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Tonne. Ueber die Art der Behandlung hatte Hollandt einen umfassenden Antrag gestellt, nämlich: die Nat.-Vers. möge beschließen, 1) eine allgemeine Debatte über den gan­zen Entwurf findet nicht Statt; 2) dagegen ist zu Anfang eines jeden Artikels eine generelle Besprechung der in dem­selben enthaltenen Grundsätze gestattet, wobei auch etwaige Amendements kurz motivirt werden können; 3) die An­meldung der Redner gilt nur für den nächstfolgenden §. 4) Nach Beendigung der Verhandlung über jeden Artikel wird über die darin enthaltenen einzelnen §§. abgestimmt. Die­ser Antrag wurde mit Wegfall von Nr. 2 angenommen. Nr. 4 nahm der Antragsteller zurück. — Künßbergcr, welcher den Antrag gestellt hatte, die Berathung des Ent­wurfs „die Grundrechte des deutschen Volks" so lange nicht auf die Tagesordnung zu setzen, als nicht die Be­schlußfassung über die definitive Konstituirung der Reichs- gewalten, über deren Zuständigkeit und Verhältniß zu den einzelnen Staaten erfolgt sei, — nahm denselben zurück, behielt sich nur vor, denselben wieder aufzunehmen, wenn es sich bei der Discussion eines §. der Grundrechte zeige, daß er platzgreifend sei. — Gru m brecht wollte endlich seinen Bericht auf die nächste Tagesordnung gesetzt haben, weil die darin beantragte Niedersetzung eines Ausschusses für Kirchen- und Schulangelegenheittn der Diskussion des Art. III. vorhergehen müsse. — Hiermit war die Diskussion über die Vorfrage geschlossen und wird morgen die Dis­kussion über Art. 1. beginnen, da die Einleitung erst am Schlüsse der Verhandlung besprochen werden soll. — Zum Schluffe theilte der Präsident noch die Namen der zum Ausschuß für Begutachtung eines Gesetzes ü b e r d i e M i n i st e r- V er a n t w o r t l i ch k e it und zu dem für die Hecker'sche Wahlangelegenheit niedergesetzten Ausschuß mit. In den ersten wurden von den 15 Abtheilungen gewählt: Wippermann, Wichmann, w Wydenbrugk, S chw ar ; en b erg (Ludwig), Naumann, Hermann, (München), Zitz, Rüder, v. Jtzstein, Tafel, Bür­gers, v. Linde, R. Mohl, Scheller, Mitter­maier. In den zweiten Zachariä (Götting.), Lich- nowSkp (links: oh') Edel, Reichensperger, Hol­la nb t, Simson, V. V i n cke (oh!), V. Würth, R i es­se r, F r e u d e n t h e i l, S o in a r u g a (oh !), W i de ma n n, Adams, Dam m e r s.

Die 7te Abtheilung lud schließlich zu einer Sitzung ein zur Prüfung ihr zugewiesener Legitimationspapiere. — (Des Advokaten Blöde aus Dresden?)

Der der Linken gebrachte Fackelzug fand Sonnabend Abends in der größten Ruhe und Ordnung Statt. Kapp und Ruge erwiderten die Reden der Demokraten, letzterer im Namen der „radikal-demokratischen Partei Ler Paulskirche." Die Antwort des Letzteren auf den Fackelzug hat die „Demokra­ten" gewiß nicht befriedigt, indem er sich gegen ein Aus- treten aus der Nat. Vers. aussprach. —

Wien, 28. Juni. (O. P. A. Z.) Der^ Eindruck, den Erzherzog Johann auf die allgemeine Stimmung hervor- gebracht, ist ein höchst günstiger, wenngleich düstere Ahnun­

gen über Gefahren aus dem westlichen, nördlichen und südöstlichen Europa, nicht minder aber bedenkliche Aspecten hinsichtlich der Reichstagszusammenstellunq mit schwerer Last aus den Gemüthern der Freunde rechtlicher Ordnung und endlicher Ruhe mehr als jemals lasten. Des Erzher­zogs Politik scheint den zeitgemäßen Reformen auf das Schnellste realisirend vorzueilen, und dies zum Resultate sowohl eigener, längst gehegter Wünsche, als kaiserlicher Machtvollkommenheit zu erheben, jedem in Billigkeit ge­gründeten Volkswunsche hierbei zuvorkommend oder doch begegnend, und der Nation durch eigenes Beispiel zeigend, daß das wesentlichste Mittel zur Erhaltung der Volksrechte die Uebung der Volkspflichten sei. — Ein ziemliches Still­schweigen wird über die immer mehr um sich greifende, süd-slavonische Volkswanderung beobachtet. Man hört, das Losungswort aller Stämme fei: Buda. In Pesth herrscht große Angst, indem der ungarische Landsturm mög­licherweise nicht genug eingeübt und bewaffnet sein mag, den in vollster Geistes- und Körperkraft blühenden, kriege­risch geschulten und glänzend gerüsteten Schaaren gegen­über, die das südliche Slavenland entsendet. — Seine Po­litik hat übrigens mit jener der Czechen nichts gemein. — Die Leute des Südens führen Alle die nämliche Sprache: „Sowie Ungarn sich von Oesterreich total trennte, so wol­len auch wir uns total von den Magparen trennen, ohne jedoch von Oesterreich, wie jene, abzufallen." Man glaubt nicht, daß der BanuS auf diese Bewegung jenen iientra- lisirenden Einfluß zu nehmen noch im Stande sein wird, feen Dienst und Gehorsam ihm an und für sich zur Pflicht machen.

Nachschrift. Soeben vernimmt man, der Banus habe seine Entlassung erhalten. Bestäligt sich diese Nach­richt, so stehen furchtbare Krisen in Ungarn bevor.

Preußen. In der S tzung der National-Versammlung vom 30. v. M. erklärte sich Minister-Präsident v. Auers­wald bereit, zu antworten und Abgeordn. Behnsche erhielt das Wort, seine Interpellation einzuführen. Es seien in dieser Frage 3 Momente zu unterscheiden: das Verhältniß Preußens 1) zu Dänemark, mit dem es Krieg führe, 2) zu England, welches seine Vermittelung anbiete, 3) zu Ruß­land, welches uns drohe. Zur Beantwortung dieser Frage liegen von officiellen Aktenstücken nur zwei vor: 1) die Thronrede, 2) die von dem ehemaligen Minister v. Arnim in der National-Versammlung abgegebene Erklärung. In der ersteren heiße es: Preußen habe den Krieg nicht her­ausgefordert, die Marken Deutschlands wären bedroht wor­den, und Preußen habe die ehrenvolle Pflicht übernommen, die Sache Deutschlands zu führen. Ein ähnlicher Sinn liege in der Erklärung des Hrn. v. Arnim. Allein mit beiden Erklärungen stehe ein Schreiben im größten Wider- spruch, welches bereits diirch viele Zeitungen gegangen und noch nirgends widerlegt worden sei Dieses Schreiben sei vom Major V. Wildenbruch im Namen des preußischen Cabinets vom 8. April d. J. von Sonverburg aus an das dänische Cabinet gerichtet worden, darin stehe von Deutsch­lands Ehre kein Wort; darin heiße es vielmehr, die Trnp- pensendunz nach Schleswig-Holstein sei von Preußen nur