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Deutschen Commissâren , welche im Fallt eineë Conflictes einen Obmann $u wählen hätten, entscheiden. „Sollten sich diese Nachrichten bestätigen," bemerkt die Bremer Zeitung sehr treffend, „so wird der eben erwählte deutsche Reichs- Verweser, auf dessen Ratifikation natürlich Alles ankommt, seine erste Pflicht dadurch zu erfüllen haben, daß er Deutschland vor dem Schimpf eines Waffenstillstandes bewahrt, dessen Bedingungen klingen, wie wenn sie von einem übermüthigen Sieger uns nach einer vollständigen Niederlage diklirt wären.
Oesterreich. Die Neue Münchener Zeitung, die man fortan als halboffizielles Blatt scheint betrachten zu dürfen, sagt in ihrem Blatt vom 1 Juli: „Wir beeilen uns unsern Lesern eine ebenso wichtige als erfreuliche Nachricht mitzutheilen. Wie wir aus guter Quelle vernehmen, sind die Emschreitungen des deutsche» Bundes und der baieri- schen und preußischen Gesandtschaften in Turin zu Gunsten Triests, wie ^» erwarten stand, nicht erfolglos geblieben, und es hat hierauf die sardinische Regierung die Aufhebung d er B lokad e v on Triest bereits verfügt. Der Handel dieser wichtigen deutschen Stadt würde hiernach die ihm so nöthige freie Bewegung wieder erlangen und von der sardinischen Flotte lediglich bezüglich der Transporte von Kriegsmaterial eine Kontrole geübt werden. (Wird diese Klausel nicht eine weitere Ausdehnung erhalten?)
Berlin. In der Sitzung der Preuß. National-Ver- sammlung vom 4. Juli ist nach lebhaften Debatten mit großer Stimmenmehrheit beschlossen worden, eine Commission von 16 Mitgliedern zur Untersuchung der Zustände der Provinz Posen seit der am 22. März verheißenen Reorganisation aus den Mitgliedern der Versammlung, jedoch mit Ausschluß der Posenschen Abgeordneten, zu ernennen. Diese Commission soll 1) die Gründe und Ursachen erforschen, welche die blutigen Ereignisse in der Provinz Posen veranlaßt haben; 2) das ganze von der Regierung seit der eingeleiteten Reorganisation beobachtete Verfahren prüfen; 3) die diese Provinz betreffenden nationalen Verhältnisse untersuchen; 4) die Mittel angeben, wie ferneren Ausbrüchen vorgebeugt und ein dauerndes Cinverständniß zwischen beiden Nationalitäten bergestellt werden kann; 5) ermitteln , wie die beabsichtigte Reorganisation durchzuführen sei. In Ausführung dieser Aufträge soll der Commission ganz freie Hand gelassen werden, sie ist in ihren Ermitte- lungen nicht an die von dem Staats-Ministerium zu erfordernden Acten gebunden; sie soll berechtigt sein, die Acterr- stücke auch von den Behörden der Provinz Posen selbst zu verlangen; auch soll sie sonstige ihr zugehende Nachwei- sungen bei Ausführung ihres Antrages benutzen. Es entspricht diese Commission zwar nicht der steifen Doctrin von der Theilung der Gewalten, desto mehr aber dem lebendigen Bedürfniß und b-er durch den parlamentarischen Gebrauch England's oft bewährten Zweckmäßigkeit. Solche Parla- ments-Commisfionen sind dort etwas Gewöhnliches und können ihre Aufgabe besser erreichen, als die steifleinenen Collegien Deutscher Beamten. Ein lächerlicher Widerspruch mit obigen
Bestimmungen war es, daß die Frage: soll sich die Kommission an Ort und Stelle begeben, um Zeugen und Sachverständige vernehmen zu dürfen, verneint wurde. Die Majorität war nach der Abstimniung über ihren eigenen Beschluß erstaunt. Ohne Zweifel wird dieser Unsinn noch redressirt werden; er wäre gewiß nicht vorgekommen, hätte nicht die Linke, mit Recht erzürnt darüber, daß dergleichen spezielle Fragen noch gestellt wurden, nachdem die Kommission bereits im Allgemeinen für selbstständig und unabhängig erklärt worden war, — nun die Unart begangen, den Saal zu verlassen, waS dann den Verlust einer Menge von Stimmen zur Folge hatte. Zum Schluffe dieser Sitzung erklärte der Minister - Präsident v. Auerswald unter großer Aufmerksamkeit der Versammlung:
„Die Regierung Seiner Majestät, ist durchdrungen von dem Gedanken, daß eine provisorische Exekutivgewalt ange- strebt werden müsse und ein Reichsveriveser, der Träger derselben, nöthig sei. Der Erzherzog Johann von Oesterreich , dessen edle volksthümliche Persönlichkeit bekannt ist, erhielt daher auch um so leichter Ihre Stimme, als das Vertrauen der Vertreter der Nation sich in großer Majorität zu ihm wendete. Die Regierung Sr. Majestät giebt sich daher der Hoffnung hin, daß der Erzherzog Johann von Oesterreich den Wünschen her Ansammlung entsprechen und die hohe Würde annehmen werde, wie auch, daß dem Reichsverweser die Attributionen überall willig beigelegt werden, welche die Nationalversammlung ihm ertheilt hat. Die Regierung des Königs setzt aber auch voraus, daß die Nationalversammlung von dem Rechte, welches ihr zugesprochen ist, Verträge mit fremden Nationen zu schließen, so wenig wie möglich Gebrauch machen werde, weil dies verderblich für Deutschland ausfallen könnte. Daß sie diesmal ohne Mitwirkung der Regierungen handelte, geschah, wie wir glauben, in Betracht der bedrohten Lage Deutschlands lind im Bewußtsein der Zustimmung aller Regierungen, indeß möge das diesmalige Verhalten der Nationalveisamniluug in so außerordentlichem Falle nicht die Konsequenzen Hervorrufen, welche daraus gezogen werden könnten!
Die Regierung Sr. Maj. geht von der Ansicht aus, daß das Werk der Eintracht im Geiste der Eintracht gefördert werden möge, man nicht gestört nerPe durch die zu findende Foi m Wir müssen ein Haus bauen, das dem Sturme trotzt. Kommende Geschlechter werden uns richten, mögen sie aber auf unserm Grabsteine lesen: Er lebte im Jahr 1848 und war ein ächter Sohn des re ritschen Vaterlandes. — Dieser Rede folgte langanbaltenderBeifall. Der Präsident erhob sich und sagte: Die Wahl in Frankfurt ist der erste Akt des freien, einigen, starken Deuischlands. Erheben Sie Sich mit mir, meine Herren, und bringen Sie unserm Vaterlande ein Lebehoch. Eine Stimme auf der Linken rief: „Es lebe das freie Deutich- land hoch!" und das dreimalige donnernde Hoch wurde von dem Ruf der Tribünen begleitet. — Nebrigens ist der Kultus-Minister Rodbertus aus dem Ministerium ausgetreten, und zwar nach der Erklärung des Ministerpräsiden-