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ist ermächtigt, den assozi'.rten Arbeitern diejenigen öffentli­chen Arbeiten, welche sich dazu eignen, zuzuschlagen oder konzessionsweise zu bewilligen. Ein Reglement der öffent­lichen Verwaltung wird die Beschaffenheit der zuzuschlagen­den oder konzessionsweise zu bewilligenden Arbeiten, sowie die Form und die Bedingungen der Zuschlagungen oder der Konzessionen seststellen." Der Staatsbautenminister erklärte, daß er sich dem Vernard'schen Vorschläge anschließe, wor­auf derselbe mit starker Majorität angenommen wurde.

Paris, 19. Juli. Die Militair - Commissionen haben gestern ihre Thätigkeit begonnen. Ungefähr 300 Indivi­duen erleiden bereits summarische Prozedur. Die Militair- Commission erkennt nach Einsicht des Protokolls der Ver­haftung und des ersten Verhörs, ohne den Beschuldigten mehr zu hören, nach einer der drei folgenden Kategorieen: 1) Freilassung, 2) Bestimmung zur Transportation, oder 3) Stellung vor ein Kriegsgericht. Gegen die ersten bei­den Urtheile findet kein Recurs Statt.

Paris, 20. Juli. Marrast ist im 2ten Skrutinium mit 411 Stimmen zum Präsidenten, (Lacrosse hatte nur 334,) Birio, Trelat und Vivien sind zu Vicepräsidenten gewählt worden.

Italien.

Eine kaiserl. kön. Oesterreichische Kolonne unter Liech­tenstein hat den Po überschritten, Ferrara eingenommen und die Oesterreichische Besatzung der Citadelle entsetzt. Die Stadt ergab sich am 14. auf Gnade und Ungnade. Der untere Po und die südwestliche Einschließung von Venedig ist nun vollends gedeckt. — Zwischen dem Für­sten Liechtenstein und dem päpstlichen Prolegaten Lovatelli ist dann die Convention abgeschlossen worden, daß die Ci­tadelle auf 2 Monate von der Stadt verproviantirt und dieser Vorrath als Reserve angesehn werde, und daß das österreich'sche Militairspital mit seinen Beamten der Stadt zur Last salle.

Sardinien. Das Blatt „Italia del Popylo" bringt die Nachricht, daß Sardinien nun definitiv die französische Republik anerkannt habe.

Monaco. (VeitrittzuOber-Jtalien.j Eine kleine neue Vergrößerung hat das Königreich Ober-Italien durch den Beitritt des Fürstenthums Monaco erhalten; die Ein­wohner von Monaco und Mentone haben durch Abgeord­nete in Mailand erklärt, daß sie ihres Landesvaters Flore­stan L überdrüssig seien und dem sich neu bildenden König­reich angehören wollten. Monaco hat 2'/z Ouadratmeilen, drei Gemeinden und 6800 Einwohner. Die Einkünfte des Landes, 80,000 Fr., wurden von der Regenten-Familie meist in Paris durchgebracht,

Neapel. (Nunziantes Niederlage bestätigt.) Die österreichische Ztg. schreibt aus Neapel, 6. 3uli: Ein- getroffene Briefe bestätigen die totale Niederlage Nunziante's. Don 5000 Mann konnten sich nur 800 einschiffen. Der Rest ist gefallen, verwundn oder gefangen. Nunzi.ante selbst ist gefährlich blessirt. Eine Menge Artillerie und Militair- Objecte sammt der Kriegs-Kasse von 23,000 Ducati sind in die Hände der Liberalen gefallen.

Donaufürstenthümer.

Jassy, 10. Juli. (Einmarsch russischer Truppen j Nach einer Mittheilung der Lemberger Zeitung ist der Einmarsch russischer Truppen in die Donaufürstenthümer am 10. Juli erfolgt. Um 7 Uhr Abends standen an den Feldern von Copo bei Jassy 4000 Mann Infanterie , eine Schwadron Kosaken und zwei, jede von 6 Kanonen bediente Batterien und schlugen daselbst ihr Lager auf. Chef dieser sämmt­lichen Truppen ist der General Duhamel und Commandeur der Infanterie Oberst Wrangel.

Spanien.

Die Regierungsblätter bringen nun auch die Nachricht, daß Königin Isabelle einen Erben erwarte.

Türkei.

Briefe aus C onstan ti n op e l vom 28. Juni melden, daß Reschid Pascha rcactivirt und zum Minister ohne Por­tefeuille ernannt worden ist.

Großbritannien.

In der Unterhaussitzung vom 17. erklärte Lord J. Russell, daß zu seinem großen Leidwesen die Bill wegen Aenderung der Schifffahrts-Gesetze in der gegenwärtigen Session nicht mehr könne zu Ende gebracht werden. Doch könnten, nach­dem das Unterhaus das Prinzip der Bill mit großer Ma­jorität anerkannt habe, die Kolonien und die interesstrten fremden Mächte sich darauf verlassen, daß die geeigneten Maßregeln schon in der ersten Hälfte der nächsten Session vom Parlament angenommen würden. Die Regierung wünsche indeß, daß das Unterhaus die Sache im Comltö verhandle und die Resolutionen genehmige, damit sie eine Bill darauf gründe, welche das Land während der Ferien prüfen möge.

Im Oktober soll — nach der Aussage der Iren — der irische Aufstand losbrechen. Die Regierung will gegen die Organisation der bewaffneten Klubbs auftreten. Doch gibt es noch kein Gesetz darüber. Lord Clarendon, der Lord­statthalter, wird zu einer deshalbigen Verabredung in Lon­don erwartet. Mehrere des Hochverraths beschuldigte Iren find von den Geschworenen freigesprochen wor­den. Daß die Königin ihren Besuch unterläßt, ist aller­dings ein Zeugniß für die Besorgnisse der Regierung. Die katholische Geistlichkeit ist für friedliche Agitation, erblickt aber in einem getrennten irischen Parlamente die einzige Rettung des unglücklichen Landes. — Die Sache der engli­schen Chartisten steht still — es fehlt den Comites an Geld. — Sir Ch. Napiers Geschwader — 10 Schiffe mit 400 Kanonen — ist von Spitbead ausgelaufen.

London, 19. Juli. Die Regierung hat sich zu ent­schiedenen Maßregeln gegen die Aufregung in Irland entschlossen. Stadt und Grafschaft Dublin, Stadt und Grafschaft Drogheda, so wie die Städte Cork und Waterford und mehre Baröfiien der beiden gleichnamigen Grafschaften sind unter die bekannte Coertitivakte gestellt worden. Atu 18. erschien die desfallsige Proklamation in Dublin. Der Lordlidutenant, Graf Clarendon, hat seine Reise nach London äüfgeschoben; die Gährung wird mit jedem Tage bedenklicher.

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker.—Redaktion: Fr. Oetker und A. Pfaff. — Druck und Verlag von Th. Fischer in Gaffel.