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Auch sind wir ferner noch mit Herrn C—ch einverstanden, daß die Ausführung des Vorschlags der Siebenzehn eine höchst kitzliche Sache und das Auffinden des zu ereilenden Kaisers nicht minder kitzlich sei. Denn welchem von unsern Mo­narchen - Geschlechtern gebührt solche Macht? Wo ist der Würdige, ja noch mehr, wo der Fähige, eine solche Stelle zu bekleiden? Und wenn wir, glücklich genug! ihn gefunden haben, dann heißt's, nun macht ihn zum Kaiser und Herrn, nicht der Völker, sondern auch der. Fürsten! Da aber liegt der Haken! Und wenn ich noch einen überflüssigen Grund aufführen darf, mit dem hoffentlich alle wahrhaft freien Deutschen einver­standen sind, so sage ich: Deutschlands Volk will seine Frei­heit fortan nur für sich genießen, nicht aber dem Ehrgeiz, der Herrschsucht re. re. der Fürsten halber, Zwiespalt und Krieg aufkommen lassen, und dadurch am Ende wieder be- nachtheiligt werden! — * B.

Uebersicht der Tagesereignisse.

Cassel, 9. Juni.

In der Reichsversammlung zu Frankfurt haben sich endlich die Parteien Bestimmter gesondert und unter Fest­stellung der Gesammt-Anstchten und der gemeingsam zu be­folgenden Grundsätze mehr Einigung und Halt gewonnen. Am klarsten und entschiedensten treten die linke Seite und die linke Mitte hervor. Die erstere will einen Föderativ- Staat, Volksvertretung in einer Versammlung, hervorge­gangen aus directen und censusfreien Wahlen, und einen Vollziehungsausschuß mit einem gewählten Präsidenten an der Spitze; die neue Verfassung Deutschlands soll einzig und allein von der National-Versammlung festgesetzt wer­den. Die letztere will einen Bundesstaat mit konstitutio­nell-monarchischer (?) Verfassung, National-Vertretung in zwei Versammlungen, nämlich einem Staatenhause oder Senate und einem Vvlkshause, indirect aber ohne Rücksicht auf Vermögen gewählt, und ein unverantwortliches Ober­haupt mit einem von der Reichsversammlung gewählten Staatsrathe von 24 Mitgliedern und einem verantwortlichen Ministerium und einen Reichskanzler an der Spitze; das Oberhaupt soll weder ein erblicher noch ein gewählter Kaiser sein; die gesetzgebende Gewalt soll vom Volke mit Inbegriff der Fürsten ausgehen; die Reichsverfassung soll den Fürsten und Landständen der einzelnen Staaten zur

Annahme vorgelegt werden, damit sie nicht als ein einsei­tiges Diktat erscheine, vielmehr auf dem Wege der Verein­barung zu Stande komme, und dadurch jedem Reactions- gelüste der Vorwand des Erzwungenseins genommen werde. Das rechte Centrum und die rechte Seite neigen sich mehr den Sonderinteressen zu.

Die Sonderbündelei scheint nur in Baiern von be­denklicher Bedeutsamkeit zu bleiben. Dort hat der Mini­ster des Auswärtigen, Graf v. Bray, bei Gelegenheit der Schließung der zweiten Kammer am 30. Mai die Stellung Baierns zu der deutschen Verfassungs - Angelegenheit in einer Weise berührt, die der deutschen „Einheit" nicht sehr das Wort redet. Die Regierung will zwar, wie der Graf versichert, ein „einiges, kräftiges verjüngtes Deutsch- land," meint aber, keine Opfer bringen zu dürfen, welche Deutschland „seines Ruhmes und seiner Zierden berauben würden, das sei die reiche, fruchtbringende, Licht verbrei­tende Mannigfaltigkeit und Eigenthümlichkeit der deutschen Volksstämme, insbesondere Baierns glorreicher Name, seine Stellung unter einer tausend­jährigen Dynastie." — Was das „Licht verbreiten" anbetrifft, so wäre es sehr wünschenswerth, wenn Baiern sich einer etwas glorreicheren Vergangenheit rühmen könnte. In dieser Hinsicht wird ihm die neue Gestaltung Deutschlands sicher keine Schranken setzen. Dasselbe gilt von andern Gegenden, namentlich von Tirol, wo der Ultra- montanismus die drückendste Tyrannei übt. „Die Gewährlei­stung allgemein gültiger Volksrechte," wird der deutschen Zeitung geschrieben, „rettet uns allein vor dem Separa­tismus, durch welchen die Ultramontanen mit terroristischer Entschlossenheit ihre Eristenz zu befestigen suchen." —

Die Oestcrreichische Monarchie ist so gut wie zerfallen und daher aus dem Gesichtspunkte einer europäischen Groß­macht dem deutschen Einheits-Werke nicht mehr hinderlich. Italien kann als verloren betrachtet werden, trotz des jüng­sten Sieges der Oesterreichischen Waffen, und es wird Mühe kosten, das deutsche Triest und die Küstenstriche vor dem italischen Königreiche Karl Albert's zu schirmen. Der Papst hat früher an den Kaiser geschrieben und sich an dessen Frömmigkeit und Religiosität gewendet, um ihn zu ermahnen, „von dem Kriege abzulassen, welcher ihm die Gemüther der Lombarden und Venetianer doch nicht wieder gewinnen werde; auch möge es der großherzigen deutschen Nation nicht mißfallen, wenn er sie auffordere, den Haß'