderkirche, in der katholischen Kirche rc., insbesondere hinsichtlich der Frauenstände. Es wäre dringend zu wünschen, daß in dieser Hinsicht zweckdienliche Aenderungen getroffen würden. S.

Tagesordnung für die Stände-Sitzung Freitag den 28. Juli, Morgens 10 Uhr.

1) Berathung des Berichts des Budget-Ausschusses, die be­soldeten Nebenstellen betreffend.

2) Bericht dess. Ausschusses, den Gehalt eines Landgestüte-Direk- tors betreffend.

3) Desgl. die Korrektion der Leipziger Straße in der Stadt Fulda betreffend.

4) Berichte des Rechtspflege - Ausschusses über verschiedene Ein- gaben.____________

Bekanntmachungen.

[52] Friedrich - Wilhelms -dtordbahn.

Vom 1. August d. I. an werden die Probefahrten auf der Bahn­strecke von Karlshafen bis Grebenstein in folgender Weise stattfinden:

Cours von Karlshafen nach Grebenstein.

1r Zug. Abgang von Karlshafen: Vormittags 5 Uhr.

Ankunft zu Grebenstein: Vormittags 6 Uhr 7 Blinnten.

2r Zug. Abgang von Karlshafen: Vormittags 10 Uhr.

Ankunft zu Grebenstein: Vormittags 11 Uhr 7 Min.

3r Zug. Abgang von Karlshafen: Nachmittags 4 Uhr.

Ankunft zu Grebenstein: Nachmittags 5 Uhr 7 Min. Cours von Grebenstein nach Karlshafen.

1r Zug. Abgang von Grebenstein: Vormittags 6 Uhr 30 Min. Ankunft zu Karlshafen: Vormittags 7 Uhr 37 Min.

2r Zug. Abgang von Grebenstein: Vormittags 11 Uhr 30 Min. Ankunft zu Karlshafen: Vormittags 12 Uhr 37 Min. 3r Zug. Abgang von Grebenstein: Nachmittags 5 Uhr 30 Min. Ankunft zu Karlshafen: Nachmittags 6 Uhr 37 Min.

Die täglich dreimal, nämlich Vormittags 4 Uhr, 9 Uhr und Nachmittags 3 Uhr von Kassel abgehenden Omnibusfahrten schlie­ßen sich in Grebenstein an die von dort nach Karlshafen gehenden Bahnzüge, der Zug Nr. 1 an die täglich abwärts gehenden und der Zug Nr. 3 an die täglich aufwärts gehenden Weser-Dampf­schifffahrten an. Die zurückkehrenden Omnibus stehen zur Disposition der mit den Bahnzügen von Karlshafen ankommenden Reisenden. Kassel, am 25. Juli 1818.

Die Direction der Friedrich - WilhelmS- Nordbahil.

[53] Erklär u n g.

Als Erwiderung auf die Mittheilung in dem Briefkasten der Beilage Nr. 49 dieses Blattes bemerke ich Folgendes:

Ich erkenne die ausgedehnteste Freiheit des Urtheils über meinen politischen Charakter an und überlasse daher auch den Urtheilern völlig die Begründung ihrer Urtheile. Nur insofern dergleichen Ur­theile mir als Verdächtigungen erscheinen, vindicire ich mir das Recht, mich dagegen zu vertheidigen, und weise dabei allgemeine Verdächtigungen wiederholt und ein für allemal zurück, bin auch überzeugt, daß sie bei einem gerechten Volke keinen Anklang finden.

Marburg, den 23. Juli 1848.

F r. Z a h n.

Handels- und Borsennachrichten.

Frankfurt, 25. Juli. — Kurhessen: Fr. Wilh. N. V. Cer- tificate 40% B. 39’/8 ®.; Vierzig-Th. Loose 267, B. 26% G.-O e- sterreich: 5pCt. Bietall. 68 P. 67 G.; 4pCt. Bl. 56 P. — G -, 2 72 vEt. M. 35V» P- 35y8 ®.-; Bankact. 1200 P. 1190 G.; 250 fl. Loose 74 P. 73 Gi; 500 fl. Loose 1107, P. W972 G.; 4'/. pCt. Bethm. Obligat. 64 P. 63 G.; 4pCt. Bethm. Oblig. 557, P. 547, G.—Preu ßen: Prämiensch. 887« P. 877«G.;

37, pCt. Staatsschuldsch, 76 P. 75 G.; Köln - Aachen. E. A. — P — G.: Köln-Mind. D. A. 777. P. 767« G. — Baiern : 37z pCt. Oblig. — P. 76 G.; Ludw. Kan. Act. 22$. 21%®.; Ludw. Berb. Act. 687, B. 687, ®. — £. Darm­stadt: 50 fl. Loose 647,$. 64 G-; 25 fl. Loose 22 P. 21 7,®. 37, pCt. Oblig. 79 P 78 G.; 4 pCt. Oblig. 887« P. 877t ®- — Baden: 37, V®. Oblig. 77 $. 767,®.; 50 fl. Loose 487« P- 487« G-: 35 fl. Loose 277, P- 277, ®- — Würtemberg: 37« pCt. Oblig. 79% P. 787, ®- 5 47, pCt. neue Oblig. 947- $■ 9* G. — Nassau: 37, rlSt. Oblig. 83 $. 82 G.: 25 fl. Loose

22 P. 217. G. — Frankfurt: 3 pCt. Oblig. 827, P--®-5 37, pCt.j Oblig. v. 1839. 947, $. 94 G.; 37, vCt. Obl. V. 1846. 89s/, $.88%®.; TaunuSb. Act. 288 P. 284 G. — Hol­land: 27, pCt. Jntegr. 46 $. 457,®.; 4 pCt. Oblig. — P. 70% G.; 37, Synd. — P. 69 G. — Spanien: 3 pCt. Ac. tivsch. — P. — ®.; 3 pCt. Innere Sch. 187, P. 187, G.— Portugal: 3 pCt. Cons. L. St. ü 12 fl. — $• — ®. — Po­len: 300 fl. Loose 88 P. — G.; 4 pCt. Oblig. über 500 fl. 64 $. 63 G. — Rußland: 4 pCt. in R. fl. 2. b. Grun L 0. — P. 747, ®.: 4pCt. dsgl.b. Stiegl.L V. - P. 747/-G.— Sardinien: 36 Fr. Loose b. Bethm. 24% P. 247. ®- - ® vl>d- cours: Pistolen9 fl. 54% fr.; Holl. 10 fl. St. 10 fl. 4 fr.; 20 Fr. St. 9d J7kr.:Engl.Sov. 12fl.2kr.; Randdnc. 5fl.36—Wcchs.-Disc. 2.

Berti n, 2. Juli. - Fr. Wilh. N.B. - B. - G.; Vrß. St.Schuldsch. 74 P. 737, ®-1 Köln.-Mind. E.Act. 37,pCt. 767« bis 767, bz., 47,pCt. 88 bj.