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tion Venedigs wird mit jedem Tage erwartet. Im Mi­nisterkonseil soll der feste Beschluß ausgesprochen sein,den Frieden in Mailand und vielleicht, wenn es dahin kommen müßte, in Turin selbst zu schließen." Die Armee in Ita­lien soll unverzüglich Verstärkungen erhalten und durch wenigstens 30,000 Mann vermehrt werden. Vierzehn Ba­taillone sind bereits auf dem Marsche dahin und es werden noch Truppen sowohl aus Galizien als aus Mähren mo- bilisirt. In Böhmen und Mähren wird gegenwärtig stark refrutirt. Die Nachricht, daß der Präsident der Venedi­ger Republik, Manini, nach Paris gegangen sei, bestätigt sich nicht. Derselbe verfügte sich ins Hauptquartier zum Carlo Alberto, um ihm das Dringende der Lage vor­zustellen. Das Resultat seiner Mission soll aber nicht sehr günstig ausgefallen sein.

Nach Berichten des Feldmarschalllieutenants v. Melden aus Treviso vom 27. Juni hat derselbe am 25. das Fort Cavanella an der Etsch besetzt, wodurch nunmehr Venedig in dem ganzen Umfange von dort bis Kortelazzo einge­schlossen ist.

DiePrager Zeitung" vom 29. Juni enthält eine Bekanntmachung des Gubernialpräsidenten Grafen Thun, in welcher er auf Befehl des Kaisers den proviso­risch e n R e gi er un g s r a th für aufgelösterklärt. Eine andere Bekanntmachung löst den Nationalausschuß auf.

Berlin. Nach der in Nr. 36 dies. Blâtt. kurz mit- getheilten Erklärung des Ministerpräsidenten V. Auers­wald soll der Rückzug aus Jütland allein Folge stra­tegischer Gründe gewesen sein, nebenher wollte man Eng­land den thatsächlichen Beweis friedlicher Gestunungen ge­ben. Was das Erste anbelangt, so widerspricht der Zorn des General Wrangel und die Ausschreibung einer Kriegs- steuer von 3 Millionen Thaler, welche Plötzlich im Stich gelassen wurde und demnach in ziemlich lächerlichem Licht erschien, diesen ministeriellen Angaben mehr wie zu sehr. Was aber den thatsächlichen Beweis friedlicher Gesinnung betrifft, so hat er, wie der Ministerpräsident eingestaud, bis jetzt allerdings keine guten Resultate gebracht, auf welche jedoch gehofft wird. Den eifrigen Bemühungen England's für die, beiden Theilen ehrenhafte Lösung der schwierigen Frage wurde dagegen großes Lob ertheilt; was jedoch am wichtigsten, war die Erklärung, daß Rußland keine Note, welche die Räumung Jütlands begehre und einen casus belli daran knüpfe, jemals an Preußen gesandt habe. Rußland habe gleich nach den Pariser Ereignissen offen gesagt, daß es ein bewaffnetes Defensivsystem an­nehmen werde und dies habe es seitdem auch wirklich aus­geführt. Wenn Truppenbewegungen stattgefunden hätten, so sei dies geschehen, weil Unruhen an den russischen Grän­zen entstanden wären, welche diese selbst bedrohten, jetzt, nachdem die Ruhe dort hergestellt sei, hätten, wie die neue­sten Berichte dies bestätigen, die Truppe nansamm- l ungen in der Nähe der Preuß. Gränzen eine andere Rich­tung erhalten. Den Gerüchten nach sollte Rußland an Dänemark eine aktive Hülfe in der schleswig-Holsteinischen Sache zugesichert haben. Das sei vollkommen ungegründet. Er (der Minister) habe Grund zu glauben, daß Rußland

die Erhaltung des europäischen Friedens wünsche und nichts thun werde, was dazu beitragen könne, die Lösung der schleswigschen Frage schwieriger zu machen. In dieser Erklärung liegt allerdings eine Beruhigung, allein sie ist nicht wenig auf Schrauben gestellt. Der Minister denkt, hofft, glaubt und meint, aber nirgend sieht man eine feste Zusicherung, nirgend eine offene Sprache. Ich glaube daher kaum, daß diese ministerielle Erklärung viel zur Be­ruhigung des Landes beitragen wird; immer aber ist es von Bedeutung, wenigstens bestimmt zu wissen, daß jener unerklärbare, viel bespottete und schmerzlich empfundene Rück­zug aus Jütland nicht durch eine russische Note her­vorgerufen wurde.

Hannover, 1. Juli, Nachmittags. (H. M -Z.) Inder verstärkten Konferenz ist die Beeidigung des Militärs auf die Verfassung mit dem Zusatzeunbeschadet des militäri­schen Gehorsams" beschlossen, und die zweite Kammer hat heute die Modifikation angenommen.

Baden. Aus d. Wiesenthal v. 27. Juni wird der Karlsr. Z. geschrieben: Unsere derzeitigen Revolutionäre sind wohl die Leute zum Krawalliren und Schwadroniren, es geht ihnen aber der schaffende und ordnende Geist der Revolution völlig ab. So Etwas wittern die HH. Anar­chisten auch in dem hoffnungsvollen Berlin. Selbst der umgeputschte Thron wäre lange noch nicht die Republik. Denn die dortigen Republikaner alle zusammen genommen hätten doch nicht den tausendsten Theil von Autorität für sich zu verwenden, den der bloße Name des Königs enthält. Das ist das Hauskreuz. Also eine kleine Geduld, meine Herren. In Baden sucht man nun dem Ding anders beizukommen, seit das Putschen ein so kläglich Eure genom­men. Mit Karlsruhe ist platterdings Nichts zu machen anathema sit! Die Truppen, daß sich Gott erbarme, an denen ist Chrysam und Taufe verloren; auf dem Lande will es nicht voran; auf den Hauptpunkten liegenfremde" Sol­daten, die stärksten Lügen sind abgenützt; die bestehende Ordnung hat das zähe Leben einer Katze, und doch muß Etwas geschehen und bald geschehen: also mit allen Glocken geläutet gegen Mathy; Den um jeden Preis weg das klebrige kommt dann von selbst. Freilich, Dieser wird Euch und Andern noch zu thun geben; aber weg ist er noch nicht, und mürbe macht ihr ihn nicht. Laßt Euch gesagt sein: auch wenn wir Deutsche in Jahr und Tag die Republik bekommen, Ihr bringt sie nicht liebe Kleinen Ihr werdet zu spät kommen, wie Ihr zu früh kamt. Und stichelt nicht immer, daß Jeder von uns nur einen Hals hätte: von Euch hat ja auch keiner zwei.

Schweiz.

Basel, 30. Juni. (B Z ) Verschiedene Blätter sprechen von einer neuen republikanischen Schilderhebung in Deutsch­land, welche von der Schweiz aus unterstützt werden solle. Eine Corresp. desSchw. Merk." aus Zürich spricht von einem bevorstehenden Einfall deutscher Handwerksburschen nach Deutschland und der Erzähler schreibt: Der bekannte Becker in Biel und der gewesene St. Galler Professor H. Hattemer in Biel haben durch Schreiben an gewisse Hand- Werkervereine in der Schweiz und unter Hinweisung auf