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„Ich werde mit der an mich gesendeten Deputation nach Frankfurt gehen, um daS hohe Amt des Reichsverwesers anzutreten und dann wieder zu Euch zurückkehren, um als Stellvertreter des Kaisers am 18. Juli den Reichstag in Wien feierlich zu eröffnen.
Wien, am 6. Juli 1848. Johann m/p."
Wien. Erzherzog Johann beginnt das Vermittleramt, welches die Wiener Zeitungen in so großartigen Umriffen zeichneten, anzutreten; an den Van von Kroatien hat er nachstehendes Handschreiben erlassen:
„An Meinen Banns von Kroatien, Feldmarschall-Lieutenant Freiherrn von Jellachich!" „Lieber Freiherr von Jellachich! Von Sr. Majestät wurde Ich in Folge deö von Sr. k. k. Hoheit dem Herrn ungarische» Reichspalatln und dem ungar. Ministerium gestellten Ansuchen mit dem aus beiliegender Abschrift ersichtlichen Auftrage betheilt, die Vermittelung zur gütlichen Beilegung der Zerwürfnisse zwischen Ungarn und seinen kroatisch-slavonischen Nebenländern zu übernehmen, zu welchem Ende ich aufgefordert wurde, die gegenseitigen Wünsche zu vernehmen, um hiernach die wechselseitige Ver- ständigung zu bewerkstelligen.
Die möglichste Beschleunigung in der Vollziehung des mir an- vertrauten Vermittleramtes ist am meisten geeignet, den günstigen Erfolg zu verbürgen, deshalb finde ich es unerläßlich, daß Sie als Ban von Kroatien eben so schnell dem Rufe, in W en zu erscheinen, folgen, als ich dieß zu thun dem ungarischen Ministerium eröffnen ließ, welches meiner Erwartung durch baldige Absendung von Repräsentanten ans seiner Mitte entsprechen wird.
Sobald dieselben in Wien eintreffen, oder ihre Ankunft genau melden werden, soll auch Ihrerseits keine Zögerung stattfinden, und Werder Sie sich hierzu in der Art vorbereiten, daß Sie unverweilt an dR Verhandlungen in Wien persönlich Theil nehmen können, welche sich auf die Art und Bedingungen der gegenseitigen Verständigung zu beziehen haben. Als eine unabweisbare Bedingung der dauerhaften Verständigung habe Ich aber für nöthig erachtet, jetzt schon die gänzliche Einstellung der Feindseligkeiten und aller hierzu aufreizenden Rüstungen während der Zeit der Unterhandlungen beiden Theilen vorzuzeichnen, daher ich das Vertrauen hege, daß von Ihnen so wie von Seite Ungarns darauf eingewirkt werde, daß jeder Zusammenstoß sorgfältig vermieden werden wird."
Wien, 27. Juni 1848. Erzherzog Johann.
Aus dem Landgericht von Agram, 1. Juli, erfahren wir, daß die Vermittlung angenommen, und dem Ban eine unumschränkte Vollmacht in Landesangelegenhciten, bis zur Entscheidung der Paeifikationsfrage übertragen ist.
Wien, 8. Juli (B. H ) Die Ursache des Rückganges der Kourse an der heutigen Börse ist zunächst die vom provisorischen Ausschuß der Bürgernationalgarde und Studenten in der heutigen Berathung beschlossene Abdankung des Ministeriums Pillersdorfs, die auch sogleich durch- gk setzt wurde. Der Erzherzog Johann, der heute Abend sich nach Frankfurt begiebt, hat soeben den Minister v. Dobblbof mit der Bildung eines neuen provisorischen Ministeriums beauftragt. Zugleich war an der heutigen Börse das Gerücht verbreitet, daß in Venedig eine Revolution zu Gunsten Carlo Albertos stattgefunden habe und daß die Regierung Maniuis gestürzt sei. — Aus einem Briefe aus Wien vom 8. Juli ersehen wir, daß bem von Dobblhof zu bildenden neuen Ministerium im Voraus die Verbindlichkeit auferlegt worden ist, die Principien vom Mai anzuerkennen und zur Ausführung zu bringen. Wessemberg bleibt im Ministerium. — Der Minister v. Wessemberg ist bereits am 8. in Breslau angekommen, wo am 9. Mittags der Erzherzog Jo
hann erwartet wurde, der am 9. in Görlitz übernachten und die Reise nach Frankfurt über Dresden fortsetzen wollte.
