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Neue

Hessische Zeitung.

JV. 4®. Sonntag, den 9. Juli. 1848»

Die Neue Hessische Zeitung erscheint täglich, Sonntags mit einem UnterhaltungSblatte, und wird um 11 Uhr Morgens ausgegeben. Der Abonnementsvreis beträgt 1 Thlr. 5 Sgr. für das Quartal, wofür alle kurhessischen Postämter und Buch­handlungen solche ohne Preiserhöhung liefern. Anzeigen jeder Art werden die Petitjeile mit 1 Sgr. berechnet.

Politische Nachrichten.

Deutschland.

Frankfurt, 7. Juni. Von den auf der heutigen Tagesordnung stehenden vier Gegenständen kamen nur 2 zur Berathung , der Antrag des Prioritätsausschusses auf Niedersetzung einer Kommission für Kirchen- und Schul- angelegenheiten und der Bericht des Ausschusses für die Wehrangelegenheiten. Der Diskussion dieser Gegenstände gingen die Berichte mehrerer Ausschüsse, welche einen be­trächtlichen Theil der Zeit wegnahmen, vorher. Der Aus­schuß für die Wehrangelegenheiten berichtete zu­nächst über die Beschwerdeschrift mehrerer Einwohner zu Michelstadt wegen der Rekrutirung und beantragt darüber zur Tagesordnung überzugehen. Dasselbe Schicksal bean­tragt derselbe Ausschuß für einen Antrag mehrerer Perso­nen auf Bildung von Freikorps, für einen Antrag auf Anlegung einer Festung nach einem gewissen Plane, die mit 500 Mann Besatzung und 4 Kanonen einen Angriff von 50,000 Mann aushalten soll re. Ein Antrag von Morings und von Mayerns auf Ernennung eines Bundesgeneralstabs und Errichtung von Bundesgenietruppen wird von demselben Ausschuß an die Centralgewalt ver­wiesen. Der volkswirthschaftliche Ausschuß beantragt auf den Kolbschen Antrag wegen des österreichischen Goldaus­fuhrverbots, die Nationalversammlung wolle erklären, daß das von der österreichischen Regierung unter dem 2. April erlassene und später bis zum Juli verlängerte Ausfuhr­verbot edler Metalle für den Verkehr schädlich und mit der erstrebten Einheit Deutschlands unvereinbar sei und diese Erklärung der österreichischen Regierung auf dem ge­eigneten Wege baldigst mittheilen. Der Prioritätsausschuß hält die Beschwerde Mannheims wegen der Einquartirung jetzt für erledigt und geht über eine Petition Elberfelds, welche von Blum die Nennung des Ministers, von dem er seine Angaben über die Gesinnungen des preußischen Ministeriums hat, verlangt, zur Tagesordnung über. Die Petition des Thorkontroleurs Meurer zu Ehrenbreitstein wegen Anstellung im preußischen Staatsdienst wird auf eben diese Weise vom Prioritäts - Ausschuß beseitigt. Einige Anzeigen von eingelaufenen Geldern zur Marine, worunter eine Sendung von lOO THlrn. aus Moskau und 991 Fl. aus Gießen machen den Uebergang zur Tages­

ordnung. Der Antrag des Prioritäts-Ausschusses auf dem Grunde vieler Petitionen und Anträge wegen der Kirchen- und Schul-Angelegenheiten geht dahin, die Nationalver­sammlung möge einen eigenen Ausschuß von 30 Mitglie­dern in den 15 Abtheilungen , aus jeder Abtheilung ein Mitglied für die Schul-Angelegenheiten und eins für die Kirchen-Angelegenheiten, wählen, um von diesem Ausschüsse die allgemeinen Prinzipien zur Beurtheilung dieser Fragen aufstellen zu lassen.

Der Domcapitular T h i m e s, Professor L a ssa u l r, Pro­fessor Diering er und Prof. Waitz sprechen sich gegen die Niedersetzung eines besonderen Ausschusses aus, da der Verf. Ausschuß in den Grundrechten schon daS Nöthige vorgesehen habe. Licentiat Schwarz von Halle beantragt einen Ausschuß, der die Principienfragen über Schule und Kirche noch einmal diskutire und eine alle Parteien ver­söhnende Formulirung der Frage für die Grundrechte auf­stelle. v. Reden will nur einen Ausschuß für die Schul­angelegenheiten und Volkserhebung. Decan Bauer von Bamberg wünscht einen besonderen Ausschuß für beide Gegenstände, nur sollen die Mitglieder nicht in den Ab­theilungen gewählt werden. Prediger Pfeiffer, Etats­rath Engel, Gymnasiallehrer Rösler vonOels, Rector Reinhard beantragen zwei besondere Ausschüsse für Schul- und Kirchenangelegenheiten, letzterer will eine besondere Section für die Volksschule. Ostendorf will einen Ausschuß von 30 Mitgliedern bloß für die Schulangelegen­heiten, ebenso Roßmäßler, welcher dafür hält, daß die Kirche in jedes Menschen Busen sein müsse. Eisenmann will auch hier vermitteln und schlägt einen Ausschuß von 15 Mitgliedern für die Schulangelcgenheiien und einen sol­chen für die Kirchenangelegenheiten mit einem gemeinschaft­lichen Präsidenten und jeweiligen gemeinschaftlichen Sitzun­gen vor. Die Versammlung beschließt, von einem be­sonderen Ausschusse für die Kirchenangelegenheiten Umgang zu nehmen, jedoch einen solchen von 15 aus den Abthei­lungen zu wählenden Mitgliedern für die Schulangelegenheiten, ohne eigene Sektion für die Volksschule, zu wählen. Ueber den Antrag des Ausschusses für Wehrangelegenheiten Eine hohe Nationalversammlung wolle die deutschen Re­gierungen durch den Bundestag einlaben lassen, ihre Bun- descontingente nach Verhältniß der Waffengattungen auf diejenige Zahl zu bringen, welche dieselben nach Maaßgabe