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nommen, und sofort nach der Sitzung zur Wahl des Aus­schusses geschritten. Blum kündigt eine Interpellation an den Präsidenten an, wegen einer Bemerkung in dem Glück­wunschschreiben der Bundesversammlung an Erzherzog Jo­hann, worin gesagt wird, die Bundesversammlung sei schon vor dem Schluß der Verhandlung berichtet gewesen, ssch für diese Wahl zu erklären. Wenn der Bundestag kein Pro­phet sei, welche Eigenschaft er bisher an ihm nicht bemerkt habe, so müsse er in einem officiellen Verkehr mit der Na- tional-Versammlung gestanden haben. Zugleich wünsche er den Antrag zu begründen, daß die Erklärung eine unange­messene, und den Beschlüssen der National-Versammlung widersprechend sei. Der Präsident erklärte gleich, daß zwischen ihm und dem Bundestage nicht die geringste Kom­munikation darüber Statt gefunden habe. Schluß der Sit­zung 2 Uhr. Nächste Sitzung Montag 9 Uhr. Tages­ordnung: Diskussion der Grundrechte des Volkes. — Die Ausweisung Nonge's und Metternich's soll sich nicht be­stätigen. Heute Abend werden die Männer der Freiheit, wie das Plakat sagt, dem „Bürger" Kapp und den 27 Mitgliedern der Linken, welche gegen den Unverantwortlichen gestimmt haben, einen Fackelzug mit Gesang bringen, so fern der Regen nicht ein Anderes bestimmt. —

Frankfurt. Die deutsche Bundes-Versammlung hat in ihrer Sitzung vom 29. v. M. an den Reichsverweser von Deutschland eine Adresse gerichtet, worin sie ihm und der Einheit Kraft, Ehre und Freiheit unseres Gesammt-Va- terlandes Glück wünscht, und es sich dabei zur höchsten Genugthuung gereichen läßt, die Versicherung ausdrücken zu dürfen, daß sie schon vor dem Schlüsse der Berathungen über die Bildung einer provisorischen Centralgewalt von ihren Regierungen ermächtigt worden seien, für die Wahl Se. Kaiserl. Hoheit sich zu erklären. Schließlich drückt die Bundes-Versammlung den wärmsten Wunsch aus, der Reichs­verweser möge dem allseitigen Vertrauen und der Berufung zu der erhabenen Würde baldmöglichst entsprechen und da­durch ihre Hoffnungen bestärken, die Vorsehung werde die große Deutsche Nation zu neuen Zeiten des Heils und der Größe hinführen.

Deutschland.

Ein außerordentliches Bülletin der Allg. Oesterr. Zeitg. vom 28. Juni gibt folgende Nachrichten aus London vom 23. Juni. 1) In Folge ernstlicher Vorstellungen der engl. Minister hat der sardinische Gesandte in London sein Wort gegeben, daß Triest weder beschossen, noch durch Landungs­truppen heimgesucht werden solle; die Aufhebung der Blo­kade glaube man nicht, mit gleichem Nachdruck fordern zu können; 2) am 20. Juni ist eine energische Note Pal­merstons nach St. Petersburg abgegangen, um gegen jede Einmischung Rußlands in die dänisch-deutschen Angelegen­heiten zu protestiren; 3) in Folge eines von Herrn Hübner ausgegangenen Antrags, auch den Dänen die Waffenaus­fuhr aus England zu verbieten, ist dem preußischen Ge­sandten angedeutet worden, daß man die Ausfuhr nach nach Deutschland nur formell diplomatisch als unerlaubt

erklärt, den Zollbeamten aber keinerlei Auftrag ertheilt habe^ solche Sendungen aufzuhalten.

Wien, 24. Juni. An diesem Tage Abends kam, wie die Wiener Z. meldet, der Erzherzog Johann hier an, um bei dem zunächst zu eröffnenden Reichstag die Stelle des Kaisers zu vertreten und kraft der erhaltenen Vollmacht und im Namen des Kaisers bis zu dessen Zurückkunft die Regierungsgeschäfte zu versehen.

Wien. Erzherzog Johann hat Tags nach seiner An­kunft in Wien in einer Proklamation für die großen Auf­gaben, welche Oesterreich jetzt zu lösen habe, die gemein­same und kräftige Mitwirkung Aller, und die vereinigte feste Haltung gegen die Feinde des Vaterlandes in Anspruch genommen. Er rechne hierbei, so heißt es weiter, auf die Liebe des österreichischen Volkes zu seinem Kaiser und seinem schönen Vaterlande, auf den verständigen Sinn der Oesterreicher für Ordnung und Ruhe als Bedingungen wahrer Freiheit, endlich auf des Volkes Vertrauen zu sei­nem bewährten ehrlichen Willen, für Oesterreichs Wohlfahrt und Rube seine letzte Kraft zu weihen. — Als ihm von Pillersdorf die Offiziere der Nationalgarde vorgestellt wur­den, sagte Erzherzog Johann unter Anderem: Ich bin eben so sehr von dem constitutionellen Willen meines Kaisers und dessen ehrlichen Meinung überzeugt, als ich sein Ver­trauen besitze, und weiß, daß mein Kaiser alles das, was er versprochen, als ein ehrlicher Mann halten werde. Meine Herren, von einer Reaction ist keine Rede, denn diese ist unmöglich. Ich lese in Ihrer aller Blicken, daß ich auf Sie, academische Legion, Bürger und Nationalgarde rech­nen kann; daher Einigkeit unter uns — Einigkeit die so nöthig ist. — Ich habe zu Ihnen Vertrauen, daher ver­trauen sie mir!" Der Minister knüpfte hieran den Bericht, daß die Ergänzung der sechs Batterien für die National­garde von Sr. Majestät dem Kaiser bewilligt sei. Se. kaiserliche Hoheit erwiderte hierauf: „Braven Männern muß man Vertrauen schenken. Vertrauen verdient Ver­trauen! — Uebrigens, meine Herren, will ich Sie noch alle sehen, Alle!"

Wien, 28. Juni. Die neuesten Nachrichten aus Italien melden die Einnahme des Fort Malghera. Erzherzog Jo­hann hatte am 28. eine Revue über sämmtliche National­garden Wiens und der Umgegend gehalten. Er begiebt sich, dem Vernehmen nach, zuerst nach Ofen, um den ungarischen Reichstag zu eröffnen, und dann zur Schlich­tung der kroatischen Angelegenheiten nach Agram. —- Berichte aus Agra m vom 24. melden, daß die Rückkehr des Banus dort einen solchen Enthusiasmus erregt hatte, daß sich die Kongregation sogleich bereit erklärte, zur Erreichung eines ehrenvollen Friedens neuerdings 12,000 Mann fri­scher Truppen zu der Armee des Generals Radetzky zu schicken.

Schleswig-Holstein.

Apenrade, 28. Mai. (S.-H. Z.) Nachdem die v. d. Tann'sche und Aldofferssche Freischaar diesen Morgen nach Norden ausgerückt waren, ist der Prinz Friedrich mit 5 Schwadronen Kavallerie, 2 Bataillionen Infanterie, einer Batterie von 8 Kanonen und dem Bracklow'schen Schützen­korps hier wieder eingezogen, um morgen weiter nach