bemann hiermit öffentlich auf, mir alsbald und zwar eben, falls öffentlich
1) die von ihm berührten „Denunciationen" genau und ausführlich zu bezeichnen und namentlich anzugeben, gegen Wen und bei Wein sie angebracht worden sind, und
2) Diejenigen zu benennen , gegen welche ich aufgeregte Volkshaufen gerichtet habe und dabei zu bemerken, wann und wie dies geschehen ist?
Cassel am 23. April 1848. Fr. Oetker.
Anzeige.
Die erste Sendung von Charpie, leinenen Binden und Compressen nach Schleswig-Holstein, ist bereits vor einigen Tagen von hier abgegangen und bittet das hiesige Frauen- Ccmitö um fernere gütige Unterstützung, mit dem Beifügen, daß die deshalbigen Gaben in Nr. 270 der Kölnischen Straße gleicher Erde links, und in Nr. 127 der obern Königsstraße, 2. Etage, in Empfang genommen werden. Sendungen von auswärts ersucht man an das „Frauen- Comitë für Schleswig-Holstein, in Cassel, Nr. 127 der obern Königsstraße" zu adressiren, neben Angabe des Inhaltes und Absenders.
Der Manner. Turnverein
Es hat sich dahier ein Männer-Turnverein gebildet, von welchem die Unterzeichneten als vorläufiger leitender Ausschuß gewählt worden sind. Der nächste Zweck dieses Vereins ist die Beförderung der Ausbildung der körperlichen Kräfte, wobei es auf's Praktische, auf die Brauchbarkeit für's wirkliche Leben abgesehen ist. Es kommt darauf an, den Körper durch angemessene Hebungen gesund, stark und gewandt, zu einem tüchtigen Werkzeug der Seele, zu machen. Die Turnanstalten werden hierdurch nicht nur für das bürgerliche Leben im Allgemeinen, sondern insonderheit auch für die Vaterlandsvertheidigung nützlich wirken, indem sie als Vorschule oder Beihülfe derselben dienen, besonders da auch Waffenübungen in ihren Bereich gezogen werden. Daneben will der Verein aber auch für Beförderung und Hebung des öffentlichen Lebens thätig sein, indem außer den Zusammenkünften Behufs der Uebungen, auch gewisse Tage und Stunden der geselligen Unter» Haltung gewidmet werden, wo man sich über gemeinnützige, besonders allgemeine vaterländische Angelegenheiten ausspricht und durch Wort und Schrift den öffentlichen Geist, die Vaterlandsliebe zu wecken und zu beleben sucht. Mitglied kann Jeder sein, welcher nicht durch entehrende Vergehen oder durch S i tten l o si gke i t die Achtung seiner Mitbürger verscherzt hat, denn auf Ehrenhaftigkeit und edle deutsche Sitte wird das ganze Werk gebaut. Jünglinge von 14 bis 18 Jahren sind zwar aufnahmfähig, aber in den Versammlungen nicht stimmberechtigt. Auch Männer, welche zwar nicht an den Hebungen Theil nehmen , aber doch die gute Sache in anderer Weise unterstützen wollen, können beitreten. Sie sind wo nicht als
Turner, doch als Turnfreunde willkommen. Ein gut gelegener, geräumiger Turnplatz ist ermittelt, welcher auf Aktien eigenthümlich erworben werden soll und bald werden sich darauf die Gerüste erheben. Als erste Einlage werden 15 Sgr. und als monatlicher Beitrag 5 Sgr. erhoben , wobei die Einrichtung besteht, daß, wer sich nur abwechselnd hier aufhält, wie die Studirenden, für die Zeit seiner Abwesenheit vom monatlichen Beitrage befreit wird. Der Betrag einer Aktie zuni Ankauf des Turnplatzes ist auf 3 Thlr. bestimmt. Listen zur Beitrittserklärung, sowie zur Actienzeichnung liegen auf bei:
1) Oberger. - Anwalt Henkel, Gardeducorpsstraße Nr. 239.
2) Privatsecretär Hoffm ann, am Wall Nr. 564.
3) Buchhändler Luckhardt, Mittelgasse Nr. 165.
4) Seifen- und Lichterfabrikant Reul, unterste Zie- gengaffe Nr. 289.
5) Lehrer Röse, Königsthor Nr. 16 an der Chaussee.
6) Lederhändler Schoppach, Mittelgasse Nr. 127.
7) Gymnasiallehrer Dr. Schwaab, Königsst. Nr. 201.
8) Lehrer Wagner, Poststraße Nr. 991.
Vorerst ist verabredet, jeden Freitag Abends 6 Uhr auf dem Heinifchen (früher Lipsiusschen) Felsenkeller bei Die ling sich zur geselligen Unterhaltung einzu- finden, also zunächst Freitags, den 28. dies. Mts. Daselbst können dann auch Beitrittserklärungen, Aktienzeichnung und Einzahlungen erfolgen.
Cassel, am 21. April 1848.
Henkel. Hoff in a n n. C. Reul. I. G e o r g Luckhardt. F.W. Schopp ach. C. Wagner. Röse. Schwa a b.
Briefkasten und Briefwechsel.
K. zu A. — der Aufsatz ist bereits für eine der nächsten Nummern bestimmt und an die Druckerei abgegeben; größere Beschleunigung war nicht möglich. — Chr. v. H. zu H. bemerkt, daß er „den Siebenzige» schon nahe fei, sich aber noch rüstig genug fühle, dem Feinde zu widerstehen und dasselbe von seinen Gesinnungsfreunden hoffe." Er fordert diese und insonderheit die „vielen, braven kräftigen Militär-Pensionäre des Caltenlandes" auf, sich aufs schleunigste zu einem Freikorps zu versammeln und wohlgerüstet zuerst nach Schleswig-Holstein aufzubrechen." So viel wir wissen, ist der Schleswig-Holsteinschen Regierung vorzugsweise an Geld gelegen. — St. zu W. spricht sich mit Wärme über die Wichtigkeit des Volksschulwesens aus und hofft, daß die am 28. April dahier zusammentretende Lehrer-Versammlung von dem erforderlichen guten Geiste beseelt sein werde. Wir zweifeln hieran nicht im Mindesten; der vollständige Abdruck des Aufsatzes war nicht mehr thunlich.
Von D. zu S. wir haben für dergleichen Poesien leider keinen Raum. — H. zu G. rügt, daß ein Pfarrer in einer Gelegenheitsrede die Ausdrücke „feige Italiener" und „abgefeimte Franzosen" gebraucht habe. —
Redakteur Fr. Oetker. — Druck und Verlag von Theodor Fischer in Cassel.