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sogleich bei der Wahrnehmung eines Zusammentreffens mit den Truppen aus dem Staube gemacht" rc. Jetzt theilt die Deutsche Zeitung aus der Allgemeinen Zeitung den Schluß eines „Freischärlerberichts" mit, von dem sie glaubt, daß er von der Gattin Herwegh's herrühre und worin es heißt: „Unsere Todten sollen gerächt werden, wir Habens Alle geschworen, und wenn wir jetzt wiederkommen — und wir kommen bald — kommen wir anders. Franzosen, Schweizer, Türken, wenn es sein muß, alle sind willkommen, die uns ihre Hülfe leisten wollen, dieser brutalen Macht ein Ende zu machen. In Freiburg hat das badische Militair sogar noch die Todten zerstückelt und geschändet (?). Alle Rücksichten hören jetzt auf, alle patriotischen Bedenken haben ein Ende gegenüber von solcher Schurkerei .... Hecker und Struve sitzen in Hüningen, dort wollen auch wir hin, die verschiedenen Trümmer sammeln, dann mit einer wohlorganisirten Armee von vielen Tausenden — denn Georg will jetzt die Franzosen herbeirufcn — über den Rhein. Dieser brutalen Soldatenwirthschaft kann nur mit Soldaten ein Ende gemacht werden, und eh' die nicht überall unmöglich gemacht ist, kann Niemand in Deutschland leben."—Aer- gerlich mag's allerdings gewesen sein, daß die „brutalen Soldaten" so brutal waren, den „souveränen Bewegungen" eine ganz andere Richtung zu geben, als man sich hatte träumen lassen. Aber man sieht, wie weit der Patriotismus des Herweghschen Ehepaars reicht. „Franzosen, Schweizer, Türken, Alle sind ihm willkommen!" Zu solchen Verirrungen führt die Eitelkeit und die gänzliche Verkennung alles wahren und ächten Volkslebens! Herwegh und Freiligrath! welch' beklagenswerthe Verirrungen! Würde Lamartine wohl die Deutschen zu Hülfe rufen, um die Republik einzuführen? Georg Herwegh hat seine schärfsten Lieder-Waffen gegen den Drachen der Tyrannei gerichtet; allein leider kann man ihm zurufen:
.... einen schlimmern Wurm gebar
Dein Herz, als dieser Drache war.
Die Schlange, die das Herz vergiftet,
Die Zwietracht und Verderben stiftet,
Das ist der widerspenst'ge Geist,
Der gegen Zucht sich frech empöret,
Der Ordnung heilig Band zerreißt,
Denn der ist's, der die Welt zerstöret."
Das vielbesprochene Separatvotum der deutschen Bundesversammlung vom 4. Mai 1848 ist auch in unserer Ständeversammlung auf Veranlassung der Staatsregierung zur Sprache gekommen. Herr Ncbelthau hat darüber Namens des „politischen Ausschusses" nach einer Conferenz mit den Vorständen der Ministerien des Innern und Aeußern am 20. Mai Bericht erstattet und beantragt: „der Regierung in Folge der gemachten Mittheilungen anheim zu geben, den Kurfürstl. Bundestagsgesandten aufzufordern, daß er künftig alle seine Aufmerksamkeit darauf verwenden und dahin wirken möge, damit nur dann, wenn cs fremden Mächten gegenüber unvermeidlich und deshalb vom Interesse der deutschen Sache selbst geboten ist, Bundesverhandlungen geheim gehalten werden." Die Ständeversammlung ist diesem Anträge beigetreten und hat sonach auch die Ansicht des politischen Ausschusses gebilligt, daß nach Lage der Sache durchaus kein Grund vorhanden sei, den Gesandten (Jordan) etwa abzurufen, da dieser bei dem fraglichen Promemoria re. nicht thätig oder den Inhalt billigend mitgewirkt, sondern es nur wie alle übrigen Gesandten seiner Regierung, dem Bundesbeschlusse gemäß, „zur gutfindenden Kenntnißnahme" eingesandt habe, auch selbst ein wirklicher Mißgriff das „Vertrauen zu einem solchen bewährten Manne nicht erschüttern" könne.— Wir sind mit dieser Behandlung der Sache durchweg einverstanden, so wenig wir auch die in dem Promemoria ausgesprochenen Ansichten und beliebten Wendungen billigen können. Der politische Ausschuß des hiesigen Volks- Comitè's hat sich durch das Promemoria und insbesondere durch die „solidarischen Regierungs-Interessen" darin veranlaßt gesehen, eine Adresse an die National-Versammlung zu Frankfurt bei der am 16. Mai abgehaltenen Volksversammlung hierselbst in Vorschlag zu bringen. Wir theilen diese, durch Acclamation genehmigte Adresse noch nachträglich mit:
„Die Volks-Commission zu Cassel an die deutsche Nationalversammlung zu Frankfurt.
Hobe deutsche N a t i o n a l - V e r s a m m l u n g s Die Volksversammlung von Kassel hat uns beauftragt, hoher National-Versammlung beim Beginn der für das Vaterland so entscheidenden Verhandlungen ihr Vertrauen und den ernsten Willen des Gehorsams auszudrücken. Die National-Versammlung ist durch den Willen des Volkes wie der Regierungen berufen worden, über die künftige