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Präsident Grabow 290. Vicepräsidenten wurden Kosch, Jonas, v. Unruh, Philipps.

Mannheim, 23. Juli. Die hiesigen Verwandten Heckers erzählen, Hecker habe sich entschlossen, Anfangs September nach Nordamerika auszuwandern. (D. Z.)

Dresden. Die erste Kammer hat das königliche De­kret wegen Einführung der Einkommensteuer am 22. Juli ebenfalls genehmigt.

^Marburg, 24. Juli. Der allgemeine Deutsche Tur­nerbund macht, der Spaltung auf der Hanauer Tagsatzung ungeachtet, seit dem laufenden Monate die erfreulichsten Fortschritte. Immer mehr Gemeinden erklären beim hie­sigen provisorischen Vororte ihren bestimmten, oft einstim­mig beschlossenen Beitritt, und selbst unter den Vereinen des demokratischen Turnerbundes taucht das Bewußtsein auf, daß man mit dem freundschaftlichen Auschließen an das demokratische Centralkomitè einen voreiligen und der Tur­nerei schädlichen Schritt gethan habe. — So leben wir denn der Hoffnung, daß bald wieder dieser turnerische Son- derbund verschwinden und sich dem allgemeinen Deutschen Turnerbund auf's Neue auschließen möge. — Leipzig hat sich nunmehr zur Annahme der definitiven Vorortschaft bereit erklärt und Marburg wird daher nach den Hanauer Beschlüssen seine nur provisorischen Vorortsgeschäfte dem­nächst Niederlagen und au die genannte Turngemeinde über­tragen.

Frankreich.

Paris. In der Sitzung der National-Versammlung vom 21. Juli. d. M. wurde der menschenfreundliche Vor­schlag Astouins, „dem Lohn der Arbeiter bei Bankerotten die -Priorität selbst vor den Gerichtskosten zu gestatten" an den Legitimations-Ausschuß gewiesen.

Paris. Die Unterstützung der Bedürftigen durch Geld findet bei aller Theilnahme für die Armen nur wenigen Anklang; man bemüht sich, dem Einzelnen in seinem Hause Hülfe zukommen zu lassen, man sucht ihm besonders durch Ertheilung von Naturalien, sowie von Arbeit unter die Arme zu greifen, und richtet, wenn man nach Journal­artikeln schließen darf, in den Berathungen der Privaten, Behörden und Ausschüsse sein Augenmerk darauf, Hülfs- kassen für alte und kranke Arbeiter zu gründen und den Kindern der Arbeiter einen nützlichen Unterricht zu verschaffen.

Das sogenannte „Ermunterungskonseil," das einem Be- schluß der Nationalversammlung gemäß die für Associa­tionen von Arbeitern oder zwischen Arbeitern und Ar­beitgebern votirten Fonds verwaltet, hat angezeigt, daß es Gesuche um Geldvorschüsse annimmt, doch werden dieselben nur solchen Manufakturassociationen gewährt werden, welche gute Bürgschaften für ihren Erfolg geben.

Paris, 21. Juli. Das Schloß von St. Cloud soll in die polytechnische Schule verwandelt werden. Dieser vor­trefflichen Schule steht eine bedeutende Vermehrung der Schülerzahl bevor, seitdem Unterricht, Wohnung und Kost

gratis votirt sind. — Heute wurden in der Rue Mon­taigne die eleganten Equipagen, Pferde, Reitgeräthschaften u. s. w. des Grafen v. Paris und der Herzogin von Or- lrans für ein wahres Spottgeld losgeschlagen.

Italien

Dem Vater der italienischen Bewegung ist diese schon längst über den Kopf gewachsen. In der schiefen Stellung als Oberhirte derjenigen, gegen welche sich die Bewegung jetzt so heftig richtet, ist es nur zu verwundern, wie Pio Nono so lange und so geschickt zu temponsiren wußte. Die Antwort des Papstes an die römische Deputirten - Kam­mer, worin er gegen die kriegslustige Adresse der Kammer protestirt und nichts vom Kriege wissen will, hat nicht blos in Rom, sondern in ganz Italien große Aufregung hervor­gebracht. Bedenkt man die Stimmung, welche schon seit geraumer Zeit immer feindseliger gegen ihn wurde, so ist die von der D. A. Z. für officiell gehaltene Nachricht so unwahrscheinlich nicht: das römische Ministerium habe sich zur provisorischen Regierung des Rö­mischen Staats erklärt. Es wäre das nur ein Aussprechen des factisch bereits Bestehenden.

Die piemontesischen Truppen sind am 15. d. M. in Venedig eingerückt.

Ungarn

Nachrichten der Breslauer Zeitung vom Kriegsschauplätze. Am 15. erstürmten die Ungarn unter General Bechthold St. Thomas, nachdem sie es mit 38 Kanonen zusammen- geschossen hatten. Sie ermordeten alle darin befindlichen Raizen und Serben. Nach der Einnahme von St. Tho­mas rückten sie auf Szegedin. Hier aber wurden sie von 15000 vereinigten Serben und Illyriern aufs Haupt ge­schlagen. Der von russischen Officieren dirigirte Feind unterhielt ein mörderisches Feuer, welchem die noch unge­übten Ungarischen National - Garden nicht zu widerstehn vermochten. (Die Allg. Zeitung bestätigt diese Angaben.)

Großbritannien.

London, 22. Juli. In der gestrigen Sitzung des Unterhauses erhob sich vor Beginn der Verhandlung Lord I. Russell und sagte unter dem tiefsten Schweigen der Versammlung: „Herr Sprecher, ich zeige an, daß ich mor­gen um 12 Uhr um Erlaubniß zur Einbringung einer Bill nachsuchen werde, welche den Lordstatthalter oder jeden sonstigen Gouverneur oder Gouverneure von Irland er­mächtigt, bis zum 1. März 1849 solche Personen zu ver­haften und festzuhalten, welche der Verschwörung gegen Ihrer Majestät Regierung und Personen verdächtig sind. Das ganze Haus stimmte mit lebhaftem Applaus bei.

Donaufürstenthümer.

Nach direkten Briefen aus Jassy vom 14. Juli sind die Russen am 10. Abends 4300 Mann stark, in Jassy ein­gerückt. Die Cholera richtet daselbst schreckliche Verhee­rungen an. (Allg. Ztg.)

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker.— Redaktion: Fr. Oetker und A. Pfaff. — Druck und Verlag von Th. Fischer in Caffel.