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Gott durch die Kraft der guten Sache aushelfen." Im Namen der Bürgerversammlung der Universitätsstadt Göt­tingen deren Vorstand und Ausschuß.

Die Adresse von Münden lautet:

Die Ansichten der hannoverschen Regierung sind gewiß nicht die des hannoverschen Volkes, auf keinen Fall sind es die unsrigen. Wie von Anfang an, so erkennen wir und mit uns gewiß die meisten Hannoveraner auch heute noch einzig und allein die Deutsche Nationalversammlung als das gesetzliche Organ an, um die künftige Verfassung Deutschlands und was damit in Verbindung steht, zu Stande zu bringen, und wenn es auch unser dringendster Wunsch und unsere Hoffnung ist, daß diese große Deutsche Frage nicht nur zum Jubel des Deutschen Volkes, sondern auch ohne Widerspruch der Regierungen gelöst werden möge und es auf das Tiefste von uns beklagt werden würde, wenn ein Einvernehmen der Deutschen Negierungen hier­bei nicht erzielt werden sollte, unsere Ansicht steht gleich­wohl unwandelbar fest die nämlich: daß die Reichs­tagsbeschlüsse zu ihrer Gültigkeit der Genehmigung der ein­zelnen Regierungen nicht bedürfen und darum nimmermehr in Frage gestellt werden können, ob auch die Deutsche Regie­rungen dieselben mißbilligen oder wohl gar mit Widerspruch und Protesten dagegen hervortreten würden. Wir sprechen hier nur noch unsere Entrüstung über diesen Protest, zu­gleich aber auch die feste Hoffnung aus:daß die hohe Nationalversammlung das Deutsche Verfassungswerk zum Segen Deutschlands zu Stande bringen und sich in diesem Eifer um diese große Sache durch keinen Widerspruch, er komme her, von welcher Seite er wolle, wankend machen lassen werde."

Kassel, am 24. Juli. (Als Antwort von einem Schriftsetzer eingesandt.) Auch hier hat mit dem An­brechen des neuen Tages ein erwärmender Lichtstrahl die Herzen der Jünger Gutenbergs erwärmt, auch in ihnen die Hoffnung auferweckt, daß mit dem Nicderfallcn aller Fesseln der Presse auch ihre Lage in materieller und sozialer Be­ziehung sich besser gestalten möge. Die Presse hat gewirkt in Dunkel und Nacht, in Tausenden von Herzen den Keim zur herrlich emporgcwachsenen Saat niedergelegt, die Presse war es, die endlich Licht gebracht. Gutenbergs Jünger waren cs, die treulich Kopf und Hand boten, die langersehnte Freiheit mit herbeiführen zu helfen. Wie könnte darum in unserer jetzigen Epoche der Augenblick vorübergehen, ohne auch in ihren Herzen Wünsche rege zu machen, deren Erfüllung ihre Existenz von Neuem gestaltet und sie von einem schrecklichen Drucke befreit, den die unsinnigste Konkurrenz vorzugsweise aus ihren Stand gewälzt? Darum hat Kassels Buchdruckerschaft mit Freuden den gebotenen Moment ergriffen und einen Abgeordneten zur National-Buchdruckcr- Gehülfen-Versammlung nach Mainz gesandt, sich den be­scheidenen und künftig zur Norm dienenden Beschlüssen der­selben angeschlossen und hofft auf dem Wege der gütli­chen Uebereinkunft mit ihren theilweis liberalen und den Geist der neuen Zeit begreifenden Prinzipalen und Vor­ständen zu einem Allen entsprechenden und befriedigenden

Resultate zu gelangen. Die Presse ist frei! Frei ist das Wort! Frei sei darum auch derjenige, welcher das Wort aus der ersten Hand schaffend und geformt dem denkenden Geiste, der Welt bietet. Gutenbergs Jünger wollen durch ganz Deutschland in Gemeinschaft mit ihren Prinzipalen ihre Verhältnisse auf friedlichem und gesetz­lichem Wege von innen heraus neu und dauerhaft regeln, neu und besser gestalten und der Wahlspruch Deutschlands: Freiheit! Wahrheit! Gerechtigkeit! wird ihnen Bürge sein, dieses Ziel zu erreichen. Gott grüß die Kunst! Sch.

Frankreich.

Paris. Die Parteien in der National-Ver- sammlung zerfallen in 4 Kategorien: 1) d ie Repu­blikaner de la veille (d. h. die es schon vor der Revolution waren). Sie versammeln sich im Palais roayl, jetzt Palais national. Sie haben sich seit Kurzem in 2 Fractionen gespalten, a) die Unerbittlichen, b) die Versöhn­lichen. Die Letzteren wollen auch die Aechtheit der Republikaner du lendemain (d. h. der neugebackenen Republikaner) an­erkennen, an welche sie einen versöhnlichen Aufruf erlassen haben. Diese Fraction begreift fast die sämmtlichen Mit­glieder der früheren Executive (Dupont, Arago, Garnier Pages , Marr ast) in Allem 60 Mitglieder; doch bildete sie die Minorität der alten Republikaner, ist deshalb ausge­schieden und in das Local des Instituts übergesiedelt; 2) die Republikaner du lendemain, die ehemalige dynastische Linke und jetzige Rechte, die stärkste Partei, versammelt sich in der Straße Poitiers; Thiers ist ihr Führer; 3) die Socialisten, Proudhon, le Blanc rc. von jeher an Zahl ge­ring, in der letzten Zeit auf ein Minimum reducirt. 4) Die Farblosen, welche sich in gar keine Klasse bringen lassen. Sie machen ein Drittheil der Versammlung aus, und neigen sich natürlich zu gemäßigten Ansichten.

Paris. Dem Erzbischof Aff re soll eine Statue, aber nicht, wie Anfangs proponirt war, im Pantheon, sondern in der Notredame-Kirche errichtet werden. Der Finanzminister Goudch aurhat in der Nat.-Vers. bestimmt erklärt, daß die gegenwärtige Regierung den Eisenbahnerpropriationsplan ihrer Vorgänger in dieser Session nicht wieder aufnehmen würde. Die Volksrepräsentanten sind ihrem heldenmü- thigen Entschluß wegen Abschaffung derBuvette" doch nicht treu geblieben; Larochejacquelin hat seine Kollegen zu bereden gewußt, eineRestauration" zu gestatten. Es ist wenigstens die unschuldigste aller Restaurationen In einer Sitzung der Nationalversammlung verhandelte man neulich über den auf die Arbeiterassoziationen zur Uebernahme öffentlicher Bauten rc. bezüglichen Dekretentwurf, nach wel­chem diesen Vereinen bei Ausschreibung großer Bauunter­nehmungen des Staates für ihre Anerbietungen der Vorzug gegeben und ihnen keine Kautionstellung auferlegt werden soll. Nachdem die allgemeine Erörterung geschlossen, wurde nach einer langen und verwirrten Debatte endlich der Vor­schlag Bernard's zur Abstimmung gebracht, nach welchem der ganze Dekretentwurf durch folgenden einzigen Artikel ersetzt werden soll:Der Minister der öffentlichen Arbeiten