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Stândeversammlung mitgetheilt worden, noch ehe diese den gestern beschlossenen Zug nach Wilhelmshöhe, welchem sich dem Vernehmen nach auch der Stadtrath und der Bürgerausschuß anschließen wollten, ausgeführt hat.
Die Stimmcnzählung in Betreff der Wahlen zum hiesigen »Volks-Comuè" ist vorgestern Abend beendet worden. Von 1404 abgegebenen Stimmen haben erhalten:
1) Literat Hahndorf 1290, 2) Pfarrer Meyer 1220, 3) Candidat Pfaff 1108, 4) Pfarrer Sallmann 1081, 5) Bürgergarden-Commandeur Seidler 1052, 6) Kiefermeister Herbold 1041, 7) Obergerichts-Anwalt Fr. Oetker 916, 8) Dr. Philippi 791, 9) Schreinermeister Lücken 778, 10) Assessor Dr. Harnier 769, 11) Hand-Arbeiter Bomm 738, 12) Fabrikant Eggena 690, 13) Bierbrauer Heinr. Eissengarten 678, 14) General Gerland 644, 15) Schuhmachermeister Ely 602, 16) Obergerichts - Anwalt Henkel 547, 17) Director vr. Gräfe 543, 18) Kaufmann Mu hin 527, 19) Prof. Dr. Winkelblech 485, 20) Dr. Kolbe 484, 21) Fabrikant Fehrenberg 470, und sind somit als gewählt zu betrachten. Nach den Obigen hatten die meisten Stimmen: Major von Cochenhausen 460, Oberbürgermeister Hartwig 456, Kaufmann Gundelach 441, Hauptmann Pfister 421, Baron Waitz von Eschen 368, Lieutenant von Dittfurth 313, Kaufmann Scheurmann 308, Schlossermeistcr Böckel 287, und werden deßhalb als nächste Ersatzmänner einrücken. Das Comite ist gestern zusammcngetrcten, hat zum Vorsitzenden den Herrn Pfarrer- Meyer, zum Stellvertreter Herrn Dr. Philippi, zum Secre- tair Herrn Dr. Kolbe, zu dessen Stellvertreter Herrn Assessor Dr. Harnier und zum Cassirer Herrn Kaufmann Muhm erwählt, und hierauf beschlossen, daß erst in nächster Sitzung (weil mehrere Mitglieder abwesend waren) die Ausschüsse, nämlich ein politischer Ausschuß, ein Ausschuß für industrieelle Gegenstände und ein ökonomischer Ausschuß bestellt werden sollen, wovon jedem überlassen bleibt, sich beliebig zu constituiren und nach Bedürfniß sachverständige Männer aus der hiesigen Einwohnerschaft zuzuziehen. Sodann wurde bestimmt, daß die Verhandlungen möglichst vollständig veröffentlicht werden sollen. — In der heutigen (zweiten) Sitzung wurden zu Oekonomie - Mitgliedern des Ausschusses die Herren Herbold, Lücken und Muhm gewählt. Der politische Ausschuß besteht auS den Herren Pfaff, Oetker, von
Cochenhausen (welcher als Ersatzmann für Henkel eingerückt ist), Dr. Gräfe und Hahndorf. Zu Mitgliedern des Ausschusses für staatswirthschaftliche und gewerbliche Verhältnisse find die Herren Gerland, Bomm, Eggena, Harnier, Winkelblech, Ely und Fehrenberg gewählt worden.
Bärtiges.
Der Kammerdirector von Voß zu Hannover hat nach öffentlichen Blättern am 3. Mai d. I. folgenden denkwürdigen Erlaß an sein „Kammer-Kanzlei-Personal, incl. der beeidigten Copiisten" (sic!) gerichtet:
„Ich bin davon fest überzeugt, daß die Gesammtheit des Kammerpersonals sich auch ferner durch ein angemessenes und bescheidenes äußeres Auftreten im Publico, auf eine vortheilhafte Weise auszeichnen werde, und kann daher auch nur annehmen, daß die einzelnen der Kammercanzlei- Officianten, welche der jetzigen Mode, die ein auffallendes Tragen des Bartwuchses mit sich führt, sich angeschlossen haben und namentlich das Stehenlassen eines Schnurrbartes oder resp. Kinnbartes, welches sich für Kammer- Subalternen nicht geziemt, sich haben gestatten mögen, ihre Stellung nicht gehörig gewürdigt haben. Diese mache ich demnach auf ihren Standpunkt aufmerksam und erwarte, daß kein Mitglied der Kammercanzlei sich hinfüro erlauben werde, in bezeichneter Weise in den Geschäftslokalen oder vor den Vorgesetzten zu erscheinen."
Wir theilen dieses Manifest des königl. Hannoverschen Kammer-Directorial-Zopfes gegen die respectiven Kammer- Kauzlei-Bärte in der wohlgemeinten Absicht ausführlich mit, um unsere geehrten Leser zu überzeugen, daß der Ausspruch Schillers: „Alles wiederholt sich nur im Leben, ewig jung ist nur die Polizei," wollte sagen „Poesie", vollkommen richtig ist. Auch in den dreißiger Jahren haben wir ja ähnliche Bartmaßregeln erlebt. Uebrigens haben der Herr Kammer-Director von Voß, hochwohlgeboren, zufolge neuerer Nachrichten sich gemüßigt gesehen, in gewisser Weise und auf gewisse Anlässe einlenkend zu verfahren, maßen in einem hochpreislichen königl. Ministerio für die quästionir- ten Schnurr- und resp. Kinnbärte eine günstigere Meinung und Opinion sich manifestirt, hervorgethan und kundgegeben habe, derohalben der Herr Kammerdirector sich nicht ent-