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Se. Maj. der König außer dem neulich schon erwähnten Silbergeschirr noch 50,000 Thlr. beigetragen haben. Man erzählt, daß die hiesigen Buchdruckergehülfen ihren Principalen zum 1. August gekündigt haben, weil die lctz- tern nicht auf die von dem Mainzer Buchdrucker-Congreß aufgestellten Bedingungen eingehen wollen.

Berlin. Das Ministerium des Unterrichts macht in einem Rundschreiben an die Universitäten bekannt, wie zufolge der Unabhängigkeit des Genusses staatsbürgerlicher Rechte vom religiösen Bekenntnisse durchaus kein Anstand vorhanden sei, auch Israeliten rc. zu ordentlichen Professuren zu be­fördern. Auch fordert dasselbe Ministerium alle berufe­nen Einzelnen oder Korporationen auf, zum Zwecke einer- neuen Organisation für die Beförderung und Unterstützung der schonen Künste die vorhandenen Vorarbeiten durch ihre gefälligen Beiträge zu bereichern.

Berlin, 18. Juli. Hr. Rosenkranz ist bereits hier angekommen. Wie es heißt, würde derselbe das eigentliche Unterrichts-Ministerium übernehmen, dagegen der Cultus ganz davon getrennt werden und eine andere Organisation erhalten. Hr. Rosenkranz soll wie ihm näher Stehende versichern die Absicht hegen, in der Nationalversamm­lung sehr bestimmt und zwar im progressistischen Sinne aufzutreten.

Hamburg. Die Direktion der Hanseatischen Dampf­schifffahrtsgesellschaft hat in der heutigen Generalversamm­lung der Theilhaber den Verkauf der 3 Dampfsckstffe Ham­burg, Lübeck und Leeds an den Deutschen Marine-Ausschuß angezeigt. Es werden 500,000 M. B. dafür bezahlt. Wie es heißt, sind die Schiffe so weit fertig, daß sie in einigen Tagen die Elbe hinuntergehen können, auch die drei zum Kriegsdienst eingerichteten Segelschiffe (Fregatten) werden bald fertig sein. Doch sind diese nicht der Flotte geschenkt, sondern ihr nur zur Verfügung gestellt und der Werth den Eigenthümern garantirt. Sie sind tarirt wor­den und nach dieser Schätzung werden sie bezahlt, falls sie vom Feinde genommen oder in den Grund geschossen werden sollten.

Hannover, 18. Juli. Seit gestern wird stündlich von Frankfurt eine Deputation des Reichsministeriums erwartet, um den Beschluß der National-Versammlung in der Hannoverschen Frage zu ersegllireN. Dieselbe soll aus drei Deutschen Deputaten, welche nicht unserm Lande an­gehören, bestehen, und ist von dem Reichsministerium ab­gesandt. Alles ist auf die Ankunft und den Erfolg dieser Deputation aufs Höchste gespannt. Uebrigens hört man sehr viele Aeußerungen zu Gunsten des Landesministeriums.

Schon vorgestern ist außerdem der Deutsche Deputirte für die Stadt Hannover, Wachsmuth, hierher gekommen.

In W ü r t e in b e r g und Baden sind diejenigen demokra­tischen Vereine, welche mit revolutionären Statuten hervor­getreten waren, aufgehoben und ihr Besuch bei bedeutender Geld- resp. Gefängnißstrafe untersagt worden. Diese Ver­fügung hat zunächst die Vereine in Stuttgart und Heidel­berg betroffen, wird aber offenbar weiter reichen, weshalb wir allen demokratischen Vereinen rathen möchten, ihre

Statuten nochmaliger genauer Prüfung zu unterwerfen. Da der betreffende demokratische Verein zu Heidelberg üb­rigens aus Studenten bestand, so glaubten diese, es sei eine väterliche Ausnahmsbestimmung und zogen in Masse nach Neustadt a. d. H. aus. Die Regierung hat sie dann als es schon zu spät war über den wahren Sach­verhalt aufzuklären versucht.

Bade n. Das Unrersuchungsgericht für die hochver- rätherischen Unternehmungen besteht nun aus zehn Richtern. Die Untersuchung einzelner Ereignisse ist so weit gediehen, daß in einigen Monaten deren Aburtelung wird stattfinden können. Von der bei Dossenbach verhafteten Schaar sind die Franzosen, über 50 an der Zahl, in Folge der von der französischen Regierung übernommenen Verpflichtung, sie in Frankreich vor Gericht zu stellen, dahin ausgeliefert worden, eben so viele Nichtbadener an ihre Deutschen Re­gierungen. In Donaueschingen ist von dem Befehls­haber des 7. und 8. Armeekorps die Weisung eingetroffen, daß sämmtliche bairische Truppen aus Baden an die Iller sich zurückziehen sollen, wo sie ausgedehnte Kamonnirungen beziehen. Der Abmarsch wird am 13. Juli erfolgen.

Würtemberg. Der König hat zum Besten der er­schöpften Staatskasse an seiner Civilliste 200,000 fl. für das laufende Jahr nachgelassen. Hiernach behält er halb so viel als der Kurfürst von Hessen übrig. Die Bevölke­rung von Würtemberg ist 3mal so groß, als die von Kur- hessen.

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Frankreich.

Paris, 17. Juli. Der Belagerungsstand nähert sich seinem Ende. Mit Ausnahme der National-Versammlung, der Alliierten und der Höhen von Montmartre, so wie einiger anderer Punkte, sind wir militärisch frei. Die Theater öffnen sich und der breite Weg in den elyfäischen Feldern füllt sich wieder mit der schönen Welt. Wir sind äußerlich vollkommen wieder im alten Geleise. Eine tele­graphische Depesche meldet der Regierung aus Lyon vom 16., daß die allgemeine Entwaffnung der Bürgerwehr da­selbst ruhig von Stätten gehe. Von 36,564 an die zu entwaffnenden Legionen vertheilten Feuergewehren seien be­reits 33,515 in die Zeughäuser abgeliefert.

Paris. Der ehemalige General Jorry, Präsident des Clubs der Volksinteressen," ist nebst zwei polnischen Emigranten verhaftet worden. Die Akademie hat mit Einstimmigkeit beschlossen, an Chateaubriands Stelle den greisen Freiheitsdichter Beranger zu wählen. Man spricht von einem Manifeste, das die Vertreter der äußersten Linken erlassen wollen. Dieses Manifest, hauptsächlich gegen die Fort­dauer des Belagerungszustandes und die neuen Preß- und Clubgesetze gerichtet, ist in einer gestern gehaltenen Versamm­lung von 90 Mitgliedern berathen und redigirt worden.

Italien

S i c i l i e n. Eine telegraphische Depesche bestätigt der französischen Regierung die Ernennung des Herzogs von Genna zum König von Sicilien.

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. Redaktion: Fr. Oetker und A. Pfaff. Druck und Verlag von Th. Fischer in Caffel.