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nächsten Woche dièkutirt werden sollen, so werden mor­gen und übermorgen noch einige unbedeutende Fragen er­ledigt werden. Für Morgen steht auf der Tagesordnung: 1) Interpellation von Vogt an den internat. Ausschuß wegen seines Antrags die diplomat. Bestehungen Deutsch­lands betreffend. 2) Antrag, des „Volksboten" für Solin­gen, Arndt, hinsichtlich der Mainzer Vorfälle eine kurze Erklärung machen zu dürfen. 3) Die Wahl Heckers in Viengen. 4) Diskussion der Berichte des Ausschusses für die öftere.-slavischen und österr.-czechischen Fragen, er­stattet v. Beisler. 5) Antrag Grumbrechts auf Nie­dersetzung eines Ausschusses für Kirchen- und Schulan- gelegenheiten. —

Mehrere Mitglieder der äußersten Rechten, deren Namen sich auf dem erwähnten Plakate des demokratischen Aus­schusses unter den Mitgliedern der Linken, weil sie auch gegen das Ganze des Gesetzentwurfs über die Centralge­walt gestimmt haben, aufgeführt befinden, haben dagegen in der O. P. A. Z. protestirt. Man ist neugierig, was die Mitglieder der Linken, deren Namen aufgeführt sind, thun werden. Ronge und Metternich sollen heute aus der Stadt verwiesen sein. Bayrhoffer ist schon vor einigen Tagen abgereist. — Gestern Abend wurde die Wahl des Prinzen Johann auch noch durch einen großen Zap­fenstreich gefeiert. Vor dem Hause Gagern's machte das Musikeorps Halt und brachten die versammelten Bürger Gagern ein Lebehoch. Gagern bemerkte, daß dieser Tag verdiene, festlich begangen zu werden und brachte dem Erz­herzog Johann ein Hoch aus, in welches die zahlreiche Menge lebhaft einstimmte. Mehrere ließen während des Zuges, der sich durch die Stadt bewegte, Hecker hoch leben, Einige sollen, wie mir erzählt wurde, arretirt sein. —

Oesterreich.

Wien, 20. Juni. Die böswillige Stimmung unter den böhmischen Arbeitern, deren Anzahl leider bedeutend ist, dauert noch immer fort und wird fortwährend durch Auf­wiegler — meistens Czechen genährt. Am 18. nahm der Theaterdirektor Karl als Officier einer Abtheilung N. G. acht Aufwiegler gefangen, welche mit der Eisenbahn von Prag gekommen waren und sich sogleich auf die Arbeits- plätze begeben hatten. Gestern wurden deren 35 durch die Nationalgarde unter den am Bründelbau beschäftigten Ar­beitern eingefangen und überdies rwei sehr elegant geklei­dete Damen, welche mit Katzenmustkiustrumenten ganz aus­gefüttert waren und sich eifrig bemühten, sie unter die ver­sammelten Arbeiter auszutheilen, mit der Aufforderung, der Nationalgarde und dem Sicherheitsausschuß Nachtmusiken zu bringen.

Wien, 21. Juni. Unser Reichstag wird, wie es vor­auszusehen war, wegen der böhmischen Angelegenheiten um einige Wochen verschoben. Unsere radikale Presse wird dar­über nicht wenig jubeln, da sie unausgesetzt auf direkte Wahlen dringt und durch diesen Aufschub neues Terrain gewinnt. Indessen werden bis heute noch die Vorkehrun­gen dazu nach indirektem Modus fortgesetzt. Die böhmi­schen Arbeiter gönnen uns endlich einmal wieder Ruhe. Sie scheinen zu der Einsicht gelangt, daß es besser ist, hier

ohne Sorgen zu leben und sich ruhig zu verhalten, als in Böhmen zu hungern. — Denn der Sicherheilsausschuß be­harrt bei seinem Ausspruch, jeden Unzufriedenen auszu- weisen. — Zahlreiche Plakate der Arbeiter erschienen ge­stern und heute, in welchen sie sich gegenseitig zur Ruhe und Ordnung mahnen und sich erinnern, wie dankbar sie den edlen Bewohnern Wiens sein müßten dafür, daß so großmüthig und so reichlich für sie gesorgt sei. Privat­nachrichten aus Prag sagen, daß man bei den Grafen Dehm und Bouguoi Papiere gefunden, welche geeignet sind, Licht auf die slavischen Bewegungen im Allgemeinen und ebenso auf das Verhältniß Böhmens mit Rußland zu w rfen. Es soll darin die Rede sein von einem Slaven- reich unter dem Kaiser Jellachich. Man muß gestehen, daß sich der böhmische Adel klug genug benommen, um die Aus­führung eines solchen Planes, wenn er wirklich bestand — anzubahnen — er hatte aber, wie in der Regel der Adel aller Länder, nur an sich selbst gedacht und eine Kleinigkeit dabei vergessen — diese Kleinigkeit war das Volk — und nun steht er zwischen diesem, welches ihn ausstößt, und der angestammten Dynastie gebrandmaikl da. Er mag nun nach Innsbruck gehen und die Ergebenhritsversicherungen Sr.Maj. allergetreuesten Böhmer wiederholen. — Jesuiten und Ka­marilla werden schon Sorge dafür tragen, daß er dennoch gut ausgenommen wird. Ein Plakat der Regierung bringt heute die Bestimmung zur Kenntniß, nach welcher die Be- seldungen aller Beamten von 1200 fl. aufwärts mit einem bedeutenden Abzüge belegt werden.

Triest, 19. Juni. Von Reisenden, welche eben aus Venedig eintreffen, erfahren wir, daß die Operationen ge­gen die Stadl nächstens beginnen werden, wenn der italie­nischer Selts mißleitete Friedenövertrag nicht zu Stande kommt. Die Venetianer haben 5 Bogen von der großen Brücke abgebrochen — die Oefterreicher dagegen die Brücke der Brenia zeistört. — Das vereinigte italienische Ge­schwader befindet sich in tiefem Augenblicke unter vollen Segeln bei Pirano. — Verschiedenen Adressen , worin die Bewohner von Krain mit Steiermark ihre warme Aner- kennung aussprachen über die treffliche Haltung unserer Stadt in der letzten, kritischen Zeit, folgten heute 4 Kom­pagnien Militär aus Gratz, als thatsächlicher Beweis treu anhänglicher Gesinnung. — Briefe, welche uns eben noch (Mittwoch) aus Italien zugehen, melden, daß sich nicht allein in Venedig, sondern auch in Mailand eine starke österreichische Partei gebildet habe. In Venedig war eine solche bekanntlich immer vorhanden — in Bezug auf Mai­land jedoch scheint uns die Nachlicht noch sehr der Bestä­tigung zu behülfen.

Preußen.

Der Preuß. Staats- Anz. enthält folgende k. Ver­ordnung: Zum Schutze der vir Vereinbarung der Preuß. Veifassung berufenen Versammlung sollen nachstehende Be­stimmungen sofort in Kraft treten: 8- 1 Kein Mitglied der Versammlung kann für seine Abstimmungen oder für die von ihm in seiner Eigenschaft als Abgeordneter aus- gesvrochenen Worte und Meinungen in irgend einer Weise, zur Rechenschaft gezogen werden. §. 2. Kein Mitglied