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gut, no$ einenMinister des kurfürstlichen Hauses" zu haben, so ist dagegen (abgesehen von der nicht ganz geeig­neten Benennung) im Ganzen Nichts zu erinnern, nur versteht sich von selbst, daß derselbe mit den Staatsange­legenheiten nichts zu schaffen haben, also namentlich nicht zugleich Staats-Minister sein darf, und daß er lediglich aus der Hofkasse zu besolden ist.

Mit dieser Aussicht auf baldige gänzliche Beseitigung des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten mögen sich auch Diejenigen einstweilen beruhigen lassen, denen die fortwährende Versetzung desselben durch Herrn von Meyer ein Aergerniß ist, und welche die Redaction dieser Blätter wiederholt und wiederholt um deßhalbige Rügen angegan­gen haben. Es ist wahr, Herr von Meyer hat dem frü­hern Regierungs-System gedient; allein er ist ein so bil­dungsfähiger Mann, daß er ja auch dem jetzigen ganz ge­läufig zu dienen weiß. Die Neue Hessische Zeitung hat früher im Interesse der Gerechtigkeit und des Gemeinwohls nicht umhinkönnen, die Beibehaltung des Personals im Mi­nisterium des Auswärtigen entschieden zu mißbilligen; allein nach den Vorgängen in Frankfurt und nachdem Jordan Bundestagsgesandter geworden war, glaubte sie die Sache fallen lassen zu dürfen, weil sie in den betreffenden Stellen nur noch Sinecuren erblickte und wir ja ohnehin dispo­nible Beamten zur Genüge haben. Die Beibehaltung jenes Personals ist durchaus nicht gefährlich oder auch nur be­denklich, sie erscheint nur tactlos, insofern doch zu besorgen blieb, daß darin eine Verhöhnung oder Mißachtung der öffentlichen Meinung gefunden werde. Fr. O.

Politische Nachrichten.

Deutschland.

Schleswig - Holstein'sche Angelegenheiten. Hannover, 3. Juli. (Auszug aus den neuesten De­peschen des Generals H a l k e t t vom 30. Juni und I.Juli) Die Armee rückte am 29. Juni in mehreren Kolonnen ge­gen Hadersleben vor, um die dort stehenden Dänen zu vertreiben. Oberst Graf Rantzau blieb mit etwa 4000 Mann zur Beobachtung des Sundewitt zurück. Am 29. Abends standen die Vorposten in der Nähe von Haderö­leben dem Feinde gegenüber. Der Angriff sollte am 30. Juni ausgeführt und mit einer Umgehung des feindlichen rechten Flügels verbunden werden. Als die Armee sich dazu am 30. Juni früh Morgens in Bewegung setzte, ging die Nachricht ein, daß der Feind feine Stellung verlassen und sich gegen Norden zurückgezogen habe. Zur Verfol­gung rückte das zehnte Armeekorps von Hanimelev über Ausböl nach Biering, auf der Hälfte des Weges von Ha­dersleben nach Christianfeld. Die preußische Division ging mehr westlich von Gr. Jersdal über Maugup ebenfalls ge­gen Christianfeld vor. In Biering erhielt das zehnte Ar­meekorps den Befehl, nach dem Sundewitt zurückzukehren, um zur Unterstützung des Obersten Grafen Rantzau bereit zu sein, für den Fall, daß der Feind etwas gegen ihn un­ternehmen sollte. Dieser Befehl ward rasch ausgeführt, und am 1. Juli war schon ein großer Theil des Armeekorps in

seiner früheren Stellung hinter den gegen Sundewitt ste­henden Vortruppen angekommen. Die Feinde hatten hier übrigens, außer einer am 30. Juni ausgeführten unbe­deutenden Recognoscirung, nichts unternommen, und die neuesten Meldungen der Vorposten, vom 1. Juli, lassen keinen Angriff von Alsen aus vermuthen. Das Haupt­quartier des Generals v. Wrangel war am 30. Juni in Christianfeld. Die Dänen scheinen ganz nach Jütland zu­rückgegangen zu sein. General Halkett rühmt den Geist und den Zustand der Truppen, die trotz der anstrengenden Märsche nichts zu wünschen übrig ließen. Von der däni­schen Armee sind mehrere Ueberläufer angekommen.

Nach» dem in den Zeitungen mitgetheilten Berichte des Prinzen Friedrich zu Schleswig-Holstein von Sölund ha­ben sich besonders die Schleswig-Holsteinischen Jäger, sowie die Artillerie vor Hadersleben ausgezeichnet. Die Jäger hatten 1012 Verwundete, Hauptmann von Sandrart wurde im Schenkel blessirt. Nachdem die Dänen Haders­leben Nachts heimlich geräumt hatten, wurden sie von einer auf Wagen gesetzten Abtheilung Jäger unter Hauptmann v. d. Heyden in einer halben Stunde erreicht und es ent­spann sich ein Tirailleur- Gefecht, in welchem die Dänen circa 50 Gefangene, sowie eine nicht unbeträchtliche Zahl von Todten und Verwundeten hatren. Die Deutschen hatten weder Todte noch Verwundete zu beklagen. Doch erreich­ten die Dänen glücklich Kolding. Unsere Avantgarde la­gert in dem nur eine halbe Stunde entfernten Wousild.

Kiel, 3. Juli. (B. H ) In Rendsburg hat man die Nachricht, daß Wrangel feinen verschiedenen Truppenkorps im Norden den strengen Befehl gegeben hat, nicht nach Jütland hineinzugehen.

Fädrelandet" vom 28. Juni berichtet die Rückkehr des Generals Orholm von St. Petersburg, weiß natürlich nicht, was für Nachricht er mitgebracht hat, glaubt aber Grund zu haben, anzunehmeu, daß die russische Regierung der ge­rechten Sache Dänemarks guten Fortgang wünsche, aber zur Zeit sich nicht im Stande sehe, derselben mit bewaff­neter Macht eine entscheidende Unterstützung zu Theil wer­den zu lassen. Wie dieHamburger Börsenhalle" meldet, war den Berichten eines eben mit demNordstjernan" aus Kopenhagen zurückgekehrten glaubwürdigen Reisenden zu­folge, dort am 3. Morgens ganz allgemein das Gerücht verbreitet, daß am 2. d. ein Waffenstillstand zwischen Deutschland und Dänemark auf drei Monate definitiv ab­geschlossen worden. Die Bedingungen desselben, so weit man sie in Kopenhagen kennen wollte, sollten folgende sein: Räumung Fühnens von Seiten der schwedischen, Schleswigs Von Seiten der deutschen Truppen; Schleswig bleibt völlig unbesetzt; Aufhebung der Blokade der deutschen Häfen und Freigebung der in Kopenhagen retinirten deut­schen Schiffe. Letzteres, sobald der Geldwerth der Von den preußischen Truppen in Jütland gemachten Requisitionen ermittelt und erstattet ist

Wien, 2. Juli. (B. H.) Ein eben an das Kriegsmini- sterium eingetroffener Kurier brachte die Nachricht, daß unsere Truppen die Höhen von Rivoli wieder genommen haben und von dort die Stadt beschießen. Die Kapitula-