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Begrüßung sämmtlicher mit Deutschland befreundeten Re­gierungen bleibt vorbehalten.

Frankfurt. Es scheinen bedeutende Schwierigkeiten sich bei der Vervollständigung des Reichsministeriuins vor- zufinden. Hr. V. Schmerling hat nun auch das Porte­feuille der Justiz für den abwesenden Hrn. Heckscher interi­mistisch übernommen, so daß gegenwärtig sich das Porte­feuille des Innern, der auswärtigen Angelegenheiten und der Justiz in seinen Händen vereinigen. Hr. v. Rönne scheint der gegenwärtigen Combination fremd bleiben zu wollen; dagegen vermuthet man, derselbe werde die für die Interessen der Volkswirthschaft so hochwichtige Gesandtschaft nach Amerika erhalten. Diese Wahl hatte Preußen eben­falls für seine Vertretung in Amerika getroffen; es ist in­deß zu wünschen und zu hoffen, daß Hr. v. Rönne die allgemeine Betretung Deutschlands übernehme, da dieselbe für Preußen überdieß nun überflüssig wird. Ob ein be­sonderes Ministerium für die Finanzen sogleich errichtet wird, ist noch zweifelhaft. Man spricht für eine Finanz- abtheilung im Ministerium für Volkswirthschaft unter Hrn. Merker, durch welche die spätere Errichtung eines Finanz­ministeriums, das jetzt noch keineswegs erforderlich scheint, angebahnt werden würde. So erwartet man auch die Er­richtung einer Marineabtheilung im Kriegsministcrium, und die Aussetzung der Errichtung eines Marineministeriums, bis mit dem Bau von Arsenalen, Schiffen rc. vorgeschritten wird. Die erforderlichen Vorbereitungen trifft jetzt die Marine-Commission; — ob genügend oder nicht, wird die Folge lehren.

Schleswig-Holsteinische A n g e l e g e n h e i t e n.

Hannover, 17. Juli. Auszug aus den neuesten Depe­schen des Generals Halkett: Höckernp, 15. Juli. Im Verfolg der vorläufigen Waffenstillstandsunterhandlungen ist zwischen dem Oberbefehlshaber der Armee, General v. Wrangel, und dem dänischen kommandirenden General, v. Hedemann, eine dreitägige Waffenruhe, welche am 15. Juli Abends 10 Uhr an fangen soll, abgeschlossen worden. — Die Privatnachricht aus Rendsburg vom 16. Juli, 3 Uhr Nachmittags: „Ich beeile mich, Ihnen mitzutheilen, daß die Friedensbedingungen abgewiesen find und der Krieg mit Dänemark demnach fortgesetzt wird;" steht nicht, wie die Weserzeitung meint, der officiellen Nachricht vom Waffenstillstände entgegen. General von Wrangel scheint mit den proponirten Bedingungen eines längeren Waffenstillstandes sehr unzufrieden und wenig ge­neigt, den Krieg zu beenden. Er hat osfieieUer Mitthei­lung zufolge erklärt, nur nach Instructionen von Frank­furt, woher sein Mandat stamme, definitiv handeln zu kön­nen. Demgemäß sind die Bedingungen des Waffenstill­standes an den Reichs-Verweser nach Frankfurt zur Prü­fung und Genehmigung gesandt worden. Die Genehmigung kann aber bis zum Ablauf der 3 Tage unmöglich im Lager angelangt sein. Das Aufhören der Feindseligkeiten ist somit nicht zu erwarten und in der That werden die Reservisten fleißig zu den Regimentern eingezogen. Das Gerücht, als wolle die hannoversche Regierung den Waffen­stillstand als vollzogen betrachten und deßhalb die Truppen

zurückziehen, soll wohl nur eine Satyre auf Hannover sein. Das haben die Hannoveraner von ihrer Regierung! — In diesem ungewissen Zustande der Dinge haben die Schleswig- Holsteinschen Stände ihre Sitzungen bis zum Dienstag, d. 18. d. M. ausgesetzt. Uebrigens laufen von allen Seiten Er­gebenheits-Adressen der Schleswig-Holsteiner mit der Be- theucrung ein, sie würden niemals dulden, daß sie, ein freies Volk, wieder unter das Joch dänischer Knechtschaft gestellt werden. — Es ist übrigens bezeichnend für die Art, wie man den Bundes-Feldherrn Wrangel betrachtet, daß selbst Blätter, wie die Bremer- und die Weser-Zeitung, den ganz selbstverständlichen Geschäftsgang, wonach er von Frankfurt seine Instructionen begehrt, nicht von Berlin, mit der Aussicht in Verbindung bringen, welche der tapfere General auf die Reichsmarschallwürde habe. Welchen Grund hat man zu glauben, nur um solchen Motives willen sei der als ehrenhaft bekannte Mann seiner Pflicht als Deutscher Oberfeldherr gefolgt?

Oestreich. •— P rag, 11. Juli. In der Wiener Zei­tung liest man, daß nach den kreisamtlichen Berichten aus Böhmen die Wahlen der Wahlmänner ruhig vor sich ge­gangen sind. Alle größeren Bezirke haben die Wahl vor­genommen und nur einzelne Gemeinden im Königgrätzer Kreis haben ihre Theilnahme daran mit dem Bemerken ver­weigert, daß sie der Reichstag nichts angehe.

Jm Constitutionsblatt für Böhmen heißt es dann am 11.: „Die Wahlen für den Reichstag sind vollendet, Strohbach, Rieger, Palazky, Borrosch zu Prags Deputirten ernannt. Charakteristisch ist es, daß sic alle gegen den Anschluß an Deutschland aufgetreten sind, daß sich also der Staild der Parteien auch durch unsere Pfingstwoche nicht verändert hat.

Wien, 14. Juli. Das Officierkorps hat die künstli­chen Aufreizungen, welche schon fast einen offenen Bruch zwischen der militairischen und bürgerlichen Bevölkerung herbeigeführt hatten, durch die angebotene Verbrüderung (Vgl. unsere gestrige Nummer) in sehr ehrenhafter Weise zurückgeschlagen. Es wünscht nun aber, daß man endlich gegen die schlechte fliesse mit Energie kinschreite und nicht täglich der Wehrstand mit Koth beworfen werde, was nothwendig Spannung erzeugen müsse; die Offiziere weisen mit Verachtung die Zumuthung zurück, als wären sie Werkzeuge der Reaction, and? sie wollen die Freiheit, d.h. die Freiheit, wie sie aus dem Schooße des gesetzgebenden Körpers hervorgeht und nicht, wie sie die Straßenemeute improvisirt. Der Reichstag ist übrigens demokratischer ge­sinnt, als Manche hoffen, und hat dies jüngst in der Vor- berathung über eine an Se. Maj. den Kaiser zu rich­tende Adresse bewiesen, in der er gebeten wird, den Reichstag in Person zu eröffnen Die Majorität strich das Wort „gebeten" und setzte dafür „eingeladen." — Ueber die Bildung des Ministeriums ist noch nichts ver­öffentlicht. Der jetzige Präsident Do bl Hof hat seine Liste fertig dem Reichsverweser zugeschickt. Als Kriegs­minister figurirt darauf der Oberst Benedek, der sich beim Marschall Radetzky befindet, und sich als tüchtiger Soldat in Galizien und Italien auszeichnete. Die klebrigen sind die bekannten. Unter denselben befindet sich auch