Wien, 8. Juli. Die Entlastung des Ministeriums Pillersdorf ist durch eine Deputation des demokratischen Vereins bei Erzherzog Johann und durch eine Conferenz Pillersdorfs mit Abgeordneten des Sicherheits-Ausschusses und dann weiter durch eine förmliche Abstimmung dieser Volksbehörde veranlaßt worden. Man hatte Pillersdorf die Fehler seiner Verwaltung, die gegen die Camarilla gezeigte Schwäche, die Desavouirung des Sicherheits-Ausschusses, die schlechte Geschäftsordnung für die Nat.-Vers, mit einer sehr anstößigen Eidesformel (welche nur das Wohl des Kaiserthums ins Auge faßt rc.) vorge- worfen, er hatte sich erboten, Dies und Jenes zurückzunehmen oder, nach Erfordern, ganz abzudankcn. Man entschied sich heute im Sicherheits - Ausschüsse nach stürmischer Debatte mit 156 Stimmen gegen 4 für das letztere. —■ Die demokratische Deputation ward vom Reichsverweser sehr freundlich empfangen. Er versprach, dem Volkswunsche zu entsprechen, verlangte aber etwas Zeit und gab die Erlaubniß, daß sie wann und wie immer zu ihm kommen könnten.
Berlin, 3. Juli. Unter dem heutigen Datum erschien eine königliche Verfügung, wodurch, bis zur Vollendung der allgemeinen Umgestaltung der Gerichtsverfassung, der erimirte Gerichtsstand in Kriminal -, fiskalischen und Jnjuriensachen aufgehoben wird.
Berlin, 8. Juli. Der heutige Staatsanzeiger enthält folgende k. Verfügung: Wir Friedrich Wilhelm verordnen auf den Antrag der zur Vereinbarung der preuß. Staats- versassung berufenen Versammlung, nach Anhörung Unsers Staatsministeriums, was folgt: „Durch die Annahme eines besoldeten Staatsamtes oder einer Beförderung im Staatsdienste verliert jedes Mitglied der zur Vereinbarung der preußischen Staatsverfassung berufenen Versammlung Sitz und Stimme in derselben und kann seine Stelle nur durch eine neue Wahl wieder erlangen. Urkundlich unter Unserer höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem königl. Jnstegrl. Gegeben Sanssouci, den 7. Juli 1848. (Gez.) Friedrich Wilhelm, (kontr.) v. Auerswald. Hansemann. v. Schrcckcnstein. Milde. Märker. Giercke. Kühlwetter.
Berlin, 11. Juli, Nachmittags 3 Uhr. Ueber den Jacobischen Antrag wird noch immer berathen. Es ist glänzend für und wider gesprochen. 75 Redner sind an- gemeldet, 10 haben heut nur gesprochen. Die Sitzung ward um 3'/, Uhr auf morgen 10 Uhr vertagt.
Schleswig-Holsteinische Angelenheiten. Die Berliner Nationalzeitun bringt unterm 9. Juli die wichtige Nachricht, daß am vergangenen Donnerstag ein dreimonatlicher Waffenstillstand zwischen der Preußischen Regierung und Dänemark durch den Generalsekretär der auswärtigen Angelegenheiten in Stockholm Herrn Manderström in Berlin abgeschlossen ist und am Freitag, spätestens Sonnabend die betreffenden Instruktionen dem Genergl v.