zu Pairs herabsinken. Keineswegs, da sie Antheil an der gesetzgebenden Gewall in ihren Staaten haben: sie werden, nyâ sie waren vor dem Jahre 1806. Auch werden ihre Einkünfte immer groß genug sein, um ihre Residenzen zu Sitzen der feinern Bildung und zu Mittelpunkten der Kunst und Wissenschaft zu machen. 4) Man fürchtet für das individuelle Leben der einzelnen deutschen Staaten. Ganz mit Unrecht. So wenig, als Schottland, Irland, Wales auch nach der Union mit England ihren individuellen Charakter, der sich in Sprache und palest, kirchlichen Einrichtungen , Sitten und Gewohnheiten bei ihnen ausspricht, verloren haben, so wenig da das individuelle Gepräge, eine Folge der Stammes-Verschiedenheit, der Geschichte und des Klimas, verwischt ist; so wenig, ja noch weniger, wenn wir an die bleibenden Residenzen denken, von denen allerdings einige an Bedeutung verlieren werden, wird dieß der Fall in Deutschland sein. 5) Spricht man von der großen Civilliste für einen Kaiser, als einer neuen Last des Volkes. Man bedenkt aber nicht, daß durch Centralisation der obersten Erekutivbehörden für die einzelnen Staaten mancherlei Ersparnisse z. B. für ein eigenes diplomatisches Korps, für ein Ministerium des Kriegs, der auswânigen Angelegenheiten, eintreten. Nehmen wir z. B. für den Kaiser eine Civilliste von 4 Millionen Thalern, so trüge das auf Kurhessen 70,000 Thlr., eine Summe, die leicht schon durch die oben angegebenen Ersparnisse gewonnen würde. Würde aber nun der Kaiser aus einem Fürstengeschlechte gewählt, welches eine große Hausmacht hätte, und was allein anzurathen ist; so würde sich jene angegebene Summe auf einen Theil redueiren, der die nothwendige Folge des größern Regenten-Aufwandes wäre. 6) Endlich weist man auf die Schwierigkeit der Ausführung hin, hervorgehend aus dem gegenseitigen Mißtrauen der einzelnen deutschen Steuerungen und Völker. Wir gestehen, daß dieses der erheblichste Einwand ist, und das Geplänkel in den öffentlichen Blättern über diesen Gegenstand läßt auf einen heißen Kampf schließen. Aber was man ernstlich will, kann man auch ausführen. Wer hätte, als Bassermann seinen berühmten Antrag in der badischen Deputirten-Kammer stellte, daran gedacht, daß nach einem Vierteljahre schon die Vertreter des deutschen Volks zum deutschen Parlament sich versammeln würden? Der etwaige Widerstand der Regierungen wird jetzt noch, wenn die Volköstimme fest und kräftig sich manifestirt, leicht gebro
chen werden, wie wir das in diesen Tagen gelegentlich des Promemoria des Bundestags vom 4. Mai gesehen haben. Aber auch der Widerstand der Völker dürfte gehoben werden, wenn es uns um die Einheit Deutschlands wirklich Ernstnst, und der mit Entzücken von allen Patrioten gehörte Ruf nach einem Einen, starken Deutschland nicht der Deckmantel egoistischer Wünsche war. Es dürfte wohl nur von der Kandidatur Oestreichs, Preußens und Baierns für die deutsche Kaiserkrone die Rede sein. Aber auch Oestreich muß wegfallen, so lange es wegen seiner außer- deutschen Staaten in Deutschland nicht ganz aufgehen kann. Es bleiben also nur noch Preußen und Baiern, von denen aber ersteres, als das 4mal größere, durch ganz Deutschland von einem Ende bis zum andern reichende, von dem Meere begrenzte, mehrere kleine Staaten ganz einschließende und durch seine so verschiedenen Provinzen ganz Deutschland gleichsam repräsentirende gewiß den Vorzug verdient. Nur aber kein Wahlreich, sonst würden die gegenwärtigen Verlegenheiten und Reibungen nach dem Todesfälle eines jeden Kaisers sich wiederholen. C—ch.
Ueber öffentliche Bauten.
Zn Nr. 5 dieser Blätter lesen wir eine Auseinandersetzung der verschiedenen Mängel unseres Ständehauses und fühlen, einverstanden mit dem dort Gesagten, uns gedrungen, in Bezug auf eine wirkliche Abhülfe der gerügten Uebelstände jenem Artikel einige Bemerkungen hinzuzufügen und zugleich Andeutungen daran zu knüpfen, wie ähnliche Mißgriffe für immer zu vermeiden fein würden. Daß unser Ständehaus, dessen Entwurf aus der Phantasie eines unserer hochgestellten Baubeamten hervorgegangen ist (vessel- ben, durch dessen Hände jetzt die Bahnhofsprojecte gehen^ — bewahre uns der Himmel hierbei vor ähnlichen Erfahrungen!) seinem Zwecke in keiner Weise entspricht, ist in dem oben erwähnten Aufsatze zur Genüge dargethan; es handelt sich also jetzt darum, den vorhandenen Uebelständen abzuhelfen, und es ist bereits, wie man sagt, Seitens dec Stände der Vorschlag gemacht, durch Einrichtung einer Art von Emporbühne den Raum für das Publikum zu vergrößern. Dieser Plan ist aber, dem Vernehmen nach, nicht gebilligt, indem man mit Recht in dieser Maßregel eine gründliche, dauernde Abhülfe nicht erblickt und doch