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ling , welcher sich der Deputation angeschlossen hatte, an der volkstümlich - königlichen Tafel. In Halle tritt ein Student aus den Wagentritt und fragt den Erzherzog: „Verantwortlich oder nicht verantwortlich?" Der Erzherzog antwortet: „Das muß sich finden von Frankfurt aus. Die Prinzipien der Verantwortlichkeit muß das Gesetz bestimmen; unter dem Gesetze stehe ich, unter dem Gesetze stehen wir Alle." (Bravo) — Ueber Verantwortlichkeit habe die Deputation sich oft mit dem Erzherzog unterhalten und cs könne darüber kein Zweifel sein, daß der Erzherzog diese Verantwortlichkeit nur als parlamentarisch auffasse. — Zu Heckscher äußerte der Erzherzog: „Das Oberhaupt des Staates muß ja in den Regierungshandlungen, aber nicht weiter, unverantwortlich sein, denn es hat ja ein verantwortliches Ministerium. Wenn es selbst unverantwortlich sein sollte, müßte es ja absolut sein, und das soll und will ich nicht sein." Von Weimar aus begleitet der Großherzog den Zug eine Strecke Wegs und sendet seinen Sohn noch weiter mit. Der Redner schließt, indem er als Resultat seiner Beobachtung die Behauptung ausstellt, daß die National-Vcrsamm- lung keine glücklichere Wahl habe treffen können. Seine Einfachheit, Herzensgüte, sein klar besonnener Verstand habe die Deputation unbedingt für den Reichsverweser eingenommen und sei er überzeugt, daß, wenn dieser Mann mit charaklerfesten Rathgebern umgeben sei und von der Nation kräftig unterstützt werde, das hohe Ziel der Einigkeit und Einheit Deutschlands glücklich werde erreicht werden. — Schließlich stellte der Redner noch das Beispiel des Königs von Sachsen, des Großherzogs von Weimar und dessen Sohnes, sowie des Herzogs von Coburg-Gotha den anderen Deutschen Fürsten als Muster auf in der Bereitwilligkeit, alle und jede Opfer zu bringen, um die Sache Deutschlands als Ganzes zu fördern. — Nach einer kurzen Pause, in welcher der Präsident die Tagesordnung für Morgen festsetzte, trat der Reichsverweser, unter Kanonendonner und Glockengeläute von dem Vicepräsidenten v. Soiron nebst den übrigen 50 Abgeordneten zu Fuß abgeholt und begleitet, in die Paulskirche ein und stellte sich entblößten Hauptes vor den für ihn bestimmten Sessel. Hier hieß der Präsident v. Gagern den Erzherzog im Namen der National-Versammlung, die gelobt habe, ihn mit allen ihren Kräften zu unterstützen, willkommen. „In Allem was geeignet ist, die Bande der Einheit zu stärken, die Freiheit des Volkes zu sichern, die Ordnung wieder herzustellen, das Vertrauen zu beleben und die gemeine Wohlfbhrt zu vermehren, kann des Reichsverwesers Regierung auf die Unterstützung der National-Versammlung rechnen. Das deutsche Volk kennt Eiv. kaiserliche Hoheit Vaterlandsliebe, cs erkennt die Annahme des hohen Amtes dankbar an, aber es nimmt auch Ihre ungeteilte Kraft und Thätigkeit für sein Gesammtinteresse in Anspruch. Ew. kaiserliche Hoheit gestatten, daß ich das Gesetz über Einführung der provisorischen Centralgewalt nochmals verlesen lasse." Biedermann thut dies. Der Präsident fährt fort: „Im Namen der National-Versammlung erbitte ich mir von Ew. kaiserlichen Hoheit die wiederholte Erklärung im Schooße der National- Verjammlung, daß Sie dieses Gesetz wollen halten und
halten lassen zum Ruhme und zur Wohlfahrt des Vaterlandes." Der Erzherzog-Rcichsverweser antwortete: „Meine Herren! Die Eile mit welcher ich hierhergekommen, um in Ihrer Mitte zu erscheinen, mag Ihnen den deutlichsten Beweis geben von dem hohen Werth, welchen ich auf die mir übertragene Würde eines Reichsverwesers lege. — Bei diesem Anlasse, vor den Vertretern des deutschen Volkes danke ich demselben für das mir dadurch bewiesene Vertrauen. Indem ich hiermit das Amt eines Reichsverwesers annehme, wiederhole ich die Erklärung, daß ich das Gesetz über die provisorische Centralgewalt, welches mir vorher vorgelesen wurde, halte und halten lassen will zum Ruhme und zur Wohlfahrt des deutschen Vaterlandes. Ich erkläre zugleich, daß ich mich diesem Amte ungetheilt widmen und ungesäumt Se. Majestät den Kaiser ersuchen werde, mich nach der von mir bereits zugesagten Eröffnung des Reichstags von dessen Stellvertretung in Wien zu entheben." Diese Erklärung wurde mit stürmischen Freudensäußerungen von der ganzen Versammlung ausgenommen und sie wiederholten sich, als der Erzherzog hinzufügte: „Hat man einmal einen Entschluß gefaßt, so muß man sich ganz Dem widmen, wozu man berufen ist, nämlich der Deutschen Nation." Nach beendigter Feierlichkeit begab sich der neue Reichsverweser von der Deputation begleitet durch das von dem Bürger- militair gebildete Spalier wieder in seine Wohnung zurück. Nach einiger Zeit begab er sich darauf durch das gebildete Spalier unter dem Glockengeläute in das Bundespatais, um den Bundestag feierlich aufzulösen. — Gegen 1 Uhr war auch diese Feierlichkeit beendet. — Heute Abend wird die Stadt festlich erleuchtet. —
Schleswig - Holsteinische Angelegenh'eiten. Nach einem Briefe aus Hadersleben vom 8. ist cs der schleswig-holsteinschen Artillerie, 1 Vierundzwanzigpfünder und 2 Zwölfpfündern gelungen, in der Nähe von Aroe- sund ein dänisches Dampfschiff, man sagt die „Iris" (früher Dampftransportschiff zwischen Kopenhagen und Aarhuus), so zu beschädigen, daß die Mannschaft dasselbe verlassen und sich in Böten von dannen begeben mußte. General Wrangel und sein Stab sollen auf die deshalb erhaltende Kunde sich an Ort und Stelle begeben haben.
Die Nachrichten aus Schleswig-Holstein enthalten zwar noch keine officielle, wohl aber verschiedene übereinstimmende und glaubhafte Privat-Bestätigungen des Gerüchtes über den abgeschlossenen Waffenstillstand.
Wien. Die kroatische Kongregation hat bereits beantragt, die slavische Sprache auf dem Reichstage ausschließlich zu gebrauchen, weil sie die Mehrzahl der östreichischen Bevölkerung sei. Im Ausschusse der Bürger, Nationalgarde und Studenten ward am 3. Juli der Antrag gestellt, das Ministerium möge öffentlich erklären, welches das Verhältniß der deutschen Provinzen Oestreichs zu Dänemark sei, und zugleich kund thun, daß ein Angriff auf die deutschen Häfen von Seiten Dänemarks eine Kriegserklärung gegen Oestreich sei.
Tirol, 3. Juli. Es ist großer Jubel im Lande, seit man vernimmt, Erzherzog Johann, unser Johann, sei zum Reichsverweser sür's ganze Deutschland gewählt. Was ge-