Einzelbild herunterladen
 

372

hierdurch Gelegenheit, den jungen Leuten im Dorbereitungs- ^ienste, welche für den Staat unentgeltlich arbeiten, in Etwas gerecht zu werden."

Wir bemerken dabei, daß bereits vier Mitglieder der Gesetzgebungs-Commissionen in die Rheinlande abgesandt worden sind. Zu wünschen wäre allerdings gewesen, daß man solche nicht bloß aus dem Richterstande gewählt hätte, um eine gewisse Einseitigkeit in der Auffassung zu verhüten. Hinsichtlich derVergütung" für die Vorbe­reitungs-Arbeiter verweisen wir auf Nr. 42., Beilage, S. 318. d. Bl. Die Red.

Das Gefängnißwesen bedarf dringend einer Aenderung. Tüchtige Vorarbeiten hierüber liegen dem Ministerium schon seit Jahren vor. Vorläufig dürften aber wohl ohne län­gere Berathungen die barbarischen Blenden vor den Zellen, worin S t r a fgefangene verwahrt werden, abgeschafft wer­den ; und es ist wohl keine unbillige Forderung, daß die Zellen für U ntersuchungs gefangene so eingerichtet seien, daß der Verhaftete wenigstens den Himmel sehen kann. Die Menschlichkeit fordert zu raschen durchgreifenden Verbesserungen auf. W. K.

Pekanntmachungen.

l39l Erklärung, den Anstritt einer Minorität an dem bisherigen hiesigen Turverein betreffend.

Eine am 10. d. M. gehaltene Generalversammlung des hiesigen Turnvereins hat einen Ausgang genommen, der eine Minorität von etwa 40 Mitgliedern moralisch gezwungen hat, sich von dem bisherigen Turnverein zu sondern und sich mit neu Hinzugetretenen zu einemneuen Turnverein" zu konstituiren. Wir glauben es uns und unsern Mitbürgern schuldig zu sein, die Motive unserer Absonderung, sowie alle hierbei in Betracht kommenden Thatsachen, ihnen zur Beurtheilung offen darzulegen. Es hatte sich, wie be­kannt, in Hanau auf der dortigen Turntagssatzung eine Minorität (worunter der Vorort Hanau selbst) vom allgemeinen deutschen Turnerbunde losgesagt und zu einem eigenen Bunde, dem s. g. de­mokratischen Turnerbnnde, konstituirt, der die demokratische Republik als unerläßliches Glaubensbekenntniß an die Spitze seiner Statu­ten stellt und zu den demokratischen Vereinen Deutschlands und deren Centralcomitv in innige Beziehung treten will. Die Majo­rität stellte hiergegen als ihr Bekenntniß hin,der deutsche Tur­nerbund hat den Zweck, einen Mittelpunkt für die turnnrischen Bestrebungen der einzelnen Vereine zu bilden und dadurch für die Weckung des Brudersinnes und für die Kräftigung, Freiheit und Einheit des deutschen Volkes thätig zu sein. "/ Von den Deputir- tcn unseres Vereins war nur Einer von Dreien mit der Minori­tät ausgeschieden; Marburg selbst war zum provisorischen Vororte der Majorität gewählt worden. Als jedoch die Deputirten nach ihrer Rückkehr von Hanau der hiesigen Turngemeinde die Frage xb Majorität? ob Minorität? vorlegten, entschied sich dieselbe mit 118 gegen etwa 40 Stimmen für die Hanauer Minorität. Hier­durch haben wir uns veranlaßt gesehen, uns von dem bisherigen hiesigen Turnvereine zu sondern; denn unsere Ansicht geht entschie­den dahin , daß die Turnvereine keineswegs das Privateigenthum einer bestimmten politischen Partei sein sollen, sondern vielmehr ein allgemeines nationales Bildungsmittel, dessen wir keinen zu berauben berechtigt sind. Nicht weil wir Gegner des von der Gegenpartei aufgestellten Prinzips sind denn auch unter uns finden sich viele entschiedene Anhänger der Demokratie __ sondern weil wir auch Andersdenkenden die Wohlthat der Turn­bildung nicht entziehen wollen, haben wir und vom bisherigen

