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daß der engl. Gesandte nach dem Eintreffen der beiden Kö­nige in Malmö denselben eine Note überreicht hat, die Bei­den Mißmuth verursacht haben soll.

Dänemark. Nach dem Kopenhagener Correspondenten der „Börsenhalle" ist die Stimmung in Dänemark für die Weiterführung des Krieges. Man vertraut auf die Schwe­disch-Norwegischen Truppen, welche bereits nach der westli­chen Seite Fühnens marschirt sind und auf die in der Nähe kreuzende russische Flotte, welche nach den Proviantbedürf- sen derselben zu schließen, sehr bedeutend sein muß.

Nach einem Berichte in der Weserzeitung sind die Ko­penhagener noch vom Kriegsfanatismus beseelt. Man will jetzt auch von dem A u f g e b e n Holsteins nichts mehr dort wissen.

Nufiland. Aus Petersburg meldet man, daß die dortigen Garden Befehl erhalten haben, am 15. Juni gegen die polnische Grenze aufzubrechen.

Italien. Treviso hat sich nach 12stündiger Be­schießung den Oesterreichern unterworfen. Aus Ve­rona vom 16. Juni erhalten wir die Bestätigung der gestrigen Nachricht, daß Padua ohne Schwertstreich sich unterworfen und bereits die Brigade des Fürsten Friedrich von Lichtenstein dort eingerückt fei. Es befanden sich folg­lich von den Venetianischen Provinzen alle bedeutenden Städte, mit Ausnahme der Lagunenstadt selbst, in den Hän­den der kaiserlichen Truppen, was die Stellung Oesterreichs bei den vorhergehenden Friedensverhandlungen bedeutend günstiger machte , als sie noch vor acht Tagen war. Ra- detzkv und Welten hatten durch ihre Manöver vom 30. Mai bis 14. Juni die Aufstellung der Neapalitaner und Tos­kaner — zehntausend Mann — bei Mantua gesprengt und vernichtet, die gesammte päpstliche Streitmacht in Vicenza — 15,000 Mann — aufgelöst und für drei Monate un­thätig gemacht (Falls sie sich durch Wort und Eid gebun­den erachtet), ebenso die Besatzung von Treviso — 4000 Mann.

Aus Venedig wird unterm 13. Juni der Allg. Z geschriebene Die Regierung von Venedig hat sich an die französische Republik gewendet und um deren Einschreiten in dem Kampfe mit Oester­reich nachgesucht. Was Karl Albert bisher mit Sorg­falt vermied, hat also Venedig gethan — schwerlich zum Besten seiner Freiheit.

Frankreich. Paris 18. Juni. Die Regierung hat Mittel zur Mobilistrung von weiteren 300,000 Mann ver­langt. Unter den von ihr angegebenen Gründen bemerkt man Folgendes: Die vollziehende Regierungs-Kommission behält die entschiedene Hoffnung, daß der Friede erhalten werde. Doch kann Frankreich nicht ohne Vorsichtsmaßregeln Territorial-Veränderungen mit ansehen. Es würde nicht dulden dürfen, daß eine Vergrößerung der Macht seiner Nachbarn, ohne Ersatz für es, seine eigne Macht schwäche. Es scheint dies zu bedenken, daß Frankreich die Vereinigung der Lombardei und anderer italienischen Staaten mit dem Reiche Karl Alberts nur gegen Abtretung Savoyens zuzu- geben entschlossen sei. In den Bureaux wird hierüber wohl weitere Erklärung gefordert und gegeben werden.

In der Sitzung der National -Versammlung vom 19. sprach sich die Kommission über die Nationalwerkstätten sehr bitter aus und trug zwar auf Bewilligung der verlangten 3 Millionen an, jedoch auch auf die Erklärung, daß in der Folge jeder neu zu bewilligende Credit eine Million nicht überschreiten dürfe. Der Minister erklärte übrigens, daß noch diese Wochen zahlreiche Brigaden Arbeiter nach verschiedenen Punkten entsandt werden sollen, wo sie Arbeit finden werden. Herr Armand Marrast legte am Schluß der Sitzung den Verfassungs-Entwurf vor, über welchen wir später genauer berichten werden. Der Entwurf kennt nur eine Kammer, welche aus 750 Mitgliedern bestehen, aus allgemeinen Wahlen hervorgehen und für 4 Jahre gewählt sein soll. Auch der Präsident geht aus unmittelbarer Volks­wahl hervor und wird auf 4 Jahre gewählt. Er kann die National-Versammlung nie auflösen.

Paris, 18. Juni. Eine neue Karrikatur macht einiges Aufsehen. Ueber den Thürmen von Paris be­gegnen sich in der Luft Joinville auf einem Hahne, Louis Napoleon auf einem Adler reitend. Joinville schreit: Ich bin der Onkel meines Neffen (des Grasen von Paris). Louis Napoleon antwortet: Und ich bin der Neffe meines Onkels!

Landtag.

In der Sitzung von 22. Juni waren sämmtliche Mi- nisterial-Vorstände zugegen-, sogar Herr von Meyer, der trotz aller Angriffe und Andeutungen m der Ständever­sammlung, im Neuen-Verfassungsfreunde und in sonstigen Blättern noch immer mit den auswärtigen Angelegenheiten betraut ist, fehlte nicht, was um so mehr Anerkennung ver­dient, als die Verhandlungen das Departement des Aeußern nicht im Geringsten berührten. Herr Eberhard gab wich­tige Erklärungen in Betreff des zweiten Henkel'schen An­trages vom 17. Juni, worauf Herr Nebelthau in einem längeren Vortrage dem Ministerium das Wort redete und das Festhalten an der konstitutionellen Grundlage der Ver­fassung empfahl. Wir werden auf diesen Gegenstand zu­rückkommen. Sodann berichtete Herr Bergk für den Ver­fassungsausschuß über den Antrag von König, die Aufhe­bung mehrerer Wahlbeschräntungen betreffend, und bean­tragte, vorläufig und bis zu einer umfassenden Revision der Verfassungs-llrkunde die §§. 64. 65 und 66 Absatz 1, sowie die entsprechende Bestimmung des Wahlgesetzes außer Kraft zu setzen. Der Gegenstand wird nächstens zur Be­rathung kommen. Die Versammlung ging hierauf zur Fortsetzung der Diskussion des Preßgesetzes über, welche mit Rücksicht auf den Henkel'schen Antrag bei §. 8. abge­brochen worden war. Herr Henkel hat übrigens, wie er uns berichtigend mittheilte, nur beantragt: „Nicht in das Specielle wegen der Vergehungen (durch die Presse) lind deren Bestrafung einzugehen, sondern in dieser Hinsicht auf das bestehende Recht zu verweisen, und ebenso daS Verfahren hier wegzulaffen, weil sowohl eine Revision der Strafgesetzgebung als ein neues Gerichtsverfahren nahe