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Berathung zu vereinbaren im Begriffe sind, die Anerken­nung ertheilen werde, welche die Verfassungsurkunde für den Thronfolger festsetzen wird. Brüssel, den 30. Mai 1848. Prinz von Preußen." Man siebt, der Prinz hat bei der Wahl der Form seiner Erklärung der neuen Zeit eben keine Concession gemacht; dagegen ist man ziem­lich allgemein der Ansicht, daß es ihm mit seiner Zusage aufrichtiger Ernst sei, da der Prinzsein Wort in Ehren halte."

In Schleswig - Holstein geht es wieder drauf und vorwärts. Das perfide Benehmen der Dänen wird nun wohl auch den Gutmüthigsten die Augen geöffnet, und den nationalen Unwillen nach gerade so stark und allge­mein gemacht haben, daß an eine so schimpfliche Beilegung des Streites, wie sie neuerdings befürchret werden mußte, nicht mehr zu denken ist. Die Schleswig-Holsteinische Zei­tung macht mit Recht ihrem Unwillen in bitterster Weise Luft.Das einige Deutschland" ruft sie aus,ist ein solches, wo jeder deutsche Regent im militärischen und poli­tischen Verhalten zum Auslande seinen eigenen Willen hat, wo Preußen gar nicht zu wollen braucht, was Hannover will, und umgekehrt." Schmachvoller konnte sich die ganze Jämmerlichkeit unserer Zustände kaum noch zeigen, als in der Schleswig-Holsteinschen Angelegenheit. In Berlin hat der Minister des Auswärtigen in Folge einer Interpella­tion in der National-Versammlung sehr selbstgefällige, aber doch sehr unbefriedigende Erplicationen gegeben, obwohl daraus so viel zu entnehmen ist, daß der Bundestag mehr Schuld hat, als die Preußische Regierung. Erfreulich ist es, daß Hannover und die kleineren Nordseestaateir die Be­schuldigung, als habe man sich auf Separat-Unterhandlun- gkn eingelassen, sehr entschieden zurückweifen.

Auch die Frauen rühren sich. Von Wien ist eine Deputation , die Modehändlerin Geiger an der Spitze, nach Innsbruck abgegangen , um den Kaiser zur Rück­kehr zu bewegen. In Paris hat eine Deputation von zwölf Frauen, welche von einer noch größern Anzahl be­gleitet wurde, dem Justiz-Minister eine Dankadresse über­reicht, weil er der National-Versammlung einen Gesetzent­

wurf zum Besten der Ehescheidungen vorgelegt hat. Das konnte Einem Lust machen, Justizminister zu werden!

Anfragen, Rügen und Wünsche.

Warum ist der berühmt oder berüchtigt gewordene Arnold'sche Bürgermeister-Revers noch immer nicht veröffent­licht worden? F r.

Der §. 14. des Staatsdienstgesetzes ist noch immer nicht aufgehoben. Sollte dies schwierige Werk wohl noch innerhalb dieses Jahrhunderts effectuirt werden? Fr.

Die in diesen Blättern wiederholt angeregte Veröffent­lichung der Muhm-Schefferschen Untersuchungs-Acten konnte wohl am Füglichsten in der Weise geschehen, daß dieselben auf hiesigem Rathhause eine Zeit lang zu Jedermanns Einsicht aufgelegt würden. Man wünscht, daß dies ge­schehe. C.

In No. 23. dieser Zeitung schreibt der Herr Ober­gerichtsrath Franz Zahn zu Marburg einen Aufsatz, der bei den Lesern in Rinteln die höchste Verwunderung erregt. Herr Zahn, der noch vor etwas über einem Jahre zu den Bür­gern Rintelns zu gehören die Ehre hatte, steht daselbst noch in frischem Andenken wegen seiner damals offen und absicht­lich zur Schau getragenen Anhänglichkeit an das gestürzte Regierungsshstem und der nicht selten von ihm mit Leiden­schaftlichkeit unternommenen Vertheidigung desselben. Eine so gewaltige Veränderung der Ansichten, Grundsätze und Gesinnungen, wie sic durch jenen Aufsatz zu Tage kommt, veranlaßt uns zu der Wunschäußerung, Herr Zahn wolle uns gefälligst eine glaubhafte Darstellung und Motivirung dieser seiner Metamorphose geben, oder aber unsern Rath befolgen, den wir um der guten Sache willen geben? welche er jetzt so eifrig vertritt, daß er hinfort die Ar­beit an der politischen Regeneration unseres Staatslebens Andern überlassen wolle.

Einige Bürger Rinteln's.

Redakteur Fr. Oetker. Druck und Verlag von Theodor Fischer in Cassel.