Turnverein getrennt. Wir können im Ausschließen von Nicht­republikanern nur eine für das Jahr 1848 keineswegs paffende Geistes - und Meinungstyrannei finden. Zum Schluffe bemerken wir noch, daß die Art und Weise, wie man in der oben erwähn­ten Generalversammlung unsere Redner durch Pfeifen, Zischen, Stampfen und Scharren beinahe fortwährend an der Entwickelung und Begründung ihrer Ansichten gehindert hat, uns keineswegs als der geeignete Weg erscheinen kann, um seinen eigenen Ansich­ten Geltung zu verschaffen. Gegen ein solches Benehmen, das wir übrigens nicht Allen unserer Gegenpartei zum Vorwurf machen, können wir nicht umhin, entschieden zu Protestiren. Uebrigens bie­ten wir gern die Hand zu einem freundschaftlichen, für das Ge­deihen turnerischer Bestrebungen förderlichen Verhältniß beider Vereine, ohne jedoch in irgendwelcher Weise von den oben darge­legten Ansichten abgehen zu können. Marburg, im Juli 1848. Im Namen des neuen Turnvereins zu Marburg: der provisorische Vorstand. K. Knies. Büdinger. Cnyrim. B. Schmidt. K. Schmitt.

[40.] Bei mir erschien so eben und ist in allen Buchhandlun­gen zu haben:

Ueber das Strafmaß

von Wilhelm Möller, Justizamtmann in Burghaun.

Preis 5 Sgr.

Hersseld, im Juli 1848.

W. Zimmer m a n n.

[41] In G. E. Vollmann's Kunsthandlung ist zu haben :

Das Portrait des Erzherzogs Johann als deutscher Reichsverweser.

Preis 14 Sgr. Auf chines. Papier 20 Sgr.

Handels- und Börsennachrichten.

Frankfurt, 17. Juli. Kurhessen: Fr. Wilh. N. V. Cer- tificate 39 B. 38% G.; Vierzig-Th. Loose 26% B. 25/,®.© e- sterreich: 5pCt. Metall. 67% P. 67G.; 4pEt. M. 56 P. 55 G. ; 2%V^t. $L 35%$. 35%®.; Baukact. 1220 $. 1212®.; 250 fl. Loose 74 $. 73 G.; 500 fl. Loose 109 P. 108 G.; 4'/, pEt. Berhm. Obligat. 64 $. 63 ®.; 4pCt. Bethm. Oblig. 56% $. 55% ®. Preußen: Prämiensch. 89 $. 88 G.; 3% pCt. Staâtsschuldsch. 77 P. 76 G.; Köln - Aachen. E. A. $- G.'. Köln-Mmd. D. A. 78 P. 77 G. Baiern: 3% pCt. Oblig. 77%$. 76%®.; Ludw. Kan. Act. 22 $. 21%®.; Ludw. Berb. Act. 69'/, B. 68'/, G. H. Dar ni­st ad t: 50 fl. Loose 65 $. 64%®.; 25 fl. Loose 22 P. 21%®. 3% pCt. Oblig. $. 78'/, G.; 4 pCt. Oblig. 89 $. 88 G. Baden: 3'/, pC. Oblig. 77'/, P. 76'/, G.; 50 fl. Loose 48 P. 47'/, G.; 35 fl. Loose 26%$. 26'/, G Würtemberg: 3% pCt. Oblig. 80 P.79'/,G.; 4'/, pEt. neue Oblig. 94'/. $ 94 G. Nassau: 3'/, pEt. Oblig. 83 $. 82 G.: 25 fl. Loose 22 $. 21% G. Frankfurt: 3 pCt. Oblig. 83 P. 82 G.; 3'/, pEt. Oblig. v. 1839. 95 $. 94 G.; 3'/, pEt. Obl. v. 1846. 907« $. 89%®.; Tauuusb. Act. 286 $. 282 G. Hol­land: 2'/, pEt. Jntegr. 45% $. 45% G.; 4 pEt. Oblig. $- 69 ®.; 3% Synd. P. 68'/, G. Spanien: 3 pEt. Ac. tivsch. P. - G.; 3 pCt. Innere Sch. 17'/, P. I7'/,G. Portugal: 3 pCt. Cons. L. St. â 12 fl. - $ G P,o- len: 300 fl. Loose 88 P. G.; 4 pCt. Oblig. über 500 fl. 64% P. 63% ®.Rußland: 4 pCt. in R. fl. 2. b. Grun & C. P. 75 G.; 4 pCt. dsgl. b. Stiegl. L 6. - P. 75 G. S ardin ien: 36 Fr. Loose b. Bethm. 25 $ 24 ®.--G o ld- cours: Pistolen 9 fl. 54 fr.; holl. 10 fl. St. 10 fl. 5 kr.; 20 Fr. St. 9 fl. 38 fr.; Engl.Sov. 12fl.2kr.; Randduc. 5fl. 36 W e ch s.-D i s c. 2.

Berlin, 17. Juli. Fr. Wilh. N.B. - B ®.; prß. St.schuldsch. 74 P. 73'/, G.; Köln.-Mind. E.Act. 3'/,pCt. 76'/, bz., 4%vGL 88% bz.